Mo 17.08.2026 | Inch – Tralee

, ,

Via

  • Dingle
  • Connor Pass

Infos

  • 72  km
  • 4:25 h
  • 4.50 l
  • Camping
  • Woodlands Caravan and Camping Park
  • EUR 17.00

Strava

Mein Körper hat nach der gestrigen Regenetappe offenbar viel Schlaf benötigt; er liess mich meine Augen erst kurz nach 06.00 Uhr öffnen… Obwohl es in der Nacht nicht mehr geregnet hatte, war das Zelt immer noch patschnass. Die Schuhe auch, so dass die getrockneten Socken im Nu wieder nass waren…

Auch wenn ich mich mit der üblichen Morgenroutine beeilte, konnte ich erst um 07.45 Uhr losfahren. Ich wusste, dass es auf den ersten etwas mehr als 20 Kilometern bis Dingle Gegenwind haben wird – und dieser im Verlauf des Tages zunehmen wird. Immerhin: Als ich losfuhr, schien sogar die Sonne unter der Wolkendecke durch!

Die Strasse nach Dingle ging zuerst der Atlantikküste entlang, nach ein paar Kilometern drehte sie aber weg und es ging im Landesinnern der Halbinsel weiter. Als ich Dingle erreicht hatte, machte die Strasse rechtsum kehrt – also sollte ich ab jetzt Rückenwind haben! Dafür ging es gleich für mehrere Kilometer bergauf, denn es war der 410 Meter hohe Connor Pass zu überwinden. Das klingt nach einer geringen Höhe, aber man bedenke: der Fuss der Steigung ist nur wenige Meter über Meereshöhe.

Mit der Zeit konnte man die Passhöhe sehen, denn die Strasse zieht sich einer Bergflanke hoch, ohne eine einzige Serpentine. Beim letzten Kilometer vor dem Gipfel gab es noch ein entsprechendes Hinweisschild für die Radler mit der Zusatzinformation, dass die durchschnittliche Steigung nun 7.3 % betragen wird. Oben angekommen, Machte ich rasch Fotos in beide Richtungen und zog Thermounterhemd und Regenjacke an – nicht, weil es wieder regnete, sondern um mich in der Abfahrt nicht zu erkälten. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit habe ich das Shirt noch ausgewrungen, bevor ich es auf der schwarzen Packtasche befestigte…

In der Abfahrt wurde auch klar, warum es für Busse, längere (ich glaube, die Begrenzung ist bei 7 m) und breitere (1.80m) ein Fahrverbot gibt – die Strasse ist auf einem leicht kurvigen Abschnitt nur einspurig befahrbar. Da war ich echt froh, dass ich die Halbinsel „verkehrt“ umrunde, denn sonst hätte ich da wohl einen Stau produziert! Bald war ich genug weit unten, um die Oberkörperbekleidung wieder zu tauschen, und in den tieferen Lagen wurde das Shirt rasch trocken.

Nach dem Mittagessen entschied ich, heute nur noch nach Tralee zu fahren, und nicht 40 Kilometer weiter zum nächsten Campingplatz. Das würde mich in eine angenehm kurze Distanz für die morgige Etappe bringen, bevor der Regen am Nachmittag einsetzt – und danach eine machbare Etappe zur nächsten Kleinstadt. Nun, auf dem Campingplatz von Tralee habe ich diese Pläne über den Haufen geworfen…

Zuerst musste ich aber noch nach Tralee gelangen, was mit der flachen Strecke und dem Rückenwind nicht allzu schwierig war. Die grösste Herausforderung war eine Baustelle, da sie auch hier die Strasse komplett neu teeren. Durch die Baustelle hindurch konnte ich mit dem Auto vor mir fast bis zum Schluss mithalten, danach musste ich noch weitere etwa 200 Meter Tempo bolzen, bis ich neben die Strasse fahren und die Fahrzeuge hinter mir vorbeilassen konnte. Das dauerte fast 5 Minuten, bis alle vorbei waren…

In Tralee fuhr ich zuerst zum Tesco mit dem Gedanken, dass dies für einige Tage der letzte Tesco sein wird, den ich sehe, und danach auf den Campingplatz. Da mittlerweile die Sonne angenehm schien, trocknete ich zuerst das Zelt, bevor ich es aufbaute, und legte auch alle anderen Kleidungsstücke an die Sonne – inklusive die herausgenommenen Einlagen der Schuhe und die Schuhe mit herausgezogener Zunge!

Dann kam die Planung für morgen – und der Wetterbericht versprach nicht nur für morgen Nachmittag Regen, sondern für die nachfolgenden drei Tage fast durchgehend, unterbrochen nur durch heftigen Wind. Drei Tage im Zelt liegen betrachtete ich nicht als valable Option, aber eine einigermassen bezahlbare Übernachtungsmöglichkeit unter einem festen Dach war nicht ersichtlich – wenn ich mich nicht völlig abgelegen ohne Versorgungsmöglichkeit aufhalten will, muss ich mit einem vierstelligen Betrag für vier Nächte rechnen! Nach einigen Recherchen warf ich meine ursprüngliche Streckenplanung komplett über den Haufen – nach einer Vormittagsetappe werde ich morgen den Zug nach Cork besteigen und von dort aus weiterfahren; dort soll das Wetter nicht nur deutlich besser sein, sondern es gibt auch Unterkünfte mit vernünftigen Preisen, und das Zugticket kostet auch nur EUR 15.


Meine Lieblingsetappen

Mehr…

Gefahrene Route 2026


Newsletter

Möchtest du regelmässig über mein Fahrrad-Abenteuer per Mail informiert werden und zusätzliche Informationen erhalten? Dann freue ich mich auf deine Newsletter-Anmeldung!

Anmeldung…

Beiträge filtern


Back to top arrow