Aufgrund der Erschรถpfung sollte ich heute Nacht wieder sehr gut schlafen!
Gestern Abend kam gegen 21 Uhr noch eine Italienerin mit ihrem beladenen Velo auf den Campingplatz. Sie bereist wรคhrend einem Monat die Sรผdkรผste Englands. Auch heute gab es kurze Begegnungen mit anderen Reiseradlern: Kurz vor der Severn Bridge holte mich eine gebรผrtige Deutsche ein, die vor Jahrzehnten nach England auswanderte. Sie ist auf einem viertรคtigen Trip – und fรผr ihre Schwester, die eine Radreise in Portugal plane, hat sie noch ein Foto geschossen. Spรคter sah ich in Usk noch einen Belgier, der nach Dublin unterwegs ist.
Die ersten paar Dutzend Kilometer waren sehr einfach: Zuerst zurรผck auf den Veloweg an den Kanal, anschliessend rasche Durchquerung von Bath. Weiter ging es auf und neben einer teilweise stillgelegten Eisenbahnverbindung bis nach Bristol. Mit den geringen Steigungsprozenten, die Zรผge schaffen, konnte ich ein schรถnes Tempo aufbauen – und schlussendlich ging es รผber mehrere Kilometer sanft bergab bis in Bristol hinein. Zahlreich waren da auch die ortsansรคssigen Velofahrer, die mit ihrem Gefรคhrt in Bristol hinein- bzw. hinausfuhren.
Ab dem Zentrum von Bristol wurden allerdings krรคftig Hรถhenmeter gesammelt! Die Wege waren teilweise so steil, dass nur mit Schieben der Gipfel erklommen werden konnte. Nachdem ich Bristol hinter mir gelassen hatte, ging es der Severn Bridge entgegen. Als ich dieses gewaltige Bauwerk sehen konnte, war ich mรคchtig beeindruckt! Abgetrennt von den รผbrigen Fahrbahnen fรผhrt ein Radweg รผber die Brรผcke nach Wales. Bei der รberfahrt war es fast windstill, aber man konnte die Seeluft ganz gut riechen!
Auf der anderen Seite in Wales angekommen, gab es wรคhrend den ersten Kilometern nur eine Richtung: Bergauf! Nach einer kurzen, steilen Abfahrt verabschiedete ich mich vom Radweg Nr. 4, dem ich seit London folgte. Nun geht es auf der 42 weiter – und seither geht es oft steil hinauf oder hinab. Bergauf musste ich des รfteren schieben – vor allem auf den letzten Kilometern – und bergab konnte ich es nicht sausen lassen, weil man auf den verwinkelten und von Hecken gesรคumten Strรคsschen nicht weit sieht. Immerhin gib es nicht auch noch Temposchwellen, die einem das Leben schwer machenโฆ
In Usk habe ich nochmals eingekauft, danach ging es die letzten ca. 20 Kilometer zum angepeilten Campingplatz. Ich genoss die ersten Kilometer auf einer breiten und flachen Strasse, bis der Radweg wieder in hรผgeligeres Gelรคnde abbog. Danach rollte es nur noch einmal schรถn flott auf ebenem Grund voran – bis ich dann merkte, dass ich vor etwas mehr als einem Kilometer hรคtte abbiegen sollen! Nachdem ich zur Abzweigung zurรผckgefahren bin, ging es natรผrlich steil einen Hรผgel hinauf!
Vรถllig erschรถpft traf ich gegen 18 Uhr auf dem Campingplatz ein – aber auch jetzt, um 20 Uhr, habe ich das Zelt noch nicht aufgestellt. Dort, wo ich das Zelt aufstellen mรถchte, scheint noch die Sonne hin – und die heizt heute wieder gewaltig ein!


















