In der Nacht gab es tatsächlich ein leichtes Nieseln, die letzten Tropfen gingen kurz nach 6 Uhr über mein Zelt. Die Aussenhülle vom Zelt war daher natürlich patschnass, so dass das Zelt heute nicht in der Packtasche verstaut wurde. Viel Niederschlag kann es aber nicht gegeben haben, denn man sah genau die Umrisse am Boden, wo etwas stand – sogar die Reifen vom Fahrrad.
Die ersten Kilometer ging es noch weiter durch das Kinzigtal, bis ich Gengenbach erreichte und dort kurz die Altstadt bewunderte.
Nun folgte ich zunächst der Badischen Weinstrasse, bis ich Lahr erreicht hatte. Dieser Radweg war mir aber zu anstrengend, denn die Weinberge konnten nicht nur von deren Basis betrachtet werden, sondern der Radweg ging immer wieder die Hügel hoch und dann durch die Rebberge. Also folgte ich nun zunächst den Radwegen entlang der B3, bis ich einen Abzweiger nach Rust sah. In Rust fuhr ich direkt am Europapark vorbei, aber ich machte mir auf dem Zweirad mein eigenes Vergnügen 😉
Nun fand ich den Rheintal-Radweg, dem ich weiter folgte. Als ich um 13 Uhr den Rhein tatsächlich erreicht hatte, machte ich zunächst ein kleines Nickerchen.
Dreiviertelstunden später stieg ich wieder aufs Velo, doch nun blies mir der Wind kräftig ins Gesicht. Auch das Wolkengebilde war ein böses Omen: Es stellte sich nicht die Frage, ob ich in den Regen komme, sondern wann. 16 Kilometer kämpfte ich mich dem Rheinufer entlang gegen die immer stärker werdenden Böen, und auf den letzten zwei Kilometern wurde die Luft immer feuchter. Ich war schon im Industrie-/Gewerbegebiet von Breisach, doch es war keine Möglichkeit zu sehen, um mich irgendwo unterstellen zu können. Also weiter, immer weiter! Ich kam in Breisach hinein, sah einen Park – und dort ein grosses, permanentes Zelt, das wie ein überdimensionaler Regenschirm aufgespannt ist. Dieses steuerte ich sofort an, fuhr hinein – und dann kam der heftige Regen! Da habe ich wirklich Glück gehabt!
Eine ganze Stunde harrte ich dort im Trockenen aus, was auf MAPS.ME als Weinfestgelände bezeichnet ist. Auf dem kleinen Podest breitete ich meine Picknickdecke aus und kramte meinen eBook-Reader hervor.
Gegen 16 Uhr begann die Strasse wieder abzutrocknen, so dass ich zum Bahnhof fuhr, dort einkaufte und dann über den Rhein fuhr. Beziehungsweise über den halben Rhein, denn ich befinde mich nun auf der Île du Rhin mit bestem Blick auf Breisach, aber auf französischem Boden. So wird das sogar eine Fünfländertour: Schweiz, Deutschland, Österreich, Tschechische Republik und Frankreich.


















