Mi 13.03.2013 | RN 143 km 597 – San Rafael

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Via

Infos

  • 78 km
  • 4:45 h
  • 3.00 l

รœbernachtung

  • Hotel

Als ich heute Morgen um 5 Uhr aufwachte, konnte ich dann noch 2 Stunden weiterdรถsen – dem Astrophysiker Harald Lesch sei Dank!

Allerdings wurde ich nachts auch manchmal unsanft aufgeweckt, indem Regentropfen auf mein Zelt niederprasselten. Nie viel, aber doch mehr, als ich an einem so trockenen und staubigen Fleckchen Erde zugetraut hรคtte. Nach dem Frรผhstรผck war es dann immer noch kรผhl und bewรถlkt. Da in der Ferne erste Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke drangen, zog ich nur ein Thermounterhemd zusรคtzlich zum kurzรคrmligen Shirt und den kurzen Hosen an. Hรคtte ich da gewusst, dass es die letzten Sonnenstrahlen sein werde, die ich heute sehe…

So fuhr ich dann auf leichten Wellen durch diese landschaftlich monotone Steppe, und ich hatte nicht das Gefรผhl, dass es wรคrmer wird – ganz im Gegenteil. Nach einer kurzen Essenspause packte ich dann mein langรคrmliges Trikotoberteil aus. Nach wenigen Metern Fahrt senkte sich dann noch die Wolkendecke, und fรผr die nรคchsten 15 Kilometer war auch noch leichter Nieselregen angesagt!

Unter diesen erschwerten Bedingungen gab es dann nur noch eine Devise: So schnell wie mรถglich San Rafael erreichen und dann mit einer heissen Dusche wieder Wรคrme in den Kรถrper pumpen! Dabei war es etwas diffus, wie weit es bis nach San Rafael ist – Meine beiden Karten und ein Strassenschild heute morgen nach einigen Kilometern wiesen 10 Kilometer mehr aus als die anderen beiden Strassenschilder, die ich gestern Nachmittag und heute Morgen kurz nach dem Start passierte. Sicherheitshalber entschied ich mich fรผr die lรคngere Variante (86 Tageskilometer) und wurde so positiv รผberrascht, die Stadt bereits nach 76 Kilometern zu erreichen – und dabei waren die letzten Kilometern erst noch auf einem separat angelegten Radweg, was ich in Sรผdamerika noch nicht oft angetroffen habe!

In San Rafael fuhr ich die Hauptstrasse entlang und hielt Ausschau nach Hotels, doch die waren nur vorher in den Vororten zu finden. Als ich dann die Abzweigung Richtung El Nihuil sah, folgte ich dieser Richtung, denn da will ich ja morgen hin. Dort sah ich dann auch bald ein Hotel angeschrieben, doch ich zweifelte noch, ob ich da wirklich รผbernachten kann. Infolge der Kreditkartenprobleme in den letzten Tagen habe ich mir ein Limit von 250 Pesos in bar fรผr die Nacht gesetzt, und dieses war deutlich darรผber. Aber siehe da, die Kreditkarte funktionierte wieder, und ich stellte mich sofort unter die heisse Dusche. Mal schauen, ob ich einer Erkรคltung entgangen bin…

Ich schaltete dann den Fernseher ein, und sah gleich weissen Rauch im fernen Rom aufsteigen. Ich verfolgte die Berichterstattung eine Stunde, bis es den Reportern fรถrmlich die Sprache verschlug: einer ihrer Landsleute zeigte sich auf dem Balkon zum Petersplatz!

Ich spazierte noch ein wenig durch die Stadt und erledigte die Einkรคufe (Juhui, die Kreditkarte funktioniert auch hier!). Dies dick eingepackt, denn es war immer noch ziemlich kรผhl. Und Morgen werde ich wohl auch die langen Hosenbeine montieren, denn es soll erst in 2 Tagen wieder etwas wรคrmer werden.


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