– Grenzerfahrungen –
Das war ja lustig, als ich bei Maastricht die Niederlande verlassen wollte: die wollten mich einfach nicht gehen lassen! Zuerst verlor ich ausgangs Maastricht den Radwanderweg aus den Augen, so dass ich in Kanne auf einer „normalen“ Nebenstrassen von Flandern begrüsst wurde (nicht von Belgien!) Nach Kartenstudium meinte ich wieder zu wissen, wo ich bin, und folgte den Radwegweisern – welche mich 200 Meter näher an der Maas wieder zurück in die Niederlande führte. Also zurück an die Kreuzung, welche ich kurz zuvor passiert hatte, auf die andere Seite abbiegen – und dann kam mal der erste Anstieg mit Serpentinen auf dieser Tour. Nicht steil, aber auf Schotter mit Gepäck hängt es halt schon ein wenig an… Dann auf der anderen Seite die Abfahrt – und ich war schon wieder in den Niederlanden! Nun war ich aber direkt am Ufer der Maas, an welchem ich wieder in Belgien hineinradelte und nach Lüttich weiterfuhr.
Zuvor musste ich aber zuerst einmal die etwas mehr als 80 verbleibenden Kilometer nach Maastricht zurücklegen. Dies gelang auch ohne grosse Schwierigkeiten. Nur einmal verpasste ich eine Abzweigung vom Radwanderweg, fand dann aber rasch wieder zurück. Und einmal waren mal 15 Höhenmeter hinauf auf einen Deich zu erklimmen, und dann weitere 20, um zur Brücke hochzukommen. Ohne die Brücke zu überqueren konnte ich dann aber wieder herunterrollen. So konnte ich meinen Geschwindigkeitsrekord in den Niederlanden auf über 37 km/h schrauben…
Auf der belgischen Seite ging der Radweg stets am Ufer der Maas – resp. au bord de la Meuse – entlang. Es hatte da einige Absätze auf dem Radweg, die den Zustand meines Sitzfleisches nicht gerade besserten. Aber dafür bin ich sonst wieder körperlich in guter Verfassung: Der Magen hat sich an die Anstrengungen wieder gewöhnt, und den Schluckauf, den ich am Sonntag Abend aufgelesen hatte, ist seit Dienstagmorgen auch wieder Geschichte…
Ausgangs Lüttich entschied ich mich dann, von der Flussfahrt Abschied zu nehmen. Laut meiner Karte ist nämlich der nächste Campingplatz erst in Huy, über 30 Kilometer entfernt. Und gegen 150 Kilometer wollte ich in dieser Hitze dann doch nicht auf dem Tacho stehen sehen. So nahm ich die letzten Kilometer nach Tilff unter die Räder. Es wurden dann aber etwas mehr als die eigentlichen 10 Kilometer, weil ich mich in Chênée total verfahren und die Orientierung verloren habe. Mit Durchfragen bei Eingeborenen und etwas Fantasie fand ich zurück auf den Radweg, so dass ich mir dann bald auf dem Campingplatz eine kühlende Dusche und eine grosse Portion Spaghetti gönnen konnte!
