Mo 27.07.2026 | Inverness – Caol

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Via

  • Inverfarigaig
  • Fort Augustus
  • Fort William

Infos

  • 110 km
  • 7:58 h
  • 5.00 l
  • Ferienwohnung
  • A wee house in the highlands
  • GBP 148.72

Strava

Grrrr… Gestern Nacht war es wirklich kalt! Immerhin wurde die Radfahrerhose bis am Morgen doch noch trocken – ich habe sie in der Nacht an die Leine im Zelthimmel gehängt.

Aufgrund der Kälte habe ich am Morgen zuerst noch etwas gelesen und fuhr erst gegen 07.15 Uhr los. Diesmal waren Sam und Fränzi auch schon auf den Beinen, und ich nahm Abschied von ihnen; hier trennen sich unsere Wege. Dabei habe ich heute das neongelbe, zweitdickste Oberteil über das Thermounterhemd angezogen – ich hatte gehofft, dieses frühestens im Oktober zu benötigen… Das Trikothemd habe ich griffbereit verstaut, kam heute aber schlussendlich nie zum Einsatz.

So fuhr ich bei Sonnenschein in den kalten Gegenwind und steuerte zunächst das Loch Ness an. Nessie habe ich nicht gesehen – aber auf den See waren generell wenig Blicke möglich, da die Böschung bewaldet war. Leider war der Radweg auf der schattigen Südseite vom Loch Ness, aber immerhin ging es bis Inverfarigaig praktisch flach voran. Von dort aus ging es mehr bergauf als bergab (mit teilweise wieder steilen Rampen), bis ich den Suidhe Viewpoint auf einer Höhe von knapp 400 Metern erreicht hatte.

Oben angekommen, habe ich die Regenjacke angezogen; nicht nur als Windschutz für die kommende Abfahrt, sondern auch tatsächlich als Regenschutz. Auf den letzten Kilometern vor dem Gipfel hatten sich die Wolken verdichtet und liessen keine Sonnenstrahlen mehr zu, und auf dem Gipfel begann ein Nieseln.

Auf der Abfahrt, welche selbstverständlich auch immer wieder mit Gegenanstiegen durchsetzt war, habe ich ein holländisches Paar auf ihren Fahrrädern angetroffen. Sie fuhren mit dem Zug nach Fort William und hatten immerhin Rückenwind…

Am oberen Ende des Sees liegt Fort Augustus, wo es eigentlich Zeit für eine Mittagspause gewesen wäre. Es kam aber gerade die nächste Regenfront, weshalb ich weiterfuhr. Aufgrund der konsultierten Wetterberichte hatte ich heute keinen Regen vor 20.00 Uhr erwartet… Nun, es kam anders, und ich zog mehrmals den Regenschutz an und packte ihn wenig später wieder weg. Einmal hatte ich das Gefühl, dass eine besonders regenintensive Front auf mich zukommt, weshalb ich auch Regenhose und Fusslinge anzog. Bis ich eingekleidet war, war die Front aber bereits über mich hinweg und es war wieder trocken…

Unter diesen Umständen wird das heute Morgen sehr feucht eingepackte Zelt nicht trocknen können, wenn ich es auf dem Campingplatz in Fort William aufstelle. Und wenn es nachts wieder so kalt wird wie gestern und dazu auch noch regnet, wird das im Zelt eine höchst ungemütliche Nacht. Daher habe ich nach einer bezahlbaren Unterkunft in Fort William gesucht – und das war gar nicht so einfach! Schlussendlich war eine ganze Ferienwohnung in einem Vorort am Günstigsten.

Auch beim Loch Oich folgte der Radweg dem Südufer, zum grössten Teil sogar einer stillgelegten Bahnlinie. Ärgerlich waren nur die vielen Gatter, die geöffnet und wieder geschlossen werden müssen. Jedes Tor war anders konstruiert, so dass man immer wieder zuerst den Mechanismus herausfinden durfte. Das Gemeinste war jedoch das Gatter in der Mitte dieses Abschnitts: Dort musste das Fahrrad etwa 30 Zentimeter angehoben werden, da die Toröffnung nicht bis zum Boden reichte.

Als Letztes kam der Loch Lochty an die Reihe, der Radweg wechselte auf die Nordseite. Bin ich nun in jenem Teil Schottlands, der sich nach Osten bewegt, während ich zuvor auf der Kontinentalplatte mit Westdrift war? Besonders an diesem See habe ich etliche Wanderer gesehen, die den Caledonian Trail von Fort William nach Inverness laufen – die werden die nächsten Tage sicher auch noch einiges an Regen abbekommen…
Der Radweg erklomm auf Schotter wieder einmal eine Anhöhe, während die Strassenverbindung auf der anderen Seeseite offenbar flach dem See folgt. Warum kann das nicht umgekehrt sein und der Radweg ist flach? Nun, nach dem Loch Lochty war der Radweg auch flach dem Kanal entlang, aber allzu rasch kam ich trotzdem nicht voran – zum Regen gesellte sich auch noch starker Gegenwind!

An der Unterkunft fuhr ich zuerst bewusst vorbei, denn ich wollte zuerst noch in Fort William den morgigen Tag vorbereiten. Danach zurück nach Caol zum Co-op, einkaufen, und dann die letzten Meter zur Ferienwohnung. Aber wo ist sie denn? Sie war nicht dort, wo sie auf den Karten eingezeichnet ist, und bei der Durchfahrt der Strasse habe ich auch nichts gesehen. Daher die Wegbeschreibung nochmals gelesen, die nächste Abzweigung genommen, tatsächlich die kleine Gasse gefunden – Aber Nr. 5 scheint bewohnt zu sein! Daneben gibt es noch ein AirBnB mit der Nr. 5A – aber mit dem erhaltenen Code konnte ich die Schlüsselbox nicht öffnen! Also weitersuchen, aber nirgends etwas anderes gefunden. Also nochmals zu 5A – und als ich den Knopf nur halb herunterschob anstelle bis zum Anschlag, konnte ich auch an den Hausschlüssel gelangen…

Bevor ich die Wohnung bezog, musste aber zuerst das Fahrrad gereinigt werden – auf den Schotterabschnitten im Regen hat sich da einiges an Dreck angesammelt! So werde ich morgen nur noch die Kette frisch einölen müssen.

Nach Dusche und Abendessen habe ich im Wohnzimmer noch das Zelt ausgelegt; ich hoffe, dass dieses bis morgen auch noch trocknet – so wie die Wäsche, die ich in die Waschmaschine geworfen habe. Seit Luxemburg habe ich die Kleider ja nur jeweils in der Dusche ein bisschen ausgewaschen…

Etwas besonderes hatte der Tag auch noch: erst zum zweiten Mal, seitem ich in der UK bin, habe ich heute keine Sirene einer Blaulichtorganisation gehört! Das erste Mal war im Süden von Wales. Unglaublich, wie oft hier auch in ländlichen Gebieten Polizei, Krankenwagen und Feuerwehr im Einsatz sind!


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