Die Wettervorhersagen haben heute wieder komplett versagt! Wie üblich in den letzten Tagen regnete es am frühen Morgen auf das Zelt – heute aber deutlich länger. Einer der konsultierten Wetterberichte war besonders konfus: Es wird kein Regen erwartet, aber der aktuelle Schauer endet in 15 Minuten (es wurde die Uhrzeit angegeben). 15 Minuten später dieselbe Anzeige, einfach dass eine neue Uhrzeit wieder in 15 Minuten angegeben wurde…
So las ich noch etwas im Zelt, und als das Zelt doch etwas abzutrocknen begann, packte ich alle Sachen – und als alles draussen war, kam der nächste Schauer… So brachte ich alle Packtaschen unter das Vordach der Campingküche, die gleich nebenan war, und las dort an einem Tisch weiter. Erst nach 8 Uhr liess der Regen wieder nach, so dass ich das Zelt patschnass einpackte, auf die schwarze Packtasche schnallte und kurz nach 08.30 Uhr losfahren konnte. Ich kam knapp 3 Kilometer weit, dann fand ich mich unter einem Baum wieder, das Ende des nächsten Regenschauers abwartend…
Outdooractive hat mir eine Seitenstrasse mit wenig Verkehr vorgeschlagen – dafür waren in knapp mehr als 4 Kilometern 300 Höhenmeter zu erklimmen, und manche der Rampen waren deutlich im zweistelligen Prozentbereich! Im letzten Teil fuhr ich zudem in die Wolkendecke, die sich auf die Bergkette gelegt hat; entsprechend nieselte es und mein Hemd war wieder nicht nur vom Schweiss genässt…
Die Abfahrt auf der anderen Seite war noch viel steiler, und mit meinen nassen Bremsen fuhr ich vorsichtig runter. Trotzdem gab es beinahe einen Unfall: Aus einer Hecke kam unvermittelt ein Huhn hervor, nur wenige Meter vor mir! Da war die Marge zu meinem Vorderrad nur ein paar Zentimeter, als ich bremsend daran vorbeischlidderte!
In Castlemaine bin ich schon vorgestern auf dem Weg nach Inch durchgefahren, heute verliess ich den Ort in Richtung Milltown, nun wieder für ein paar Kilometer auf der europäischen Rad-Route Nr. 1 in südlicher Richtung. Als der Radweg nach Milltown einen Rechtsknick machte, fuhr ich jedoch geradeaus; die knapp 5 Kilometer nach Killorgklin auf der Nebenstrasse und anschliessend parallel wieder zurück auf der N72 habe ich mir erspart und fuhr auf 600 Metern direkt zur N72.
Nun war Killarney das Ziel – aber bald war wieder ein unplanmässiger Stop notwendig, denn es begann wieder – für die Wetterexperten unerwartet – zu regnen. Und da es ringsum kreidenweiss war, habe ich mich in die Regen-Vollmontur gestürzt. 10 Minuten später konnte ich auch diese nassen Sachen zum Zelt auf die schwarze Packtasche binden…
5 Kilometer vor Killarney begann ein Radweg, der etwas abseits der Strasse bis in die Stadt hineinführt. Auch in der Stadt gab es Radwege, und ich folgte meiner Route fast bis ans Ende der Stadt. Ich hatte eine kleine Schleife in der Planung, auf der ich auch einen Blick auf den nahegelegenen See hätte erhaschen können. Aufgrund der späten Abfahrt und der Regenpausen stoppte ich aber viel früher und legte in einem Park meine nassen Sachen (Regenbekleidung plus Zelt) aus; mittlerweile schien die Sonne, so dass ich diese trocken wurden, während ich auf einer Parkbank etwas ass.
Danach fuhr ich zurück in die Stadt – Pferdekutschen sind hier der grosse Renner – und via Tesco zum Bahnhof. Dort war ich zuerst auf der falschen Seite und musste um das Gebäude herumfahren, um zum Perron zu gelangen. Der Bahnhofwärter sagte mir, wo ich mich platzieren soll, damit ich als erster in den Zug einsteigen kann – so musste ich im Wagen nur einen Koffer auf die Seite schieben, damit ich das Fahrrad auf dem Veloplatz abstellen konnte.
In Mallow musste ich umsteigen – Ankunft auf Gleis 3, Abfahrt auf Gleis 1 gemäss Online-Fahrplan. Also zum Lift (die Treppe hochtragen wäre sehr anstrengend gewesen), dieser war aber kürzer als das Fahrrad. Aber mit einem „Wheelie“ fand das Fahrrad Platz, ohne dass ich das Gepäck abnehmen musste. Runter schob ich das Fahrrad auf der Treppe, das war einfacher. Dort war aber angegeben, dass der nächste Zug nach Cork erst knapp 90 Minuten fährt, gemäss meinem Ticket aber in 20 Minuten. Ein Mitarbeiter klärte mich auf, dass es eine Gleisänderung gab und der Zug auf Gleis 2 abfährt – also wieder mit dem Lift hoch und die Treppe runter auf dasselbe Perron, auf dem ich angekommen bin…
In Cork liegt der Bahnhof gleich neben dem Hafen und ich fuhr zunächst noch etwas dem River Lee entlang, bevor ich zu meiner Unterkunft fuhr. Dabei handelt es sich um ein Studentenwohnheim, das während den Semesterferien zwischengenutzt wird. Hier nächtige ich nun hinter 5 Türen.
Die Planung für die nächsten Tage ist auch schon gemacht: Für die nächsten beiden Campingplätze habe ich Reservationsbestätigungen erhalten, der Dritte ist bereits gebucht und bezahlt – und ebenso die Fähre am Samstag nach Wales.
