Di 23.06.2026 | Bantzenheim – Obernai

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Via

  • Fessenheim
  • Neuf-Brisach
  • Markolsheim
  • Sélestat
  • Dambach-la-Ville

Infos

  • 95 km
  • 6:17 h
  • 9.00 l
  • Zelt
  • Camping Le Vallon de l’Ehn
  • EUR 11.00

Strava

Scherben sollen Glück bringen – aber sicher nicht in Form einer zerborstenen Autoscheibe auf dem Radweg! Zu spät konnte ich dieses Ärgernis erkennen, umfahren wäre sowieso unmöglich gewesen – und 35 km und 3 Platten später habe ich die letzten Glassplitter mit dem Sackmesser aus dem Pannenschutz meines Hinterreifens gekratzt (so hoffe ich jedenfalls!). Bei diesem letzten Platten bei Tageskilometer 45 habe ich auch gleich noch den Hinterrad- und den Vorderradreifen getauscht, denn vorne ist deutlich weniger Gewicht drauf als hinten.

Mein Plan, in den frühen Morgenstunden möglichst viele Kilometer hinter mich zu bringen, war somit rasch obsolet. Erst ab 13.00 Uhr war ich wieder plattenfrei unterwegs – und die Sonne heizte schon ab 8 Uhr mächtig ein. Da war ich froh, dass ich am Morgen noch dem Rhein-Rohne-Kanal entlangfuhr, wo es mit den Bäumen und dem Gebüsch noch schattig war.

Am Nachmittag ging es dann über das offene Feld in Richtung Sélestat. Dort neigte sich der Inhalt der dritten und letzten 1.5l-Flasche langsam aber sicher dem Ende entgegen. Also gab ich im Ortszentrum bei Organic Maps „Wasser“ ein – und nur 61 m weiter gab es einen öffentlichen Trinkwasserspender! Mit vollen Flaschen fuhr ich weiter, nun in Richtung Rebberge. Der Name sagt es bereits, es blieb nicht mehr flach… Ich mühte mich in den kleinsten Gängen die Hügel hinauf und ruhte mich bei jeder Gelegenheit an einem Schattenplatz aus. Nur um 15 Uhr gab es für ca. 30 Minuten mehr Schatten: Mit Donnergrollen schoben sich Wolken vor die Sonne, und die Temperatur fühlte sich sofort ein paar Grad niedriger an. Immerhin blieb ich heute vom Regen verschont!

In einer Schattenpause liess ich mir die verbleibende Distanz zu meinem geplanten Etappenziel Wasselone anzeigen – aber sofort war mir klar, dass diese 44 km heute bei mir nicht mehr drin liegen. Zu sehr zehrt die Hitze an meinen Kräften (das kann der einzige Grund sein, warum ich nicht wie Pogacar durch die Gegend fliege!). Aber von der Planung vor ein paar Monaten hatte ich mir auch den Campingplatz von Molsheim angeschaut – und diese 29 km sollten doch ab 16 Uhr noch zu schaffen sein, oder?

Nun: nein! Etwas nach 18 Uhr liess ich auch dieses Ziel fallen. Gemäss Organic Maps wären es noch 11 km dorthin gewesen, ich entschied mich aber für den näheren Platz in Obernau. Dazu musste ich zwar ein paar Hundert Meter zurückfahren, aber ich muss ja nicht schon am zweiten Tag masslos übertreiben! So sicherte ich mir einen Stellplatz, nahm rasch eine Dusche und ging dann zum Food-Truck eine Pizza essen, bevor ich das Zelt aufstellte. So werde ich diese Nacht erstmals in dieser Tour im Zelt schlafen, denn gestern blieb es bei Open-Air. Nachdem ich die Zeltunterlage, auf der ich Isomatte und Schlafsack ausgerollt hatte, mit Insektenspray behandelt hatte, liessen mit letzte Nacht auch die Ameisen in Ruhe!


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