Di 26.03.2013 | Calingasta – RN 149/Pampa el Leoncito

,

Via

  • Tamberias
  • Barreal

Infos

  • 76 km
  • 4:55 h
  • 5.50 l

Übernachtung

  • Zelt

Morgenessen gibt es hier ab 6 Uhr – das war mir dann doch etwas zu früh, 7 Uhr reicht auch… So machte ich mich dann um 8 Uhr wieder auf den Weg und rollte nicht zurück ins Dorf, über die Brücke und dann auf der RN 149 Richtung Barreal, sondern folgte weiter der Strasse, die ich gestern zum Hotel nahm. Diese war zwar hügelig, so dass ich bald ins Schwitzen kam, doch die Ausblicke waren toll – und der grösste Teil der Strasse war erst vor kurzem asphaltiert worden, so dass ich tollen Untergrund hatte!

Erst kurz vor Barreal kam ich dann zurück auf die RN 149. Dieser Ort ist das Zentrum hier im Tal und mit mehreren Ortsteilen ziemlich in die Länge gezogen. Am Schluss hatte ich dann aber Schwierigkeiten, die richtige Ausfahrt zu erwischen. Nachdem ich alles geradeaus gefahren bin, gab es am Schluss nur links (auf Schotter Richtung El Leoncito) und rechts (auf Teer zum Flugplatz). Rechts wäre mir lieber gewesen, doch mein Gefühl sagte mir links… Ich fragte dann noch einen Anwohner, der gerade aus seinem Haus kam, und er bestätigte mir den Schotterweg.

Also geht es nun auf Schotter weiter, und ich ging davon aus, dass dies bis Uspallata so bleiben würde. Aber nein, nach weniger als einem Kilometer kam ich wieder auf eine geteerte Strasse. Offenbar hätte ich weiter vorne beim Dorfplatz schon mal links abbiegen sollen…

So fuhr ich nun wieder etwas steiler den Berg hoch, bis ich die Hochebene von Leoncito erreichte. Hier ist eine Steinwüste, links und rechts von Andengipfeln begrenzt – aber auf einem Fleckchen wird sogar Landwirtschaft betrieben. Und die Asphaltierung geht immer weiter. Hier wurde ab Mai 2010 die Strasse neu gemacht, so dass ich viel schneller vorankomme als gedacht.

Nach 60 Kilometer hätte ich links in den Nationalpark von El Leoncito mit dem Observatorium abbiegen können, doch ich fuhr geradeaus weiter. Ich konnte sehen, wie die Strasse weiter vorne anstieg, und dann nach einer Kurve über die Kuppe ging. Und ich fuhr, und fuhr, und fuhr, und die Steigung kam nicht, und kam nicht, und kam nicht… Als ich mal zurückblickte, merkte ich dann, dass ich eigentlich schon mittendrin bin…

Über zuviel Verkehr konnte ich mich heute wahrlich nicht beklagen. Nachdem ich in den letzten Tagen schon wenig Verkehr hatte, nahm dieser nach Barreal noch weiter ab. Da konnte es dann durchaus eine Stunde oder noch länger gehen, bis ich die Strasse mit jemand anderem teilen musste…

Als Tagesziel hatte ich mir 80 Kilometer gesetzt. Doch nach 76 Kilometer erspähte ich ein so herrliches Fleckchen zum campieren, dass ich hier mein Pensum um 14 Uhr beendete. 250 Meter neben der Strasse – soweit wie nie zuvor in den letzten Wochen – stellte ich dann in der flirrenden Hitze mein Zelt auf, legte mich in die schattige Apsis und schaute nochmals alle Fotos an, die ich auf dieser Reise gemacht habe. Und dabei entdeckte ich noch, dass mein Fotoapparat heute auch ein Jubiläum zu feiern hatte: das 10’000. Foto geschossen!

Als ich heute morgen aufwachte, hatte ich einen Druck auf den Ohren, welchen ich nicht wegbrachte. Erst am späteren Nachmittag war das Gehör wieder normal. Heute Nacht muss ich sicher nicht mit Ohrenpfropfen schlafen, weil eine Horde Hunde die ganze Nacht bellt!

Ob ich heute Nacht wieder alle Löcher am Zelt offen lasse? Mal schauen – aber eher nicht. Schliesslich befinde ich mich auf einer Höhe von sicher über 2’000 Meter, und da könnte es in dieser Steinwüste nachts schon etwas kühler werden…

Aber das spielt ja alles keine Rolle. Ich durfte soeben ein soooo tollen Sonnenuntergang mit gleichzeitigem Mondaufgang erleben, dass mir fast die Freudentränen kamen. Einfach herrlich!


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