Heute war zuerst ausschlafen angesagt – die Ferienwohnung musste ich spätestens um 11.00 Uhr verlassen, der Zug in Fort William fuhr um 11.40 Uhr. Das Ticket nach Glasgow hatte ich mir gestern Abend am Bahnhof besorgt, daher war ich schon gestern nach Fort William gefahren. Um 7.00 Uhr war aber definitiv nichts mehr mit schlafen, weshalb ich mich auf die Suche nach einer Unterkunft für die nächsten zwei Tage machte – morgen regnet es noch mehr als heute. In Glasgow ist derzeit aber definitiv Hochsaison, die Preise der noch verfügbaren Hotelzimmer sind astronomisch… So konsultierte ich den Zugfahrplan und ging Haltestelle um Haltestelle von Glasgow zurück, bis ich eine einigermassen bezahlbare Unterkunft fand. So werde ich nun halt in Helensburgh nächtigen.
Etwas nach 09.30 Uhr begann das Einpacken – das Zelt ist ziemlich trocken geworden, einige Kleidungsstücke sind immer noch feucht – und gegen 10.45 Uhr fuhr ich wieder in Regenjacke und -hose die knapp 4 Kilometer zum Bahnhof von Fort William. Dort machte ich zuerst beim Lidl Halt und fuhr anschliessend über den Morrison-Parkplatz bis vor die Bahnhofshalle. Diese war schon gut gefüllt, aber auch schön trocken und warm. So konnte ich meine Regenkleider wieder ausziehen und mich für die Zugreise bereitmachen.
Das Rad kam in den vordersten Wagen – das Gepäck musste demontiert und das Fahrrad am Hinterrad aufgehängt werden – und ich ging zu meinem reservierten Sitz im nächsten Waggon. Den eBook-Reader habe ich bereitgelegt, aber nur in einem Bahnhof ein paar Zeilen gelesen; stattdessen bestaunte ich das vorbeiziehende schottische Hochland. Der Zug gewann zuerst durch Wälder und Farnlandschaften an Höhe, fuhr anschliessend dem Stausee Loch Treig entlang und erreichte beim Bahnhof von Corrour den höchsten Punkt der Strecke. Wie ich Abends gelesen habe, ist das mit 408 m ü. M. auch der höchstgelegene Bahnhof von Grossbritannien – und dieser befindet sich mitten in einem riesigen Hochmoor. Offensichtlich gibt es über dieses Moor auch einen Wander-Fernweg, denn ich sah einige mit Rucksack dem garstigen Wetter trotzen.
Später kamen wir wieder zurück in die Zivilisation, und um ca. 14:45 Uhr fuhren wir im Bahnhof Helensburgh Upper ein. Das ganze Gepäck auf den Bahnsteig rausgeworfen, dann das Fahrrad – aber ich hätte mich nicht so beeilen müssen, denn der Lokführer schob anschliessend sein Fenster runter und fragte, ob ich alles draussen habe.
In Helensburgh regnete es natürlich auch, auf der Zugfahrt gab es einen ganz kurzen Abschnitt mit Sonnenschein. Ich zog nur die Regenjacke an und liess die Regenhose im Gepäck, es waren ja nur ein paar Hundert Meter zu meinem nächsten Stopp beim Co-op – und dorthin musste ich auch gar nicht in die Pedale treten, denn es ging nur bergab! Im Laden inspizierte ich jedes Regal, was ich alles einkaufen könnte – es darf aber nicht Zuviel sein, denn morgen wird meine Leistung ja minimal sein! Das schlendern zwischen den Regalen hatte aber noch zwei weitere Zwecke: Da der Laden morgens um 6.00 Uhr öffnet, kann ich hier am Donnerstag rasch Proviant einkaufen, und die Ferienwohnung konnte ich offiziell erst ab 16.00 Uhr beziehen. Nun, um 15.45 Uhr liess sich die Tür auch schon öffnen…
So sind nun die Kleider wieder zum Trocknen im Wohnzimmer aufgehängt, dort steht wiederum auch mein Fahrrad. So ist auch dieses im Trockenen…
