Wie vermutet hat es gestern Nacht wieder geregnet. Der erste Schauer kam kurz nach 20 Uhr, und wenige Minuten vor Mitternacht zog ein heftiges Gewitter mit Blitz und Donner รผber das Hotel. Am Morgen herrschte dann wieder eitel Sonnenschein, und der Schweiss floss auch heute wieder in Strรถmen…
Nach dem Frรผhstรผck nahm ich zuerst den letzten Teil der Abfahrt aus dem Antholzer Tal unter die Rรคder – wobei es hier bei weitem nicht mehr so steil war wie weiter oben. Unten an der Kreuzung angekommen bog ich nach rechts Richtung Toblach ab. Da war die Strasse wiederum mit einem sehr feinen, angenehmen Belag ausgestattet – nur die vielen Kraftfahrzeuge mรผssten nicht sein.
Ich sah auf der anderen Bergseite einen Radweg, aber erst ein paar Kilometer spรคter konnte ich zu diesem gelangen. Sonst hรคtte ich wohl umkehren mรผssen, an der Kreuzung vorbei weiter ins Tal radeln und dann auf dem Radweg wieder bergauf fahren – das war es mir dann doch nicht wert!
Die verbleibenden Kilometer bis Toblach waren dann sicher etwas ruhiger, dafรผr aber auch mit mehr Hรถhenmetern als auf der Hauptstrasse. Aber das muss man bei Radwegen halt in Kauf nehmen…
Dafรผr war in Toblach gleich der Abzweiger fรผr den Radweg nach Cortina zu finden, und so fuhr ich am Langlaufstadion vorbei ins nรคchste Tal hinein. Nun ging es auf Schotterpiste weiter, und das blieb bis zum Ortseingang von Cortina so.
Der Radweg hinauf zum Dรผrrensee scheint ziemlich beliebt zu sein, denn es waren unglaublich viele Radfahrer und e-Biker unterwegs. Erst danach auf der Weiterfahrt zum Passรผbergang war ich fast wieder alleine – wo sind denn alle diese Zweiradfahrer hin? Fahren die „nur“ zum See hoch und dann wieder zurรผck?
Die Abfahrt von der Cimabanche nach Cortina war dann sensationell. Zuerst ging es durch einen mystischen Wald mit einem Bach ohne erkennbare Fliessgeschwindigkeit, spรคter durch 2 Tunnels und schlussendlich noch fast direkt unter gigantischen Felsen entlang.
Die Tunnels wurden sicher nicht fรผr den Radweg gebaut, sondern eine bestehende Strecke wurde umgenutzt. Zuerst dachte ich, dass das vielleicht die alte Passstrasse war. Als es dann aber immer mit dem gleichbleibenden Gefรคlle ohne Kehren das Tal hinunterging hatte ich eine andere Erklรคrung: da muss frรผher ein Eisenbahngeleise gelegen haben! Als ich Cortina erreicht hatte, sah das Gebรคude neben dem grossen Parkplatz jedenfalls typisch wie ein Bahnhof aus!
Es war zwar erst 14 Uhr, aber fรผr heute hatte ich genug. Und an Olympia-Orten habe ich sowieso noch nicht viel รผbernachtet. Wenn ich mich richtig erinnere, waren das bis jetzt St. Moritz, Oslo, Hamar (Lillehammer), Albertville, Paris, Mรผnchen, London und Garmisch-Partenkirchen vor ein paar Tagen – huch, das sind doch schon ein paar. Jedenfalls sitze ich hier nun in Cortina, zur Linken die Felsen der Tofana und zur Rechten die Cristallo-Gruppe.
Bis jetzt hat es nur bei der Ankunft in Cortina leicht geregnet, spรคter am Nachmittag hat es nur noch ein paar Mal gedonnert. Aber das Nass kommt bei dieser Hitze sicher noch diese Nacht…


















