Di 27.01.2009 | Hornopirén – Puerto Montt

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Sa 24.01.2009

  • Hornopirén –
    Hornopirén
  • 0 km
  • 0 Hm
  • 0:00 h
  • 0.0 l
  • Hostería

So 25.01.2009

  • Hornopirén –
    Puelo
  • 94 km
    davon unasphaltiert: 94 km
  • 1’549 Hm
  • 7:46 h
  • 5.5 l
  • Zelt

Mo 26.01.2009

  • Puelo –
    Ensenada
  • 79 km
    davon unasphaltiert: 47 km
  • 999 Hm
  • 6:15 h
  • 5.5 l
  • Hospedaje

24.01.09, 0 km
Gestern Nacht begann es zu regnen – und auch heute schüttete es praktisch den ganzen Tag wie aus Kübeln. Deshalb blieb ich den ganzen Tag innerhalb der Hostería im Trockenen und verfolgte wieder mal die Wintersport-Anlässe im Live-Ticker. Ich hoffe, dass das Wetter morgen dann wieder besser sein wird.

25.01.09, 94 km
Das Warten gestern hat sich gelohnt, denn heute war wieder bestes Wetter! Da es am Morgen aber doch noch etwas kühl war, habe ich eine neue Kombination bei der Bekleidung gewählt: Thermo-Unterhemd mit Kurzarmhemd. Diese Kombination hat sich heute auf jeden Fall bewährt!

Doch gleich nach dem Dorfausgang in Hornopirén zeigten sich die ersten Schweissperlen auf meiner Stirn, denn es ging in kurzer Zeit von Meereshöhe auf 120 Meter hinauf. Nach 15 Kilometern war ich dann wieder auf Meereshöhe, um sogleich wieder auf 140 Meter hochzuklettern. Auch da kam dann mal wieder eine Abfahrt, doch nicht mehr ganz auf Meereshöhe hinunter. Dafür ging es dann in Wellen bis fast auf 250 Meter hinauf, bis ich dann nach knapp 50 Kilometern wieder auf Meereshöhe war. Auf dieser Berg- und Talfahrt ging es meist durch dichten Regenwald, so dass nicht viele Ausblicke möglich waren.

Nach 55 Kilometern bog ich dann von der Carretera Austral ab und nahm den Weg Richtung Puelo unter die Räder. Auch hier gab es die eine oder andere Steigung zu bewältigen, doch waren diese bis auf eine Ausnahme längst nicht so lang wie vorher. Die Ausnahme war wenige Kilometer vor Puelo, wo es sanft auf 140 Meter hochging. Da ich da die Distanz langsam in den Beinen spürte, kam mir diese Steigung aber endlos vor, und ich freute mich, als ich die anschliessende kilometerlange Abfahrt nach Puelo in Angriff nehmen konnte. Kurz nach Puelo bog ich dann auf den Campingplatz ab und stellte mein Zelt auf.

Zur Vorspeise zu meinen Pasta mit Tomatensauce liess ich ein Paar Empanadas gefüllt mit Lachs im Magen verschwinden. Dass ich hier wohl im Zentrum der chilenischen Lachsproduktion bin, konnte ich den ganzen Nachmittag beobachten, da sich im Wasser ununterbrochen Lachsfarm an Lachsfarm reiht.

94 Kilometer ist eine der längsten Distanzen an einem Ripio-Tag. Das hat sicher nicht nur damit zu tun, dass ich die letzten Tage Kräfte sparen und Energie tanken konnte, sondern auch, dass die Strasse überwiegend in einem ausgezeichneten Zustand ist. Nur kurze Zeit war es mal holprig.

26.01.09, 79 km
Die Sonne erreichte den Camping-Platz erst um 9 Uhr, weshalb mein Zelt erst dann zu trocknen begann und sich der Start auf 10 Uhr verzögerte. Dann ging es in ständigem Auf und Ab dem Seno de Reloncaví entlang. Man könnte meinen, die Strassenbauer wussten nicht, wie man eine ebene Strasse baut…

Der Belag war zwischendurch auch nicht gerade vom feinsten, und auf einem Stück war man gerade dabei, frische Erde aufzutragen. Dies wurde einem Reisecar zum Verhängnis, da dieser in einer Kurve abrutschte und quer über die Strasse stand. Da war wohl auch etwas Glück dabei, dass der Car nicht kippte und dann etwa 40 Meter tief ins Wasser stürzte! Mit der Baumaschine wurde dann versucht, den Car wieder aus seiner misslichen Lage zu befreien, wobei ich mich vor der Aktion am Fahrzeug vorbeizwängte und weiterfuhr. Erstaunt war ich aber schon, dass die Passagiere die ganze Zeit den Car nicht verlassen haben!

Kurze Zeit später kam mir ein Trio mit ihren Rädern und Gepäck entgegen; auf dieser Nebenstrasse bin ich also doch nicht der einzige Reiseradler…

Am Ende des Fjords ging es dann wieder mal auf Asphalt weiter, zuerst bergauf, dann schön im Tal entlang – bis die Strasse erneut anstieg. Von Meereshöhe quälte ich mich ewig lange auf 183 Meter hoch, bis ich mich wieder in die Abfahrt stürzen konnte. Es war dann nochmals ein Anstieg zu bewältigen, bis ich den majestätischen Vulkan Osorno erblicken konnte. Dieser hebt sich fast in einer perfekten Kegelform vom Gelände ab und ist mit einer Schneekappe bedeckt. Gleich am Fusse dieses Vulkans liegt Ensenada, wo ich heute Halt machte. Sollte der Vulkan heute Nacht ausbrechen, werde ich sicher nicht viel davon mitbekommen…

Ins nahegelegene Restaurant lief ich dann zum Nachtessen, und als ich beim Dessert war, hörte ich wieder mal Schweizerdeutsch. Ich setzte mich dann zu Hannes und Aaron aus dem Bündnerland – und wenig später waren wir dann zu fünft. Im Restaurant hatte es aber immerhin auch noch 2 spanischsprechende Gäste…

Di 27.01.2009

  • Ensenada –
    Puerto Montt
  • 63 km
  • 567 Hm
  • 4:10 h
  • 3.0 l
  • Hospedaje

27.01.09, 63 km
Kein Vulkanausbruch letzte Nacht, also weiter auf der Radtour…

Den Osorno im Rücken folgte ich dem Südufer vom Lago Llanquihue bis Puerto Varas. Die ersten 10 Kilometer waren noch eben, doch dann folgte wieder ein ermüdendes Auf und Ab. Der Gegenwind brachte dann auch noch dunkle Wolken, wobei es glücklicherweise nur kurz tröpfelte.

Obwohl ich gestern abend zwei Hauptgänge zum Nachtessen und heute ein reichhaltiges Frühstück hatte, fühlte ich mich schlapp. Ob ich wohl zuwenig geschlafen habe letzte Nacht? Bei soviel Schweizern gestern wurde es etwas später, bis ich schlafen ging, so dass ich mit 6.5 Stunden Schlaf etwa 2.5 bis 3 Stunden weniger lang am Kissen horchte als üblich.

Auf den 20 Kilometern von Puerto Varas bis Puerto Montt schien zwar wieder die Sonne, aber die Berg- und Talfahrt wollte nicht aufhören. Zudem herrschte hier noch mehr Verkehr als am Südufer vom Llanquihue – soviel Verkehr habe ich seit Monaten nicht mehr gesehen. Wahrscheinlich haben mich heute von Ensenada nach Puerto Montt mehr Fahrzeuge überholt als insgesamt auf den über 2‘000 Kilometern von Punta Arenas nach Ensenada!

In Puerto Montt hatte ich dann ein paar Schwierigkeiten, das angestrebte Hospedaje zu finden. Mehrmals studierte ich die kleine Karte in meinem Reiseführer, um meine Position zu bestimmen, und als ich dann wieder mal an einer Kreuzung ohne jegliche Schilder stand, war die grosse Frage: links oder rechts? Nachdem sich eine Autokolonne hinter mir gebildet hatte, wählte ich rechts – und hielt gleich wieder an, da genau in der Ecke das Hospedaje steht…

Puerto Montt, 27.01.2009
Gesamtkilometer: 8373


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