Der Galibier gab nochmals alles, um sich meiner zu entledigen: Zuerst gab es am Morgen noch einen Gutsch Regen, dann war es eiskalt in der Hรถhe, so dass man Dampfwolken beim Atmen ausstiess, und die letzten Kilometer zur Passhรถhe waren besonders steil. Aber schlussendlich bin ich ihm trotzdem den Buckel runtergefahren!
So ging es gleich weiter zum Col du Lautaret, dem wohl einfachsten Pass dieser Tour. Diesen erreichte ich nรคmlich direkt nach einer 8 Kilometer langen Abfahrt vom Col du Galibier! Das schwierigste an diesem Pass war, mit klammen Fingern die Lenkertasche zu รถffnen und ein Foto zu schiessen. Was wรคre ich da um Handschuhe froh gewesen… Immerhin verrichtete die Jacke einen ausgezeichneten Dienst, welche ich letzten Samstag am Aargauer Kantonalschรผtzenfest als Naturalgabe erlegt hatte!
Die Abfahrt ging dann weiter hinunter nach Brianรงon, wobei ich erst kurz vor Brianรงon in eine wรคrmere Luftschicht eintauchte. Das nahm ich dann auch gleich zum Anlass, das Mittagessen an einem netten Plรคtzchen einzunehmen.
Zwar immer noch mit Thermounterhemd, nun aber mit kurzรคrmligen Shirt bedeckt, wagte ich mich als Supplรฉment an den Col d’Izoard. 19.5 km geht es da ab Brianรงon hoch, und der Anstieg lรคsst sich praktisch zweiteilen. In der ersten Hรคlfte ist die Steigung moderat und enthรคlt sogar noch eine Abfahrt, dann fรผhrt eine steilere Gerade in die Serpentinen hinein, wo es dann durchwegs 8% steil ist. Aber ich muss schon sagen: Der Col’Izoard hat mir landschaftlich viel besser gefallen als der Col du Galibier.
3 Kilometer vor dem Gipfel steuerte ich auf einen Hungerast zu, doch mit einem Powerriegel konnte ich diesen rasch รผberbrรผcken und mich auch noch die restliche Distanz auf die Passhรถhe hinaufschleppen. Schlussendlich machte ich mich an die Abfahrt, welche nur einmal von einem lรคstigen Gegenanstieg unterbrochen wurde. Aber auf dieser Seite ist der Col d’Izoard noch steiler!
Nach 8 Kilometer Abfahrt erreichte ich dann Arvieux, wo ich noch eine kleine Bergankunft auf dem Weg zum Campingplatz hinlegte. Die etwa 2’500 Hรถhenmeter lassen mich heute Nacht sicher gut schlafen!
Zur Feier des Tages fuhr ich zum Nachtessen zum Restaurant, welches etwa 500 Meter vor dem Campingplatz liegt. Und da erlebte ich unglaubliches! Ich bestellte einen grรผnen Salat sowie eine Pizza ร la Raclette (mit Kรคse, Kartoffeln und Rohschinken) und nahm dann wie รผblich die Landkarte und den Kuli hervor, um die heutige Route nachzuzeichnen. Da ist zwischen Bestellung und Essenslieferung ja immer genug Zeit. Aber nicht hier! Ich hatte kaum den Kuli hervorgekramt, stand auch schon der grรผne Salat auf dem Tisch. Und nach etwa 3 Bissen war auch schon die Pizza da! Ich schรคtze, zwischen Bestellung und „Pizza auf dem Tisch waren keine 5 Minuten vergangen! Und das ging nicht nur bei mir so, sondern auch die 3kรถpfige Familie vor mir und die 8kรถpfige Gruppe daneben erhielten ihre Gerichte prompt nach der Bestellung! Und dabei wurde nicht mal gefragt, wer dieses oder jenes bestellt hat, sondern jeder kriegte sein Gericht vorgesetzt. Und die Qualitรคt vom Essen war fantastisch! Wer also mal in der Nรคhe von Arvieux am Col d’Izeran ist oder daran interessiert ist, wie man ein unglaublich enges Zeitmanagement in einem Restaurant umsetzen kann: Das „Le Jamberoute“ ist auf jeden Fall einen Besuch wert!


















