Langsam nähert sich mein Schlaf der aktuellen Zeitzone an – heute morgen konnte ich erst ab 5 Uhr nicht mehr weiterschlafen…
Dafür war es dann um 8 Uhr, als ich losfuhr, draussen überraschend frisch. Da hätte ich vielleicht im Hotelzimmer ein Fenster öffnen sollen, denn da herrschte trotz Ventilatorbetrieb die halbe Nacht eine grosse Hitze! Am Vormittag waren die Temperaturen dann auch ganz angenehm, und die Strasse führte oft durch Alleen.
Nach etwas mehr als 40 Kilometern fuhr ich in Pareditas dann geradeaus, denn ich wollte eigentlich die Pampa del Diamante durchqueren, um dann via El Nihuil nach San Rafael zu gelangen. Aber eben – eigentlich. Es begann gleich ein Schotterabschnitt, wobei auch sehr viel Sand dabei war. Entsprechend tiefe Spuren hinterliess ich mit meinem Fahrrad… Das Tempo war zu Beginn noch im tiefen zweistelligen Bereich, und reduzierte sich dann allmählich Richtung 5 km/h. Es ging zwar leicht bergauf, aber mir wurde bald bewusst: so ist die Pampa del Diamante nicht in 2 Tagen zu durchqueren. Aber mit meinen 13, 14 Litern Wasser war nicht mehr Zeit vorhanden.
Was nun? Soll ich weiterfahren, solange es geht, und dann per Auto-/Lastwagenstopp den Rest hinter mich bringen? Oder darauf hoffen, dass der Untergrund besser wird und ich es doch noch schaffen werde? Oder umkehren, auf der geteerten Strasse direkt nach San Rafael vorstossen und dann von dort aus El Nihuil ansteuern?
Nun, dieser ehemalige Teilabschnitt der Ruta 40 hat mir meine Limiten aufgezeigt und ich verneige mich vor ihr. Derzeit bin ich aber (noch) nicht in Form, um mehr als 120 km Ripio durchzustehen. Also wendete ich nach knapp 8 Kilometern und fuhr zurück nach Pareditas. Immerhin kam ich auf dem Rückweg deutlich rascher voran…
Ich bog dann also ab auf die geteerte Strasse Richtung San Rafael. Da erwischte mich dann aber die glühende Sonne, und Schatten war ständig dringend gesucht! Bei einer der Pausen habe ich dann auch ein kleines Nickerchen eingelegt, aber rasch kam ich auch danach nicht mehr vorwärts. So wollte ich dann einfach nur noch mindestens 90 Kilometer zurücklegen, um Morgen auf „Schlagdistanz“ mit San Rafael zu sein. Das schaffte ich dann auch, und genau bei km 597 erspähte ich ein praktisches Plätzchen, um mein Zelt aufzustellen. Was ich auch tat, nachdem ich eine grosse Portion Spaghetti verdrückt hatte!


















