Gestern Nacht kam in Zweisimmen praktisch kein Regen runter, weshalb heute Morgen nur die Dächer etwas feucht waren – die Strassen waren bereits trocken. Warm war es auch, weshalb ich froh war, dass in Grubenwald der erste Abschnitt vom Anstieg des Tages noch im Schatten lag. Doch bald kam die Sonne über den Berg, so dass ich auf dem steilen Strässchen arg ins Schwitzen kam.
Zum Glück nutzten nur wenige Automobilisten diese Strasse, denn meistens war kreuzen nur möglich, wenn ich ganz an den Rand fuhr und anhielt. Den Berg hinunter kamen glücklicherweise nur rücksichtsvolle Bauern, welche mit ihren Milchkannen ins Tal fuhren.
Vor dem finalen Schlussaufstieg gab es die erste kurze Verschnaufpause in einer kleinen Abfahrt – und dann stand ich auf der 1’851m hohen Meiebergalp. Trotz der grossen Anstrengung erreichte ich diese wesentlich besser als der Opel der Jurassier, welche mich kurz zuvor überholt hatten. Dieser ging auf dem Parkplatz in einer grossen Dampfwolke unter – und auch als ich meine Gipfelfotos gemacht hatte und wieder weiterrollte, waren sie immer noch mit Motor laufen lassen und Heizung anschalten damit beschäftigt, die Kühlung wieder in einen normalen Temperaturbereich zu bringen…
Nach ein paar hundert Meter Abfahrt legte ich trotzdem wieder eine Pause ein und genoss bei herrlichem Panorama mein Mittagessen. Dabei sah ich auch wieder mal das Fleckchen Erde, wo ich 1998 eine Woche lang die UO verbrachte – nur hatte es diesmal keinen Schnee…
Gemütlich konnte ich dann hinunter zur Talsohle vom Diemtigtal rollen, und von dort aus weiter bis Oey. Erst danach musste ich wieder in die Pedale treten, um den Thunersee zu erreichen. Dessen Ufer folgte ich nach Interlaken, und unterwegs recherchierte ich in einer Pause die Campinplätze. Da ich aber schon kurz nach 14 Uhr Interlaken erreichte, fuhr ich zuerst zur Talstation der Standseilbahn zum Harder Kulm.
Oben angekommen, genoss ich die Ausblicke über Thuner- und Brienzersee sowie die Jungfrau-Region – doch sah und hörte ich im anderen Tal Richtung Zentralschweiz auch das nahende Gewitter. So buchte ich rasch ein Hotel in Interlaken, und nach der Talfahrt fegte schon der typische Wind, welcher einem Gewitter vorausgeht, durch den Ort. Etwa um 17 Uhr checkte ich ein, und 30 Minuten später öffneten sich die Himmelsschleusen…
Leider verspricht der Wetterbericht nach morgen abend nichts Gutes – mal schauen, wie weit diese Reise noch gehen wird. Aber eine ungewöhnliche Radroute will ich morgen noch in Angriff nehmen!


















