Ende gut, alles gut!
Am Morgen habe ich ausgeschlafen und bin erst um 05.30 Uhr aufgestanden, entsprechend war der Start „erst“ kurz vor 7 Uhr. Zunächst ging es noch ein paar Kilometer flach dem Kennet entlang, bis der Radweg davon abbog. Den Kennet and Avon Canal sah ich bis Devizes am Nachmittag nur noch ein paar wenige Male bei Überquerungen. Dafür wurde es wieder etwas hügeliger und die Strassen waren in der Regel von Hecken gesäumt, so dass es nicht viel zu sehen gab. Einmal musste ich auch wenden und wieder 10 Meter einen Hügel hochfahren – die Spurbreite des entgegenkommenden Traktors reichte von Hecke zu Hecke…
Bereits um 9 Uhr legte ich die erste grössere Essenspause für einen Coleslaw-Salat ein, natürlich gefolgt von einem kurzen Nickerchen im Campingstuhl. Kurz nach 12 Uhr wiederholte sich das Prozedere, nun mit einem Sandwich. Dazwischen habe ich mich in Pewsey beim Spar noch mit Flüssignahrung gestärkt.
Zwischen Pewsey und Devizes sah ich in der Ferne eine grosse weisse Figur am Hügel. Das müssen die White Horse Hills sein! Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich 1999 auf der anderen Seite dieser Hügel nach Marlborough gefahren bin.
Wenn jemand gerne mit einem Boot durch handbetriebene Schleusen fährt, ist Devizes ein Paradies für ihn/sie! Dutzende Schleusen sind aneinandergereiht und überwinden so zahlreiche Höhenmeter. Schön, dass ich da hinunterfahren konnte! Auch danach folgten zahlreiche Schleusen und einige Brücken, die man für die Durchfahrt wegdrehen konnte. Bei so einer Brücke wusste ich gestern ja kurz nicht mehr weiter, da sie für eine Durchfahrt weggedreht war – der Radweg endete nach einer 90 Grad-Kurve abrupt an der Wasserkante…
In Bradford-upon-Avon habe ich meine Sammlung an Supermarktketten in Grossbritannien nochmals erweitert: Nach Waitrose, Lidl, M&S und Spar war nun Sainsbury’s dran. Auch da kann man Getränke und Essen einkaufen – und es hatte sogar Teigwarensalat mit Poulet! Und die geschüttelten Euter in Vanille- und Erdbeeraroma gibt es auch wie bei Waitrose.
Als ich wieder losfuhr, hatte ich ein schwabbelndes Gefühl auf der Hinterachse – oh nein, wieder ein Platten! Es war ein Schleicher, so dass ich noch etwa 2 Kilometer zu einem schattigen und ruhigen Plätzchen fahren konnte, und dann war wieder Schlauchwechsel angesagt. Diesmal hatte es ein kleines Loch auf der Seite – vermutlich habe ich auf dem holprigen Untergrund mal einen spitzen Stein unglücklich erwischt.
Mit etwas weniger Luft im Hinterreifen ging es noch die letzten Kilometer bis Bathford, wo ich sogleich zum Campingplatz fuhr. Dabei handelt es sich eigentlich nur um eine Wiese zwischen Fluss und der etwas höher gelegenen Strasse, mit einem Container für Toilette und kalte Dusche. Anlässlich meines Anrufs vor dem Tor habe ich die Zahlenkombination für das Schloss erhalten und die Übernachtungsgebühr in den Briefkasten geworfen – ich werde morgen voraussichtlich schon weg sein, wenn der Besitzer auftaucht.
Nachdem ich das Zelt aufgestellt hatte, gab es noch einen kleinen Veloservice. Schon unterwegs hatte ich den Plan gefasst, heute Abend das Rad vom gesammelten Staub zu befreien und die Kette wieder zu schmieren. Zudem habe ich noch alle Schrauben nachgezogen – heute Nachmittag drehte meine Schaltung plötzlich ins Leere, weil sich die Befestigungsschraube an der Nabe gelöst hatte – das ist mir noch nie passiert! Schlussendlich habe ich mich noch um die Luftpumpe gekümmert und den Schlauch mit Isolierband so gut wie möglich abgedichtet – danach konnte ich den Hinterradreifen wieder mit deutlich mehr Druck befüllen. Somit ist meine Ausrüstung wieder bereit für die nächste Etappe – und ich war es nach der anschliessenden erfrischenden Dusche und dem Nachtessen auch!
