Heute morgen war das Zelt erstmals seit langem wieder etwas feucht, es hat tatsächlich ein kleines Tau gegeben. Da ich leicht verschlafen habe (ich wachte erst um 6.20 Uhr auf!), war der Start auch erst um 7.45 Uhr. Nach ein paar Minuten erreichte ich Neustadt an der Donau, wo ich mich wieder mit Lebensmitteln für den heutigen Tag eindeckte.
Die Strecke war heute überwiegend eben, nur vor Donauwörth machte der Radweg Abstecher in die Besiedelungen in etwas erhöhten Lagen. Aber nur selten war der Radweg direkt auf dem Donau-Damm angelegt, so zum Beispiel nach Ingolstadt oder bei der Umleitung nach Donauwörth. Der Untergrund war zudem auch auf den nicht geteerten Pisten sehr gut.
Von Vorteil war natürlich auch der Wind, der mich meistens unterstützte. Wie stark er war, spürte ich jeweils beim Überqueren der Donau. Ein Erlebnis wie gestern hatte ich allerdings nicht mehr, indem ich einen Tornado erblickte. Dieser entstand wenige Meter vor mir auf einer Anhöhe, erreichte aber nur eine Höhe von etwa einem Meter. Nach wenigen Sekunden hatte sich diese Windhose wieder aufgelöst.
Dafür hatte ich heute ein spezielles Erlebnis an einem Bahnübergang. Da die Schranken unten waren, trank ich etwas und prüfte meine Position auf der Karte. Da danach weder links noch rechts immer noch kein Zug zu sehen war, inspizierte ich die nähere Umgebung. Auf einem Hinweisschild war zu lesen, dass es infolge Bauarbeiten zu längeren Wartezeiten kommen kann – na dann mal danke! Daneben war noch ein gelber Kasten montiert mit dem Hinweis, dass man zum Öffnen der Schranke die Falle drücken soll. Und tatsächlich: kaum gedrückt, hörte ich ein Summen und die Schranken gingen hoch! Hier scheint also die geschlossene Schranke der Normalzustand zu sein!
Morgens konnte ich die Wellen noch mit grossen Gängen durchdrücken, doch am Nachmittag hatte ich nicht mehr die Kraft dazu und kroch dann jeweils in den kleinen Gängen die Steigungen hoch. Sobald es aber bergab ging oder eben war, konnte ich viel Druck auf die Pedale geben. So wurde es schlussendlich die bisher längste Etappe dieser Tour – und ich fühlte mich bedeutend weniger müde als bei manch kürzerer Strecke.


















