In der Nacht hat es weiter geregnet, weshalb wenig รผberraschend die Strasse heute morgen nass war. Die Nebelschwaden lagen zudem รผber dem Tal, so dass die Luftfeuchtigkeit sehr hoch war. Dennoch wagte ich mich aufs Rad mit dem minimalen Ziel, wenigstens Adelboden zu erreichen. Das Risiko war relativ gering, da ich bei einsetzendem Regen immer hรคtte umkehren und wieder zurรผckrollen kรถnnen.
Die zusรคtzliche Wasserkรผhlung kam dann aber erst im Dorfzentrum von Adelboden. Mit viel Mรผhe schaffte ich es, auch am letzten Hotel vorbeizufahren und somit die Etappe fortzusetzen.
Der Regen hielt bis zur Gondelbahn-Zwischenstation Bรคrglรคger an. Dennoch packte ich den Regenschutz nicht aus, da ich sonst nur unnรถtig geschwitzt hรคtte. Zudem war es eher ein stรคrkeres Nieseln als Regen, so dass ich mehr feucht als nass wurde.
Als die Luftfeuchtigkeit wieder abnahm, wurde es trotz zunehmender Hรถhe sofort wieder wรคrmer, und wenig spรคter zeigten sich auch ein paar blaue Fleckchen am Himmel.
So richtig steil wurde es ab Geils, wo die Strasse sicher deutlich steiler als 10% die Skipiste hoch fรผhrte. Da war deshalb auch dann und wann eine Pause gefragt – einmal auch auf einer ausrangierten Sesselbahn-Kabine, welche in einer Kurve augestellt worden war.
Dann galt es noch die letzten Kehren zu nehmen, und bereits um 11:30 Uhr erreichte ich den 1’950 Meter hohen Hahnenmoos-Pass. Nach einer Stรคrkung im Bergrestaurant fuhr ich auf die steile Schotter-Piste, welche zum 300 Meter tiefer gelegenen Bรผhlberg hinunterfรผhrte. Glรผcklicherweise hatte die Sonne ihre Arbeit schon verrichtet, so dass der lose Untergrund trocken war.
Ab Bรผhlberg war die Strasse wieder geteert, und ich konnte etwas entspannter nach Lenk hinunterfahren. Von dort aus waren es dann nur noch etwas mehr als ein Dutzend Kilometer im Gegenwind, bis ich vor 14 Uhr in Zweisimmen mein Quartier bezog. Aufgrund des Wetterberichtes entschied ich mich wiederum fรผr ein Hotel – zudem kann ich hier auch besser die Kleider waschen und trocknen.
Nun schaue ich noch den Profis zu, wie sie an der Tour de France รผber die Alpenpรคsse hetzen.


















