Am Morgen fühlte ich mich fit genug, die nächste Etappe in Angriff zu nehmen. Dass die urspünglich geplante Route nach Saulieu nicht möglich ist, habe ich bereits gestern gesehen, als ich die Strecke kreuzte: Auf der einen Seite kam der Track eine Treppe hinunter, auf der anderen Seite ging es auf einem steilen, deutlich weniger als 1 Meter breite Betonpiste im Zick-Zack wieder hoch. Und da dies erst der Einstieg ist, machte ich mir keine Hoffnung auf Besserung – es handelt sich also definitiv um eine Strecke für Mountainbiker und ist nicht für Tourenvelos geeignet.
So machte ich eine neue Planung mit zwei Optionen: Der Campingplatz von Arleuf in 70 Kilometer Entfernung oder ein Hotel in Anost, 60 Kilometer entfernt. Beide Optionen würden es mir erlauben, den gestern „verlorenen“ Tag auf der Route wieder aufzuholen.
Nach wenigen Kilometern merkte ich, dass die Kraft bei weitem noch nicht zurück ist – und nach weniger als 20 Kilometer stellte sich ein flaues Gefühl in der Magengegend ein. In Quarré-les-Tombes stellte ich daher die Planung der Tagesetappe definitiv auf Anost ein und ernährte mich wieder mit Joghurt.
Nach etwas mehr als 30 Kilometern legte ich auf einem schattigen Waldweg eine längere Mittagspause ein, indem ich den Luftsack hervorkramte und zuerst einmal eine Stunde schlief. Danach zwang ich mich dazu, ein Stück Brot zu essen und ruhte mich weiter aus, so dass ich erst nach 2 Stunden die Fahrt wieder aufnahm. Nun ging es aber wieder deutlich besser, auch auf den bergauf-Passagen. Am Schluss wartete dann eine 4 Kilometer lange Abfahrt auf mich, welche ich natürlich mit grosser Freude bewältigte!
In Anost konnte ich dann bald im Hotel einchecken und später in der Pizzeria nebenan zu Abend essen. Der spätere Nachmittag stimmt mich zuversichtlich, dass ich bald wieder bei vollen Kräften bin!


















