Was war das für eine herrliche Nacht! Der Mond warf seinen Schatten, der Himmel war sternenklar – und es war so warm, dass ich am Zelt bis auf das Moskitonetz alles offen hatte. Einfach traumhaft!
Heute legte ich dann früh los. Um 06.30 Uhr startete ich im Mondschein mit dem Frühstück, Sonnenaufgang war dann eine Stunde später. Kurz vor 8 Uhr rollte ich vom Zeltplatz die 6 Kilometer bis zum Parkausgang, wobei ich dann auch noch Marras „jagte“. Die hätten ja schon viel früher von der Strasse gehen können… Vor dem Park sah ich dann nochmals ein Marra, welches sich sonnte und für die Kamera posierte.
Dann ging es die letzten 10 Kilometer zurück bis zur gestrigen Einmündung und dann weiter Richtung San Juan. Heute hatte ich wiederum ein tolles Tempo drauf – doch ich befürchtete, dass ich dann in der Mittags- und Nachmittagshitze nur noch fast kriechend vorankommen werde… Allerdings fühlte ich mich auch um die Mittagszeit noch viel besser als gestern, und ich konnte auch nach 100 Kilometern die Geschwindigkeit bei ungefähr 20 km/h halten.
Da hatte ich die Provinzgrenze von San Luis – wiederum mit imposantem Tor markiert – längst hinter mir gelassen und war in der Provinz von San Juan unterwegs. Auch landschaftlich gab es da einen abrupten Wechsel: Die Bäume waren weg, die Vegetation sehr dünn und viel nackter Boden zu sehen. Erst nach etlichen Kilometer nahm der Bewuchs wieder zu, wozu erfreulicherweise auch Bäume gehörten.
Hier gibt es die eine oder andere Ziegenherden, und deren Verkehrsverständnis ist völlig verdreht. Ich hielt mal an, um eine am Strassenbord grasende Herde zu fotografieren, und in dieser Zeit fuhren 3 Lkw’s durch. Jeder einzelne musste wie verrückt hupen, damit sie wenigstens ein bisschen von der Strasse gingen. Doch die Fahrer mussten trotzdem bremsen, denn die Ziegen liessen sich nicht aus der Ruhe bringen. Dann kam ich mit dem Fahrrad – und Schwupps, waren die Ziegen 15 Meter und mehr neben der Strasse!
Es war zwar erst nach 14 Uhr, doch nach knapp 115 Kilometern hielt ich an, weil ich einen idealen Zeltplatz ausgemacht hatte. So etwas wird es wohl bis San Juan nicht mehr geben, also hebe ich mir die verbleibenden 100 Kilometer für morgen auf… Der Platz ist mittels dichtem Gebüsch von der Strasse abgetrennt, und daneben steht ein grosser schattenspendender Baum. So hatte ich mein Zelt bereits um 15 Uhr bezugsbereit aufgestellt, knapp an der Schattengrenze, und hatte bis zum Sonnenuntergang um 19.30 Uhr einen Schattenplatz. Ins Zelt hinein ging ich aber erst kurz vor Sonnenuntergang, zuvor war es mir da doch noch zu warm. So verbrachte ich die Zeit in der Apsis mit dem Zurechtlegen der Route für die letzten Tage, Musik hören, ein bisschen Schlafen – und dann natürlich mit dem Nachtessen: Wie gestern eine grosse Portion Spaghetti!
Morgen noch die letzte Flachetappe nach San Juan, und dann versuche ich mich an den Anden!


















