Do 19.07.2007 | Oslo – Gjøvik

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Via

  • Slattum
  • Harestua
  • Jaren
  • Brandbu
  • Hågår
  • Eina

Infos

  • 132 km
  • 7:46 h
  • 4.00 l

Übernachtung

  • Jugendherberge

An der Rezeption der JH habe ich nochmals die Karte studiert (die JH liegt am Rand meiner Fahrradkarte, womit mir diese für die Weiterfahrt nicht mehr behilflich sein kann). Dann fuhr ich den Hügel hinunter, etwa 500 Meter nach Osten der Ringstrasse entlang, studierte nochmals die Strassenschilder, kehrte um und fuhr praktisch auf der anderen Seite der Strasse wieder den Hügel hoch… Laut Karte biegt die Strasse Nummer 4, welche nach Gjøvik führt, zirka 4 bis 5 Kilometer östlich der Jugendherberge nach Norden ab. Als ich dann aber die Schilder der Ringstrasse beobachtete, war beim Kreisel unterhalb der Jugendherberge Gjøvik angegeben zum abbiegen. Jedenfalls war meine Wahl richtig, und ich bekam nur noch einmal, nach etwas mehr als 20 Kilometern, einen Schrecken, als in „meine“ Richtung „Oslo“ angegeben war! Der Radweg bog dann allerdings ab…

Überhaupt sind auf der Strecke von Oslo nach Gjøvik viele Radwege angelegt oder über die alten Landstrassen ausgeschildert. Und die Natur ist ein Mega-Kontrast zu Dänemark: nicht mehr die riesigen Kornfelder, welche die sanften Hügel bedecken, sondern eine abwechslungsreiche Umgebung mit Wäldern, Seen, Bergen, farbenreichen Blumen, saftig grünem Gras – einfach herrlich! Vor allem erscheinen mir die Gewässer hier in Norwegen viel dunkler, mystischer als in Dänemark. Manchmal wusste ich gar nicht mehr, wo ich überall hingucken soll, so viele schöne Sachen gab es zu sehen!

Auch von der Verpflegung her gefällt mir Norwegen besser als Dänemark: hier sind die Supermärkte wieder offensichtlich zu finden. Und die verkaufen einerseits Brot, das bereits schon in Scheiben geschnitten ist, und andererseits etwa 30 cm lange Brötchen, aus denen sich – mit Tomaten und Schinken oder Salami belegt – hervorragende Sandwiches zum Mittagessen machen lassen!

Als ich vom Mittagessen-Rastplatz nach Harestua zum Fahrrad zurückkam, stellte ich dann aber mit Schrecken fest, dass meine 1 Liter-Flasche fehlt! Vom Rastplatz über der Strasse hatte ich während dem ganzen Mittagessen aber niemanden beobachtet, der sich am Velo zu schaffen gemacht hätte. Nachdem ich im danebenliegenden Gebüsch nichts gefunden habe, fuhr ich schweren Herzens weiter. Umso mehr war ich froh, dass ich in Frederikshavn und tags zuvor in Oslo noch zwei 1.5 Liter-Flaschen gekauft hatte. So konnte ich die Tagesstrecke dann jeweils mit 4.5 Litern in Angriff nehmen, was mich während dem Tagesverlauf nicht zur Wassersuche nötigen sollte – und dies kann in der skandinavischen Einsamkeit ziemlich mühselig werden… Jedenfalls kam mir erst gegen Abend die Idee, dass ich beim Mittagessen zwei Flaschen mit zum Rastplatz genommen haben könnte, und die 1 Liter-Flasche demnach immer noch dort sein könnte…

In Jaren stand ich dann vor dem Problem, dass der Aufstieg zum 600 Meter hohen Pass für Fahrräder auf der 4 verboten ist. Nach meiner Karte befindet sich aber ein paar Kilometer weiter, in Brandbu, eine Nebenstrasse, die über die Bergkette führt. Dort angekommen, konnte ich aber keine entsprechenden Schilder finden. Also fragte ich einen Ladenbesitzer nach dem Weg. Dieser erklärte mir, dass es gleich die Strasse neben seinem Shop sei, die mich über den Berg führen würde. Also nahm ich diesen beschwerlichen Weg unter die Räder, welcher innerhalb von 4 Kilometern 270 Höhenmeter überwand! Dann war die geteerte Strasse zu Ende, und es ging auf Naturstrassen durch den Wald weiter. Plötzlich stand ich dann vor einer Weggabelung, ohne dass Schilder den richtigen Weg weisen würden! Soll ich links oder rechts? Beim ersten Mal entschied ich mich links, bei den zwei folgenden Gabelungen rechts…

Bin ich auf dem richtigen Weg? Muss ich wieder umkehren und dabei die ganzen gewonnenen Höhenmeter (mittlerweile waren es schon 450) wieder vernichten? Nun geht es den Berg runter – das wäre nochmals eine Stufe mühsamer, wenn ich wieder umkehren müsste! Wie war ich froh, als ich nach 10 Kilometern Fahrt wieder aus dem Wald kam und auf der gegenüberliegenden Seite wieder eine befahrene Strasse sah, die ich als die 4 nach Gjøvik identifizierte! Da machte das hinunterfahren zum nächsten See wieder richtig Spass!

Als ich dann Gjøvik erreichte, sah ich plötzlich das JH-Schild am Strassenrand, worauf ich den Lenker herumriss und abbog. Dann fotografierte ich noch einen der vielen Elche, die ich heute am Strassenrand sah. Leider waren alle schwarz auf weissem Grund mit einem roten Dreieck rundum… Die Strasse zur Jugendherberge wurde dann zur Naturstrasse und immer enger. Zudem sah die Gegend eher wie ein Wohnquartier aus. Nachdem ich eine Schleife gefahren und die geteerte Strasse wieder erreicht hatte, fuhr ich dann die nächste Strasse den Berg runter – und da war wieder ein JH-Schild, das den Berg hoch zeigt! Ich fuhr also wieder den Berg hoch – und da war die JH ganz versteckt in der Ecke. Schon zweimal bin ich daran vorbeigefahren und hab’s nicht gesehen…

Übernachtet habe ich dann in einer kleinen Wohnung, in der ich mein eigenes Schlafzimmer mit Blick auf die Stadt hatte. Die Wohnung hatte ein kleines Wohnzimmer, eine Küche, WC/Bad und noch 3 andere Schlafzimmer. Bis ich mich schlafen legte, hatte ich aber die ganzen Räumlichkeiten für mich alleine. So genoss ich wieder einmal eine Portion Teigwaren mit Bolognese-Sauce und liess mir nochmals den heutigen Tag durch den Kopf gehen.


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