Di 30.09.2008 | Cataratas del Iguazú – Formosa

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Fr 26.09.2008

  • Cataratas del Iguazú –
    Ciudad del Este
  • 49 km
  • 562 Hm
  • 3:08 h
  • 2.50 l
  • Hotel

Sa 27.09.2008

  • Ciudad del Este –
    Dr.J.E.Estigarribia
  • 115 km
  • 1’137 Hm
  • 6:39 h
  • 7.50 l
  • Hotel

So 28.09.2008

  • Dr.J.E.Estigarribia –
    Itacurubi
  • 129 km
  • 983 Hm
  • 6:23 h
  • 7.50 l
  • Hotel

26.09.08, 49 km
Heute morgen habe ich am Frühstücksbuffet nochmals richtig zugeschlagen: Diverse Brötchen mit Butter und Konfitüre, Orangensaft, Schoko-Milch, Milch mit Zucker, Joghurt, Ananas, Melonen und Papaya – so brauchte ich auch kein Mittagessen. Ich warf noch einen letzten Blick auf die Wasserfälle, bevor ich bei schönstem Wetter den Park verliess.

Nach etwa 15 km machte ich Halt beim Güira Oya, wo verletzte Vögel gepflegt und wieder in die Wildnis ausgesetzt werden. Da machte ich die 90minütige Tour mit, wo einzelne Arten in Käfigen gehalten und präsentiert werden. Danach verliess ich Argentinien – doch bald werde ich in dieses Land wieder einreisen. Brasilien diente wie schon vor 10 Tagen als Transitland, indem ich heute durch Foz do Iguaçu fuhr und direkt über die Puente de la Amistad in Paraguay eintraf.

Nach längerem hin und her, auf und ab kam ich in einem Resort unter, etwas ausserhalb von Ciudad del Este gelegen. Und so liege ich nun in der Hängematte und blicke hinab auf den Río Paraná.

Ein Millionen-Jackpot im Lotto lockt hier aber wohl kaum einen Hund hinter dem Ofen hervor: für 100 USD bekam ich 390’000 Guaraní!

27.09.08, 115 km
Auf den ersten Kilometern musste ich mich zuerst an das neue Tretgefühl gewöhnen: bei der gestrigen Anfahrt zum Hotel hängte ich mit dem linken Pedal an einer der letzten Temposchwellen an, als ich diese umfahren wollte. Da diese am tiefsten Punkt zwischen 2 steilen Hügeln installiert war, hatte ich ein relativ hohes Tempo – und das Pedal eiert jetzt ein bisschen. Von blossem Auge ist der Schaden aber nicht zu erkennen. Und im Verlaufe des Tages musste ich mich immer stärker darauf konzentrieren, wenn ich die Unwucht bei der Pedalumdrehung bemerken wollte. Da scheine ich ziemlich anpassungsfähig zu sein…

Auch die Erkältung von Jardín America habe ich längst hinter mir – die Iguazú-Wasserfälle haben die Nase durchgespült… A propos Nase: Da hatte sich vor etwa einer Woche die oberste Hautschicht verabschiedet. Nun sind die Arme und Beine dran, sich zu häuten…

Die Strasse ging heute vor allem geradeaus, Kurven gab es nicht so viele. Sanfte Hügel waren zu bewältigen, welche bei weitem nicht so hoch und steil waren als noch in der argentinischen Provinz Misiones. Und die Bäume, die hin und wieder die Strasse säumten, spendeten nicht wirklich Schatten, so dass das Thermometer bei leichtem Rückenwind deutlich mehr als 30 Grad anzeigte. Entsprechend hoch war heute der Wasserverbrauch, so dass ich mehr als 7 Liter in mich hineinschüttete.

Obwohl Samstag ist, hat es brutal viele Lastwagen auf der Strasse. In Paraguay ist das wohl ein gewöhnlicher Arbeitstag. Da war ich froh, dass es durchgehend einen asphaltierten Seitenstreifen gab. Ärgerlich war dabei nur, dass auf den ersten 30 km die Sekundenschlaf-Schwellen über den ganzen Seitenstreifen gezogen sind – da hat es öfters mächtig gerumpelt, wenn man kurz nicht aufgepasst hat oder es schlicht keine Umfahrungsmöglichkeit gab! Danach war in der Regel in der Mitte wieder ein Teil entfernt, was deutlich velofreundlicher ist!

Da in meinem Fahrradführer angegeben ist, dass es auf den 230 km bis Coronel Oviedo keine Übernachtungsmöglichkeit gibt, hatte ich mich auf eine Übernachtung irgendwo im Zelt eingestellt. Dann waren aber in praktisch jeder Ortschaft Hotelschilder zu sehen, und in Dr. Juan E. Estigarribia machte ich auch in einem Hotel halt. Interessant dabei ist, dass ich nur aufgrund einer Werbetafel vor dem Ort im „ALFF“ nach einer Unterkunft nachgefragt hatte – das Gebäude selbst ist nicht als solches angeschrieben…

Das Dorf scheint ein Agrozentrum zu sein, denn es gibt viele Estanzias mit Feldern vor dem Dorf und beim Dorfeingang auch einige Getreidemühlen.

28.09.08, 129 km
Gestern Nacht habe ich mich wieder leicht erkältet. Als ich um 23.00 Uhr nach 3 Stunden Schlaf aufwachte, hatte ich ein Kratzen im Hals. Da hat die Klimaanlage ganze Arbeit geleistet…

Früh schlafen zu gehen lohnt sich in Paraguay: Dieses Land liegt in der nächsten Zeitzone, so dass nun 6 Stunden Differenz zur aktuellen Schweizer Zeit liegen. Sonnenaufgang ist aber bereits vor 6 Uhr – und dies, obwohl erst Frühlingsbeginn war. Entsprechend früh ist es am Abend auch wieder dunkel. Die Paraguayer haben sich offenbar darauf eingestellt, so dass es in der Regel um 6 Uhr bereits Frühstück gibt. Deshalb nahm ich das heutige Tagespensum bereits kurz nach 7 Uhr in Angriff. Dabei unterstützte mich heute ein kräftiger Rückenwind, der mich über die Wellen trieb. So hatte ich die 80 km bis Coronel Oviedo nach bereits 4 Stunden Fahrzeit zurückgelegt! Angehalten hatte ich auf dieser Strecke nur zweimal: einmal musste ich die Wasserflasche wechseln, und das andere Mal wollte der Polizist an einer der Strassenkontrollen mehr über mich und meine Tour wissen. Von diesen Strassenkontrollen gab es heute einige, und die hatten es vor allem auf die LKW’s abgesehen. Bei jeder Kontrolle mussten sie ihre Papiere vorweisen und die Ladung wurde kontrolliert. Auch eine Möglichkeit, sonntags diese von der Strasse zu bringen…

In Coronel Oviedo machte ich beim ersten Parilla halt, den ich sah, und dieser offerierte – wie gestern bei ALFF – ein Buffet Libre. Verschiedene Salate, Teigwaren, Reis, Manioc – und natürlich viel Fleisch, welches auf einem speziellen Grill gebraten und warm gehalten wird – standen zur Auswahl. Essen kann man, soviel man will – bezahlt wird pro Person. Da ich früh dran war, war ich der einzige Gast, was dem Servicepersonal viel Zeit einräumte, mein Fahrrad zu bestaunen.

Danach gings hinaus in eine weite Ebene, welche wohl den Einstieg in den Chaco bedeutete. Zudem kamen noch Schleierwolken auf, womit die Hitze heute ein wenig erträglicher war – auch heute hatte es über 30 Grad!

Um den Motor nicht zu überdrehen, schaute ich mich in Itacarobi nach einer Unterkunft um, was ich am Dorfausgang auch fand. Es handelt sich um einen kleinen Familienbetrieb, und das Zimmer musste noch herausgeputzt und das Bett frisch bezogen werden, bevor ich hinein konnte. Bett, warme Dusche und Frühstück für 40’000 Guaraní – da kann man nicht viel sagen. Nachts werde ich aber wohl die Ohrenpfropfen wieder benutzen, denn der Hahn, der hier herumläuft, wird sicher nicht ruhig bleiben…

Mo 29.09.2008

  • Itacurubi –
    Clorinda
  • 108 km
  • 909 Hm
  • 5:46 h
  • 3.50 l
  • Hotel

Di 30.09.2008

  • Clorinda –
    Formosa
  • 120 km
  • 71 Hm
  • 6:39 h
  • 6.00 l
  • Hotel

29.09.08, 108 km
Das Zimmer von gestern Nacht bildete mit 2 anderen Zimmer ein separates, einstöckiges Gebäude, wobei sich die Türe nicht abschliessen liess. Deshalb spannte ich die Gummizüge quer über die Türe und um den Griff, damit nicht jeder einfach hereinspazieren konnte. Wie sich um 1 Uhr morgens herausstellte, war das eine ganz gute Idee. Es knarrte nämlich plötzlich die Türe, und jemand versuchte, hineinzukommen. So wie ich das sehen konnte, lief eine ganze Gruppe ums Gebäude herum. Wollen die mich ausrauben, oder suchen sie eine Schlafgelegenheit? Ich tippte auf Letzteres, denn sonst hätten sie wohl kaum bereits beim zweiten Versuch aufgegeben…

Später begann es zu Blitzen und Donnern, wobei Regen erst viel später den Boden erreichte. Allerdings haben die Blitze wohl die Stromzufuhr unterbrochen.

Obwohl es mit den Wolken noch recht dunkel war, verliess ich das Zimmer um viertel nach sechs, um das Morgenessen einzunehmen – eine halbe Stunde später war dieses auch vorbereitet. Obwohl es leicht regnete, habe ich die Regenbekleidung nicht angezogen. Sowohl die Luft- wie auch die Wassertemperatur hätten dazu geführt, dass ich auch vom Schwitzen patschnass geworden wäre…

Die ersten Kilometer waren noch flach, so dass ich Tempo bolzen und versuchen konnte, von der Regenwolke wegzukommen in Richtung blauer Himmel, der vor mir zu sehen war. Danach wurde es wieder hügliger – und die Sekundenschlaf-Schwellen waren auch wieder über den ganzen Seitenstreifen gezogen, so dass alle 25 Meter ein Weg links oder rechts vorbei zu suchen war, um nicht darüber holpern zu müssen. Nach Caacupé hatte es einen besonders langen Anstieg, so dass mich der Regen wieder einholte. Auf der folgenden Abfahrt Richtung Ypacari war sicher auch ein bisschen Risiko dabei, auf der nassen Strasse mit bis zu 70 km/h hinunterzubrettern – doch kaum war es ein bisschen weniger steil, schüttete es wie aus Kübeln, so dass ich im Nu nass bis auf die Knochen war. Genau da gab es nichts, um sich unterzustellen, uns so fuhr ich weiter, um in Bewegung zu bleiben und nicht doch kalt zu bekommen. Kurz darauf kam aber die Sonne hervor, so dass alles zunehmend abtrocknete.

Nach 65 km war ich in Capiatú – und hatte plötzlich ein schwimmendes Gefühl auf der Hinterachse. Ich befürchtete schon, dass sich durch das viele seitliche Umfahren der Sekundenschlaf-Schwellen die Speichen gelockert haben und ich jetzt eine Riesen-Acht im Rad habe. Ich hielt an, konnte aber keine Instabilität im Rad feststellen – allerdings hatte der Reifen eindeutig zu wenig Luft. Nach 2231 km in Südamerika habe ich nun den ersten Platten! Eine Scherbe hatte sich mit dem Schmutz am Rad festgeklebt und drückte durch den Reifen hindurch. Nachdem ich die Scherbe entfernt hatte, klebte ich sicherheitshalber einen Flick innen auf den Mantel und flickte natürlich auch den Schlauch. Dennoch habe ich einen neuen Schlauch eingebaut, damit die Flickstelle vollständig trocknen kann.

Nach einer Reinigungs- und Öl-Session am Velo gings nach San Lorenzo, einem Vorort von Asunción. Dort mündete die Strasse plötzlich in einer Kreuzung, wo man nur nach links weiterfahren durfte – ich wusste aber, dass Asunción rechts sein müsste. Da habe ich wohl vorher die Abzweigung verpasst… Gezwungenermassen fuhr ich nach links, und nach etwa 1 km kam eine Tankstelle, wo ich nach dem Weg fragte. Ich musste nur 3 Blocks quer fahren – und schon war ich auf der Avenida, die in die Hauptstadt Paraguays führt. So konnte ich schon bald den Stadtplan hervorholen, den ich im Hotel in Ciudad del Este aus dem Heft gerissen hatte – und ich war mehr als froh, diesen Plan bei mir gehabt zu haben. Ich glaube nicht, dass ich sonst Paraguay noch am heutigen Tag verlassen hätte…

Da ich schon bei der Anfahrt genug mit Bussen zu kämpfen hatte, steuerte ich direkt den Fährhafen an. Diesen ohne Karte zu finden, ist wohl ein Ding der Unmöglichkeit – es ist nichts signalisiert, und nicht mal am Eingang zum Fährhafen ist zu erkennen, dass man am richtigen Ort ist!

Die Fähre legt alle 30 Minuten ab, braucht für die Überfahrt aber nur wenige Minuten, und so war ich gegen 15 Uhr – bzw. mit der nun wieder anzuwendenden Zeitzone 16 Uhr – wieder in Argentinien. Nach der langwierigen Zollabfertigung fuhr ich noch die 16 km nach Clorinda, wo ich ganz am Ende der Stadt ein Hotel fand.

Mal schauen, wie es morgen weitergeht – am Abend regnet es hier jedenfalls wieder. Aber hier würde ich mich wohler fühlen, noch eine Nacht zu verbringen, als in der gestrigen Unterkunft…

30.09.08, 120 km
Heute war ein ziemlich ereignisloser Tag. Die Strasse führte über eine riesige Ebene, ohne nennenswerte Höhenunterschiede. Schon komisch, wenn man die Fahrzeuge, nachdem man überholt wurde, Minuten später am Horizont als kleinen Punkt langsam entschwinden sieht… Mit den seltsamen Bäumen und dem bewölkten Himmel wirkte die Landschaft unwirklich, wie gemalt.

Einziges Hindernis war der Wind, der schräg von vorne wehte. Wäre er von der anderen Richtung gekommen, hätte ich die Strecke wohl in 3 Stunden geschafft – so brauchte ich halt mehr als das Doppelte. So blieb aber viel Zeit, um die Erlebnisse dieses Monats gedanklich nochmals durchzugehen. Unglaublich, was ich schon alles erlebt habe!

Ein bisschen mühsam war es in Formosa, wo ich erst beim dritten Hotel Unterschlupf fand – und dieses habe ich nur dank der exakten Wegbeschreibung beim zweiten Hotel gefunden. Von aussen ist es nämlich nicht angeschrieben und könnte mit seinen 8 Stockwerken genau so gut ein Verwaltungsgebäude sein…

Formosa, 30.09.2008
Gesamtkilometer: 2404


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