Der Wetterbericht lag heute wieder ziemlich daneben! Dass es am frรผhen Morgen noch leicht regnen kann, das stimmte noch ungefรคhr – deshalb habe ich das Zelt auch nass eingepackt. Bis 15 Uhr sollte es trocken bleiben, danach gab es eine Wahrscheinlichkeit von 40 % fรผr 0.1 mm Regen und um 16 Uhr fรผr 0.55 mm. Da hatten sich aber schon vorher mehrere Millimeter รผber mich entleert!
In Adare ging es zunรคchst auf Nebenstrassen nach Rathkeale, wo eine Greenway auf mich wartete. Dabei handelte es sich um eine ehemalige Eisenbahnstrecke, die – dem Zustand des Belages nach – vor noch nicht allzu langer Zeit in einen Radweg umgewandelt wurde. Wenn nicht gerade eine schikanรถse Barrikade im Weg stand, damit die Autofahrer bei der Radwegรผberquerung ganz sicher Vortritt haben, kam ich zunรคchst ganz schรถn flott voran. Mit der Zeit musste ich jedoch immer kleinere Gรคnge auflegen, aber mit einem Blick auf das Hรถhenprofil konnte ich den Grund nicht nur erahnen, sondern auch erkennen: Es ging bergauf!
Auf der Abfahrt nach Abbeyfeale musste ich einen unplanmรคssigen Stop einlegen: Es begann wieder zu regnen, und ich musste die Vollmontur anziehen. Auch nachdem ich in Abbeyfeale unter dem Tesco-Vordach einen Pastasalat gegessen und anschliessend eingekauft hatte, regnete es immer noch. Erst am Ortsausgang konnte ich mich den Regenkleidern wieder entledigen – und da ging es gleich wieder bergauf. Da es sich nicht mehr um eine ehemalige Eisenbahnstrecke handelte, war die Steigung auch offensichtlicher zu erkennenโฆ
Ab Abbeyfeale fuhr ich nicht mehr auf dem Radweg, sondern kรผrzte รผber das gewรถhnliche Strassennetz ab. Und auf dieser Strecke gab es ziemlich viel Verkehr; da ich neben den gelben Seitenmarkierungen meine eigene Fahrbahn hatte, machte mir das fast nichts aus – das einzige Problem war, dass ich erst kurz vor dem Kulminationspunkt eine geeignete Stelle zum Wasser lassen fand und ich daher dieses „Zusatzgewicht“ auch hochpedalen musste.
Auf der Abfahrt ging es um Castleisland herum und danach weiter nach Farranfore. Dort wechselte ich auf eine schmalere Strasse mit etwas weniger Verkehr, um nach Castlemaine zu gelangen. Auf diesem Abschnitt begann es wieder zu nieseln, so wie bereits vor Farranfore. Ich setzte darauf, dass das wiederum rasch vorbei ist, doch dem war leider nicht so. Und mit der Zeit waren meine Kleider so nass, dass ein Wechsel in die Regenkleider auch nichts mehr gebracht hรคtte.
Kurz nach Castlemaine hรถrte zwar der Nieselregen auf – aber nur, um nun richtig zu regnen! Aber wie vor wenigen Tagen: Immerhin war das Wasser warm!
In Castlemaine traf ich wieder auf den Radweg, befuhr diesen nun aber in umgekehrter Richtung: also nicht in der Nord-Sรผd-Richtung wie bisher, sondern in Sรผd-Nord-Richtung. Morgen will ich in Castlemaine den Kreis wieder schliessen und sรผdwรคrts ziehen. Daher werde ich vielleicht auch den Solo-Tourer und die Familie, die mir heute entgegenkamen, in den nรคchsten Tagen wieder sehen.
In Inch stellte ich das Zelt im Regen auf dem Beach Campsite auf, vom Strand war aber erst am Abend etwas zu sehenโฆ Danach ging es rasch unter die Dusche, die hier wesentlich teurer ist als in Adare: Hier muss man 1 Euro bezahlen, damit man 3 Minuten Wasser bekommt – gestern waren es 50 Cents fรผr 7 Minuten. Nach der Dusche verzog ich mich zuerst ins Zelt und wรคrmte mich im Schlafsack, wรคhrend ich meine nassen Kleider im Zelt aufhรคngte. Spรคter liess ich aber noch 2 Euro spendieren und schmiss sie in den Wรคschetrockner. Und zur Feier des Tages – Etappe durchgestanden trotz misslichem Wetter – liess ich mir vom Pizzaservice noch eine Pizza bringen. Diese wurde bis zum Zelt geliefert.
Nun hoffe ich, dass morgen der Wetterbericht wieder akkurater ist und ich die Umrundung der Halbinsel fortsetzen kann!


















