Mi 10.12.2008 | Puerto Natales – El Calafate

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Mi 03.12.2008

  • Puerto Natales –
    Pehoe / Torres del Paine
  • 98 km
    davon unasphaltiert: 78 km
  • 1’214 Hm
  • 6:40 h
  • 6.50 l
  • Zelt

Do 04.12.2008

  • Pehoe / Torres del Paine –
    Refugio Grey
  • 6 km
    davon unasphaltiert: 6 km
  • 135 Hm
  • 0:30 h
  • ca. 15 km
  • Zelt

Fr 05.12.2008

  • Refugio Grey –
    Campamento Italiano
  • 0 km
  • 0 Hm
  • 0:00 h
  • ca. 35 km
  • Zelt

03.12.08, 98 km
Leider muss ich von meinem ersten blutigen Unfall dieser Tour berichten. Als ich das Garagentor öffnen wollte, klemmte der obere Riegel zur Decke hin. Ich zog – fester, und fester, und fester… Ruckartig löste sich schlussendlich der Riegel, sauste durch meine eingesetzte Kraft hinunter – und klemmte etwa 30 cm tiefer meinen rechten Zeigefinger zwischen einer eisernen Strebe ein. Glücklicherweise traf ich da nicht den Fingernagel, denn das hätte mich dann viele Wochen beschäftigen können (und wäre zudem sehr schmerzvoll gewesen). Stattdessen platzte “nur” die Fingerkuppe, welche nun eingepflastert ist. Zur Fixierung habe ich Pflaster und Finger noch mit Heftpflaster umwickelt, denn beim Velofahren sind die Finger doch viel in Bewegung – und ein Stück Heftpflaster kommt so auch zum vom Erfinder gedachten Einsatz…

Heute war es richtig heiss – auch nackt wäre ein Schwitzen oft nicht zu verhindern gewesen… Deshalb waren heute kurze Hosen angesagt, und das langarm-Trikothemd trug ich ohne Unterhemd. So konnte ich wieder rasch die notwendige Ärmellänge einstellen, denn vormittags war es im Schatten oder bei Abfahrten doch noch kühl.

Nach knapp 20 Kilometern verliess ich die Betonpiste und fuhr auf ausgezeichneter Naturstrasse weiter. Wenig später erreichte ich die Cueva de Milodón, wo vor etwas mehr als 100 Jahren Überreste eines Riesenfaultiers gefunden wurden. Man vermutete, noch lebende Exemplare in Patagonien zu finden und schickte Expeditionen los. Allerdings musste man dann feststellen, dass man über 10’000 Jahre zu spät kam…

Die Weiterfahrt war dann atem(be)raubend. Brutale Steigungen verlangten mir mit meinem schweren Velo (ich habe Verpflegung für mehr als eine Woche dabei) alles ab. Diese gab es besonders direkt nach der Cueva del Milodón, zwischen Kilometer 62 und 75 sowie auf den letzten 5 Kilometern. Aber dafür hatte ich die ganze Zeit die Gipfel der Torres del Paine im Blickfeld, fuhr an tiefblauen und türkisfarbenen Seen vorbei, durch Feuerbüsche – fantastisch! Dennoch war ich froh, den Zeltplatz in Pehoe erreicht zu haben. Hier habe ich nun freien Blick auf das Bergmassiv direkt aus dem Zelt!

Leider kann ich die geplante Umrundung der Berge nicht vornehmen, da der Circuito gesperrt ist. Eine Lawine habe Stege weggerissen. Nun muss ich mir andere Wanderrouten suchen. Zuerst werde ich morgen aber einen sicheren Platz für Velo und Packtaschen ausfindig machen.

04.12.08, 6 km
Auf dem Zeltplatz herrschte am morgen früh weder Wind noch Sonnenschein, weshalb ich mit dem Zeltabbau noch etwas warten musste. Um 9 Uhr machte ich mich dann aber auf den Weg zur Guardería Pudeto. Dort durfte ich mein Fahrrad und die Packtaschen für die kommenden Tage hinstellen.

Nachdem ich den Rucksack vollgestopft hatte, schaute ich mir zuerst den Salto Grande an. Ich hatte ja noch ein bisschen Zeit, denn das Schiff über den Lago Pehoé legte erst um 12 Uhr ab. Die 30minütige Fahrt mit dem Katamaran war mit 11‘000 Pesos zwar nicht ganz billig, brachte mich aber zum Start meiner mehrtägigen Wanderung, auf der ich das „W“ laufen werde. Da bemerkte ich dann auch, dass ich die Schuhplatten nicht gewechselt hatte… Über die Felsen hatte ich aber trotzdem genügend Halt, um sicheren Schrittes zum Refugio Grey zu gelangen. Auf dem Weg dorthin waren im speziellen Eisberge zu sehen, welche im Lago Grey trieben. Und später zeigte sich dann auch die Abbruchkante vom Gletscher. Dorthin werde ich morgen dann einen Abstecher machen.

05.12.08, 0 km
Trotz eingeschränktem Komfort habe ich gestern recht gut geschlafen. Beim Rucksack packen musste ich auf die Isomatte verzichten, da diese schlicht keinen Platz mehr hatte. Die Platzwahl für das Zelt ist deshalb besonders wichtig – und meine Jacke isoliert als Unterlage auch ganz gut…

Um zehn vor sieben verliess ich bereits das Zelt und lief mit leichtem Gepäck weiter. Bereits nach einer Stunde erreichte ich das Campamento Las Guardas – auf der Karte wird für diese Strecke das Doppelte angegeben. 15 Minuten später sah ich dann, wo die Lawine den Weg weggerissen hat. Mittlerweile könnte man da aber sicher durchlaufen. Schade, dass deshalb der Circuito geschlossen ist. Auf dem Rückweg zweigte ich dann noch zum Mirador ab, wo man genau bei der Abbruchkante auf den Grey-Gletscher hinuntersehen kann. Dann gings zurück zum Zelt, alles zusammenpacken, und um 10 Uhr marschierte ich wieder los – andere begannen da erst mit dem Frühstück… Nun ging es den selben Weg zurück und dann weiter zum Campamento Italiano.

Bis auf 50 Meter war dieser Pfad einfach. Ein Bach hat allerdings ein neues Bett im Wanderweg gefunden. Links und rechts sind die Büsche so dicht, dass kein Weg vorbeiführt, weshalb ich dann knöcheltief durchs Wasser watete. Die Schuhe sind so auch wieder mal innen und aussen gewaschen…

Im Campamento Italiano baute ich dann rasch mein Zelt wieder auf und machte mich mit Minimalgepäck an den Aufstieg zum Campamento Británico durchs Valle del Francés. Wenn der Wald den Blick freigibt, hat man da immer wieder herrliche Ausblicke auf Berge, Wälder und Seen. Nach einer Stunde kehrte ich dann um, damit ich zu einer vernünftigen Zeit wieder im Camp war. Und die knapp 30 km spüre ich langsam auch in den Beinen… Um 18.30 Uhr war ich dann wieder beim Zelt – müde, zufrieden, und hungrig.

In dieser Ecke vom Zeltplatz ist es wie ein Treffen von „alten“ Bekannten. Die Italiener sind wie gestern meine Nachbarn. Auf der anderen Seite ist die Deutsche, die auch mit einem Nallo2-Zelt unterwegs ist, die ich gestern auch schon am Lago Grey gesehen habe. Und daneben steht das Zelt der beiden Radfahrer, die ich gestern am Salto Grande getroffen habe. Sie fuhren von Córdoba aus den Anden entlang runter und wollen dann ab Ushuaia auf der Ruta 3 nach Norden vorstossen. So konnten wir gegenseitig Informationen über die bevorstehende Strecke austauschen.

Sa 06.12.2008

  • Campamento Italiano –
    Campamento Torres
  • 0 km
  • 0 Hm
  • 0:00 h
  • ca. 23 km
  • Zelt

So 07.12.2008

  • Campamento Torres –
    Pehoe / Torres del Paine
  • 6 km
    davon unasphaltiert: 6 km
  • 105 Hm
  • 0:27 h
  • ca. 10 km
  • Zelt

Mo 08.12.2008

  • Pehoe / Torres del Paine –
    Cerro Castillo
  • 81 km
    davon unasphaltiert: 71 km
  • 1’215 Hm
  • 5:49 h
  • 4.00 l
  • Hostería

06.12.08, 0 km
Heute habe ich nochmals über 25 km Fussmarsch zurückgelegt. Zwischen den markanten Bergspitzen und dem Lago Nordenskjold führte die Wanderung Richtung Osten. Dreimal waren auch Bäche zu durchqueren, wo man unmöglich trockenen Fusses rüberkam. Eine Querung war ganz abenteuerlich: der Bach war ziemlich breit und führte viel Wasser – und mit dem steilen Gelände war er auch ziemlich wild. Als einzige Hilfe war ein dicker Draht rübergespannt, damit man sich daran festhalten kann. Und auch wenn man immer die Steine traf, war man trotzdem mehr als knöcheltief im Gletscherwasser! Deshalb verbrachte ich auch die meiste Zeit mit nassen Schuhen, Socken und Füssen. Die werden sicher froh sein, wenn ich morgen meine Wanderungen abgeschlossen habe…

Zum Campamento Torres ging es fast 3 Stunden lang praktisch nur bergauf – und dies zwischendurch mit brutalem Gegenwind! Kleine Steinchen flogen manchmal wie Hagel durch die Luft… Etwa um 15.00 Uhr erreichte ich das Campamento, und nachdem ich das Zelt aufgestellt hatte, verordnete ich mir eine Stunde Zwangspause. Das ich diese nötig hatte, konnte ich dann um 17.00 Uhr erkennten, als ich zum Gipfelsturm aufbrach: Ich hatte nicht mal mehr den Bach wahrgenommen, der mitten durchs Camp fliesst und die Wasserversorgung sicherstellt!

40 Minuten Felsblock-Klettern waren noch angesagt, und dann stand ich vor den majestätisch in den Himmel ragenden Torres, DEN Torres del Paine. Das war ein würdiger Tagesabschluss und die Krönung der Wanderung. Wenn das Wetter morgen früh immer noch schön ist, werde ich wohl nochmals hochlaufen, bevor ich wieder ins Tal hinuntersteigen werde.

07.12.08, 6 km
Um 8 Uhr stand ich wieder zuoberst vor den Torres, und diesmal hatte ich die Sonne im Rücken – und erst noch kein Wind. Als ich mich auf den Rückweg machte, zogen schon erste Wolken auf – und ab 10 Uhr verschwanden die Gipfel hinter einem dicken Wolkenband für den Rest des Tages. Pech für jene, die da mühsam hochklettern und dann der finale Anblick verwehrt wird…

Um halb zwölf war ich unten bei der Hostería Torres, und da hätte ich mir beinahe ein Eis gegönnt. Glücklicherweise habe ich mir das allerdings verkniffen, denn 30 Minuten später hatte ich alle Kleider angezogen und fror trotzdem. Wenn die Sonne nicht mehr scheint und der Wind pfeift, wird es doch mehr als nur ein wenig kühl… Um 2 Uhr fuhr dann der Bus zur Laguna Amarga, wo weitere 2 Stunden Wartezeit angesagt waren. Immerhin war es dort windgeschützt und die Sonne schien auch wieder die meiste Zeit.

Etwas nach fünf Uhr war ich endlich wieder in Pudeto und konnte feststellen, dass Fahrrad und Gepäck noch vollständig vor Ort waren. Einzig das Gummiband für die Tachohalterung ist gerissen, so dass nun wieder bewährtes Heftpflaster zur Anwendung kommt. Ich radelte die 6 Kilometer zum Camping Pehoe, wo ich nach 4 Tagen endlich wieder eine Dusche geniessen konnte. Der Leim kam dann auch wieder zur Anwendung: vom vielen Felsenklettern ist am rechten Schuh die Lauffläche gebrochen. Da ist gut, dass für dieses Jahr nur noch eine einzige Wanderung vorgesehen ist – beim Grenzübergang von El Chaltén nach Villa O’Higgins werde ich nicht durchgehend radeln können.

Beim Abendessen sorgten noch 2 junge Füchse für Unterhaltung, welche vor dem Restaurant miteinander spielten.

08.12.08, 81 km
Das Morgenessen habe ich im Parilla vom Campingplatz eingenommen. Brot und Konfitüre habe ich komplett aufgebraucht, und diese im Park zu erwerben hätte mich wohl fast soviel gekostet wie die 5‘000 Pesos für das komplette Frühstück.

Nachdem ich mich von den langzeitreisenden Schweizern nebenan verabschiedet hatte, nahm ich um 9 Uhr die auf den ersten 6 Kilometern bereits bekannte Strecke in Angriff. Heute schaffte ich dieses Teilstück mit 27 Minuten fast 3 Minuten schneller als am Donnerstag… Von der gestrigen Busfahrt wusste ich, dass danach etliche knackige Steigungen auf mich warteten. Zum Glück wurde ich nun aber vom Wind unterstützt – wobei dies bei den Lagunas Mellizas fatale Folgen hatte! Dort gab es eine etwa 50 Meter lange, steile Abfahrt, gefolgt von einer Rechtskurve. Alles Bremsen wirkte nicht viel, denn der Wind kam da wie aus einer Düse geschossen. Und in der Kurve wischte mich der Wind quer über die Strasse. Ich konnte nur noch dafür sorgen, dass mir die Räder im lockeren Geschiebe zwischen den Fahrspuren nicht wegrutschen und dass ich mich bis nach der Leitplanke auf der Strasse halten kann. Dort machte ich dann unfreiwillig einen halben Salto über den Lenker und landete kopfüber in einem Kieselhaufen. Dem Fahrrad ist glücklicherweise nichts passiert, bei einer Packtasche ist eine Arretierung der Halterung abgebrochen – und an meinem Körper waren nur ein paar oberflächliche Blessuren an rechter Hand und Knie zu sehen. Also durchatmen, wieder aufs Rad steigen und die nächste Steigung in Angriff nehmen…

Zeitweise ging es dann an einigen Guanaco-Herden vorbei. Von diesen Tieren habe ich heute bestimmt weit über 100 Stück gesehen – sowohl innerhalb wie auch ausserhalb vom Park.

Gegen Mittag legte der Wind nochmals an Stärke zu, und ab dem Mittagessen verbrachte ich den Rest des Tages mit langen Hosenbeinen und Regenschutz, um mich vor der kalten Luft zu schützen. Auf etlichen Kilometern war der Wind dann ganz gemein, denn nach jeder Kurve kam er wieder von vorne! 20 Kilometer vor Cerro Castillo hatte ich dann endlich wieder mal Rückenwind – und Asphalt unter den Rädern! Wie lange dieses schwarze Band noch besteht, ist allerdings fraglich. Von den 12 Kilometern waren 2 Kilometer bereits wieder mit Steinen und Sand bedeckt, und auf einem weiteren Abschnitt ist man gerade dabei, den Ripio draufzuwalzen. Die spinnen, die Chilenen…

Cerro Castillo ist ein Mini-Ort an der Grenze, bietet aber Unterkunft und Verpflegung. Im Hospedaje gibt es 2 Kategorien von Zimmern: Im Hauptgebäude für 58‘000 Pesos oder im Annex für 19‘000 Pesos. Der Unterschied konnte mir nicht plausibel erläutert werden, weshalb ich mich für den Annex entschied. Und da ich da offenbar der einzige Gast gewesen wäre, wurde ich trotzdem im Hauptgebäude einquartiert…

Di 09.12.2008

  • Cerro Castillo –
    Ruta 40 / Meseta Vizcachas
  • 111 km
    davon unasphaltiert: 50 km
  • 1’063 Hm
  • 6:32 h
  • 6.0 l
  • Zelt

Mi 10.12.2008

  • Ruta 40 / Meseta Vizcachas –
    El Calafate
  • 106 km
    davon unasphaltiert: 12 km
  • 819 Hm
  • 7:42 h
  • 8.0 l
  • Hostel

09.12.08, 111 km
Beim Frühstück konnte ich feststellen, dass ich tatsächlich der einzige Gast in der Hostería war – geschlafen habe ich jedenfalls wunderbar. In Cerro Castillo fuhr ich dann zuerst zum öffentlichen Telefon, um wie vereinbart 3 Tage vor meiner Ankunft in El Calafate DHL Bescheid zu geben – gestern Abend war das DHL-Büro bereits geschlossen. Die Dame meinte, dass es wohl einige Tage dauern werde, bis das Paket in El Calafate sei, da Tierra del Fuego eine Sonderprovinz sei und die Lieferung deshalb wieder durch den Zoll müsse. Das hätte die blöde Kuh auch sagen können, als ich noch in Ushuaia war! Dann hätte ich ihr nämlich bereits da eine Adresse in El Calafate angegeben! Wofür steht eigentlich DHL? Dämliche, hoffnungslose Lieferverweigerer? Däumchendrehende, handlungsverweigernde Laferer? Dreiste, hemmungslose Lügner? Und dann nennt sich das ganze auch noch „Express“… Jedenfalls hoffe ich, dass das Paket bald schadlos und vollständig in El Calafate eintreffen wird.

Wenigstens wurde ich mit dem Wetter für diesen Ärger entschädigt: Meist Rückenwind und ein komplett wolkenloser Himmel. So gab es nicht diese abrupten warm/kalt-Wechsel wie in den vergangenen beiden Tagen, wenn sich eine Wolke vor die Sonne schob. Nach dem Grenzübergang hatte ich in Argentinien aber leichte Orientierungsschwierigkeiten, denn auf dem Distanzschild waren nur die kleinen Orte Richtung Süden angegeben. Habe ich da eine Abzweigung verpasst? Ich fuhr wieder 500 Meter den Berg runter, doch da war nur ein Feldweg, wo mir ein Traktor entgegenkam. Der Fahrer bestätigte mir dann, dass ich wieder zurück und weiter den Berg hochfahren muss. Nach bangen 5 Kilometern Anstieg kam dann endlich die Einmündung in die Ruta 40, wo ich nach Norden abbiegen konnte.

Die nächsten 40 Kilometer hatte ich dann wieder mal feinen Asphalt unter den Reifen, und mit dem Rückenwind ging es ziemlich flott voran. Nicht zu verachten war natürlich auch das Panorama, wo ich mit etlichen schneebedeckten Andengipfeln verwöhnt wurde – und auch die Torres del Paine waren klar zu erkennen. Und auf der anderen Strassenseite stocherten Flamingos im Wasser herum…

In Tapi Aike bog ich dann wieder auf den Ripio ab, wo es sich zumeist auch ganz gut rollte. Die meisten wählen aber wohl die wahrscheinlich durchgehend asphaltierte Route via Esperanza, welche dafür einiges länger ist. Jedenfalls habe ich auf den letzten 50 Kilometern gerade mal eine Handvoll Fahrzeuge gesehen.

Glücklich und zufrieden habe ich dann das Zelt zwischen trockenen Büschen aufgeschlagen – nur die Ameisen hatten weniger Freude, als ich offenbar einen Hering durch ihr unterirdisches Nest bohrte…

10.12.08, 106 km
Letzte Nacht hat es weniger abgekühlt als in den vergangenen Monaten. Deshalb habe ich auch die ganze Nacht den Schlafsack nicht geschlossen, sondern wie eine Decke benutzt. Dafür wartete dann ein Mückenschwarm auf mich, als ich das Zelt zusammenpackte. Eiligst nahm ich die letzten 12 Kilometer Ripio unter die Räder, bis ich wieder auf die asphaltierte Strasse einbiegen konnte – und damit auch in den Gegenwind. Dabei ging es in sanften Wellen ständig bergauf, was mein Tempo zusätzlich verminderte.

Nach 45 Kilometern nahm ich etwas windgeschützt in einem Graben das Mittagessen ein – und 1 Kilometer später hatte ich dann einen riesigen Abgrund vor mir. Auf 15 Kilometer durfte ich dann etwa 500 Höhenmeter vernichten. Doch auch da war strampeln im Gegenwind angesagt…

Die brennende Sonne, der immer stärker werdende, trockene Gegenwind und die bis El Calafate praktisch nie ebene Strecke setzten mir dann körperlich und mental brutal zu und liessen meinen Wasserverbrauch exponentiell steigen. Auf den letzten 40 Kilometern benötigte ich 4 Liter Flüssigkeit… Mit den letzten Tropfen erreichte ich erschöpft und völlig abgekämpft doch noch El Calafate, wo ich im Hotel los Glaciares „Libertador“ nach einem freien Bett fragte. Leider war alles schon komplett belegt, doch im Schwester-Hostal war noch was frei. So ist es auch kein Problem, dass DHL das Paket hoffentlich bald ins „Libertador“ liefert.

El Calafate, 11.12.2008
Gesamtkilometer: 6849


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