Di 07.10.2008 | Formosa – San Justo

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Mi 01.10.2008

  • Formosa –
    Vélaz
  • 71 km
  • 30 Hm
  • 3:53 h
  • 4.00 l
  • Hotel

Do 02.10.2008

  • Vélaz –
    Resistencia
  • 105 km
  • 115 Hm
  • 6:32 h
  • 5.00 l
  • Hotel

Fr 03.10.2008

  • Resistencia –
    Las Toscas
  • 118 km
  • 130 Hm
  • 5:41 h
  • 5.00 l
  • Hotel

01.10.08, 71 km
Das Frühstück war wenig ergiebig: gerade mal 2 Mini-Gipfeli wurden hingestellt. Deshalb legte ich bereits nach 25 km eine Pause ein und ass den Rest vom Fleischkäse, den ich gestern beim Mittagessen nicht mehr essen mochte.

Sonst war eigentlich alles wie gestern – nur ein paar Büsche und andere Bäume hatte es noch. Zudem war es im Vergleich zu den letzten Tagen deutlich kühler: nur 25 Grad! In den Beinen spürte ich aber den Kampf gegen den Wind von gestern – und wohl auch die kurze Nacht, da ich gestern Abend noch lange im Internet war, um die Homepage zu aktualisieren. Doch ich hatte ja keine Eile und konnte es ganz gemütlich nehmen, denn bis zur nächsten grösseren Ortschaft, Resistencia, sind es 170 km, was sowieso nicht an einem Tag zu bewältigen wäre mit diesen Windverhältnissen.

Um halb eins erreichte ich Vélaz. Der Dorfeingang liegt genau hinter einer permanenten Polizeikontrolle, und gleich das erste Haus war ein Comedor. Ich fragte die Wirtin, ob es im Dorf eine Unterkunft geben würde, uns sie führte mich gleich 4 Häuser weiter, wo ganz versteckt eine Klingel ist. So habe ich im Haus gegenüber ein Zimmer bekommen – und ging anschliessend in den Comedor ein paar feine Empanadas essen.

Den Nachmittag nutzte ich zur gründlichen Veloreinigung – es sammelt sich in dieser Gegend immer Dreck an – und zur Entspannung. Argentinien hat fernsehtechnisch ja einiges zu bieten: Die 30 Kanäle hier sind das absolute Minimum…

02.10.08, 105 km
Im Vergleich zu den letzten Tagen gab es 2 Unterschiede: Einerseits waren die Wolken weg und den ganzen Tag über schien die Sonne. Andererseits hatte der Wind aufgedreht und wehte mir einiges kräftiger ins Gesicht. Ich hoffe, dass dieser nicht durchgehend bis Ushuaia diese Richtung und Stärke beibehält, denn sonst wird es ganz hart! Ein paar Höhenmeter mehr waren auch zu überwinden – es gab 3 oder 4 Brücken, welche leicht erhöht kleine Flüsse überspannten.

In Resistencia fuhr ich auf der Avenida 25 de Mayo in die Stadt – eine Strasse oder mindestens ein Platz mit diesem Namen gibt es in Argentinien in jedem Ort. In der Schweiz wäre die 1. August-Strasse wohl zu patriotisch – und der 12. Dezember-Platz zu politisch…

Kurz vor dem Zentralplatz – auch den gibt es überall – sah ich ein Schild, welches ein Hotel anzeigte. Ich fuhr dennoch bis zum Platz und einmal ringsum, um mir das mal anzusehen. Danach zurück zum Hotel – doch ich war zu früh dran. Um 15.30 Uhr können sie noch nicht sagen, ob es ein Zimmer frei hat – das geht erst etwa in 2 Stunden, wenn die entsprechende Person da ist. Und bis dahin durfte ich mein Fahrrad auch nicht einschliessen lassen, damit ich die Stadt zu Fuss hätte erkunden können. So fuhr ich halt ein paar Strassen weiter und logiere nun in einem anderen Hotel…

03.10.08, 118 km
Die ersten Meter waren ziemlich mühsam, da es durch den vielen Verkehr Stau hatte. Als ich die Avenida 25 de Mayo erreicht hatte, lief es besser. Dann auf die Hauptstrasse 11 Richtung Süden – und da ging es richtig ab! Mit Rückenwind pendelte sich das Tempo bei knapp 30 km/h ein – kann ich die 223 km bis Reconquista an einem Tag zurücklegen?

Nach knapp 30 km der erste Stopp: Ein Auto hat vor mir auf dem Seitenstreifen angehalten, und ich wurde auf schweizerdeutsch angesprochen. Beat Zimmermann wurde in der Provinz Misiones geboren und will sich jetzt in dieser Gegend niederlassen.

Danach ging es weiter auf dieser weiten Ebene – aber das Tempo reduzierte sich allmählich. Der Wind drehte sich langsam – und nach 60 km machte auch die Strasse eine Kurve, so dass nun für 25 km wieder Gegenwind-Verhältnisse herrschten. Da kam die nächste Richtungsänderung, so dass der Wind wenigstens nur noch von der Seite kam. Im Verlaufe des Tages änderte sich auch die Landschaft ein wenig – es war zunehmend Ackerbau-Tätigkeit festzustellen. So war es verschieden grün entlang der Strasse, und manchmal auch golden.

In Las Toscas gönnte ich mir an der Tankstelle ein Glacé und fragte, ob es im Ort eine Unterkunft geben würde. 20 Meter weiter habe ich im Hotel eingecheckt…

Das linke Auge scheint sich auch wieder besser zu fühlen: Vorgestern Abend und gestern morgen tränte es, nachdem ich wegen den Wolken ein paar Tage praktisch ohne Sonnenbrille unterwegs war. Da hatte mein Auge offenbar weniger Freude daran…

Sa 04.10.2008

  • Las Toscas –
    Villa Ocampo
  • 19 km
  • 10 Hm
  • 1:30 h
  • 2.00 l
  • Hotel

So 05.10.2008

  • Villa Ocampo –
    Reconquista
  • 81 km
  • 98 Hm
  • 4:27 h
  • 4.00 l
  • Hotel

Mo 06.10.2008

  • Reconquista –
    Calchaqui
  • 117 km
  • 131 Hm
  • 5:36 h
  • 5.00 l
  • Hotel

04.10.08, 19 km
Der Wind, der Wind… Luft wiegt ja praktisch nichts, doch wenn sie mit so grosser Geschwindigkeit entgegenkommt, kann sie einen zur Verzweiflung bringen! Und wer kam eigentlich auf die wahnsinnige Idee, den Lastwagen eine senkrechte Front zu konstruieren? Die daraus resultierende Bugwelle schmeisst einen jedes mal fast vom Rad, wenn so ein Ding entgegenkommt!

Deshalb habe ich heute die Fahrt nach weniger als 20 km in Villa Ocampo abgebrochen und in einem Hotel eingecheckt, das gleich an der Strasse liegt. Danach lief ich ins Zentrum, deckte mich mit Lebensmittel ein und ging noch rasch ins Internet.

Am Nachmittag hat der Wind zwar leicht nachgelassen, doch selbst beim Laufen muss man sich extrem gegen den Wind anlehnen!

05.10.08, 81 km
Beim Start heute morgen um 8 Uhr war es beinahe windstill – doch nur für kurze Zeit. Doch der Wind erreichte glücklicherweise längst nicht eine Stärke wie gestern!

Erstmals, seit ich wieder in Argentinien bin, waren ein paar von blossem Auge sichtbare Steigungen zu bewältigen, die nicht auf Brücken zurückzuführen sind. Doch die jeweils maximal 5 Höhenmeter stellten keine allzu grossen Probleme dar…

Gegen 1 Uhr erreichte ich Reconquista, wo ich bis morgen bleiben werde. Ein kleines Kartenstudium zeigte, dass ich gut in der Zeit liege und anfangs November bereits in Puerto Madryn sein könnte.

06.10.08, 117 km
Die Bedingungen zum velofahren waren heute super: Das Terrain ist immer noch absolut flach, es hatte erstaunlich wenige Lastwagen auf der Strasse, bei Sonnenschein hatte es angenehme 25 Grad – und vor allem kein Gegenwind! So kann man den Tag richtig geniessen…

Um die Ortschaft Vera herum kam mir mehrmals derselbe Ambulanzwagen entgegen bzw. überholte mich – der war wohl auf Patrouille. Und von Mal zu Mal liess der Fahrer die Sirene länger laufen…

Als ich in Margarita an der Tankstelle wieder mal ein Glace ass, sah ich noch die Nachrichten, Den Börsen scheint es heute nicht gerade gut zu gehen. Vielleicht überrascht Nestle mit einem tollen Ergebnis im 4. Quartal, da ich gerade eines ihrer Produkte gekauft habe… Zudem scheinen die Landwirte in Argentinien seit 4 Tagen wieder zu protestieren und Strassenblockaden zu errichten. Am Fernsehen kam ein Bericht aus der Provinz Santa Fe, in der ich mich nun auch befinde. So kann ich nun auch die Transparente und Flaggen in einen Zusammenhang bringen, die dann und wann entlang der Strasse zu sehen sind. Und die Menschenansammlung vor vier Tagen auf einer Kreuzung irgendwo im nirgendwo war wohl eine Auftaktveranstaltung.

In Calchaqui gab es eine Unterkunft gleich neben der Shell-Tankstelle. Das erste Mal seit 3 Tagen habe ich nun das Kabelschloss wieder benutzt: Bei den letzten Übernachtungen hatte ich das Velo gleich ins Zimmer nehmen können…

Di 07.10.2008

  • Calchaqui –
    San Justo
  • 106 km
    davon unasphaltiert: 10 km
  • 136 Hm
  • 6:30 h
  • 5.50 l
  • Hotel

07.10.08, 106 km
Bei einem so flachen Gelände ist der Wind zweifellos der entscheidende Faktor über das Tagesbefinden. Heute wehte er leider wieder aus Süden Richtung Norden. So war meine Position auf dem Velo meist tief gebeugt über dem Lenker.

Als der Verkehr kurz vor Mittag zunahm, entdeckte ich noch einen Feldweg direkt neben der Hauptstrasse. Dies war wohl die frühere Verbindungsstrasse, bevor sie auf 2 Spuren ausgebaut und asphaltiert wurde. Infolge der hier herrschenden Trockenheit war der Lehm auf dem Feldweg unglaublich hart und zudem meist auch mit einer glatten Oberfläche, so dass ein Unterschied zur Hauptstrasse kaum auszumachen war – ausser, dass ich diesen Weg für mich alleine hatte. So legte ich mehr als 10 km auf diesem Feldweg zurück.

Kurz vor San Justo sah ich ein Werbeplakat, welches ein Hotel vom Argentinischen Automobil-Verband (ACA) anpries. Da diese Kette in meinem Reiseführer empfohlen wird, habe ich dieses Hotel auch angesteuert – wobei ich wenige hundert Meter vorher Sekundenschlaf-Schwellen übersehen hatte und in voller Fahrt darüber ratterte. Da hat sich meine neue Packtechnik bewährt, die ich seit einigen Tagen anwende – gezwungenermassen. Die Gummizüge sind schon arg strapaziert, so dass diese nicht mehr lange durchgehalten hätten. Deshalb schnalle ich jetzt die grosse schwarze Packtasche an den roten Seitentaschen fest, und die Gummizüge müssen nur noch die Flagge sowie die dritte Wasserflasche festhalten. Damit fliegen die Seitentaschen nicht mehr zu Boden, sondern bleiben an der schwarzen Packtasche hängen. Etwas schwieriger war es halt nur, diese am Velo wieder einzuhängen, ohne die schwarze Packtasche entfernen zu müssen…

San Justo, 07.10.2008
Gesamtkilometer: 3021


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