Genau um 9.00 Uhr war ich fรผr die Abfahrt bereit: alle Mails geschrieben, Gepรคck auf dem Fahrrad aufgeladen und die Strava-Aufzeichnung eingeschaltet. Bis Bรผsserach hatte ich die Jacke รผber das Kurzarmhemd an, denn es war noch frisch. Das Thermounterhemd blieb aber den ganzen Tag am Kรถrper – fรผr Juli wirklich aussergewรถhnlich.
Am Montag entschied ich, den Start um einen Tag vorzuverlegen, da der Wetterbericht fรผr Donnerstag und Freitag gut war, erst am Samstag soll es wieder regnen. Nun, kurz vor Mรผnchenstein wurde ich heute erstmals Nass von oben… Es nieselte nur leicht und warm, so dass ich zunรคchst auf den Regenschutz verzichtete. Erst als ich durch Basel durch war und via Dreilรคnderbrรผcke franzรถsischen Boden erreicht hatte, kleidete ich mich orange. Leider nicht das letzte Mal…
Der Regen liess glรผcklicherweise rasch nach, so dass ich schon kurz nach dem Parc des Eaux Vives die Pellerine wieder abziehen konnte. Dafรผr war der Untergrund auf der Naturstrasse durch die Petite Camargue Alsacienne immer noch nass, so dass mein Velo ein bisschen Dreck sammelte.
Bei Niffer konnte ich das Mittagessen sogar im Sonnenschein einnehmen – und diese Wetterkonstellation hatte dann die zweite Unannehmlichkeit vom Tag parat: Wind. Dieser blies mir auf dem Weg nach Mulhouse immer stรคrker ins Gesicht, so dass ich in immer tiefere Gรคnge schalten musste. In Mulhouse gรถnnte ich mir daher ein Erholungsnickerchen – der Wind blieb aber. Als ich weiterfuhr, hat es mir sogar eine Trinkflasche aus der Halterung geweht! Diese landete nach diesem Vorfall leider im Mรผll, da ich ohne Ausweichmรถglichkeit darรผber fuhr und deshalb an beiden Enden ein Loch hatte.
In Mulhouse bog ich von der Ill ab, da es dem Fluss entlang keinen Campingplatz in Schlagdistanz gibt. Daher habe ich mir in der Planung den Campingplatz am Lac de Seigneurie ausgesucht, und dorthin war oft MAPS.ME gefragt. Bin ich noch auf der geplanten Route? Links, rechts oder geradeaus? So unterstรผtzte mich die App, mein Ziel ohne grosse Umwege zu erreichen.
Neben dem Wind gab es noch eine zweite Komponente, die mich auf diesem Teilstรผck noch weiter verlangsamte: Steigungen. Immer mal wieder einen Hรผgel hochtretend machte sich bei meinen Energiereserven rasch bemerkbar – immerhin war ich nie so langsam, dass ich umgefallen wรคre!
Der Wind war dann mal weg – und schon begann es wieder zu regnen! Das ging dann eine Weile abwechselnd hin und her (Wind oder Regen), bis dann in Lauw der Schlussaufstieg zum Campingplatz (im Wind) anstand. Am Campingplatz angekommen, begann es doch noch richtig zu schรผtten. Auf dem Stellplatz suchte ich daher eine Stelle, wo das Wasser gut abfliesst, und baute das Zelt auf. Danach ging ich zur Snack-Bar und ass einen Flammkuchen, wรคhrenddem der Regen nachliess und sich doch noch die Sonne zeigte. So konnte ich nach dem Essen meine Packtaschen und Kleider noch etwas trocknen, bevor ich diese im Zelt verstaute.
Das Positive vom Tag: Ich bin ins Rollen gekommen, habe die 1. Etappe wie geplant geschafft und im Zelt ist es trocken!


















