Bald ist Vollmond, weshalb es heute bei einer wieder sternenklaren Nacht noch heller war als bei den letzten Übernachtungen im Zelt. Und trotz der Höhe hatte ich wiederum bis auf das Moskitonetz alles geöffnet und trotzdem ausreichend Wärme im Zelt.
Um 8 Uhr war ich wieder auf der Strasse und kletterte weiter bergauf. Obwohl ich gegenüber gestern mit ca. 7 kg weniger Gepäck startete (Wasser und Nachtessen), hatte ich nicht wirklich das Gefühl, schneller unterwegs zu sein. Nach 9 Kilometer Anstieg ging es dann in eine knapp 5 Kilometer lange Abfahrt, bevor es dann wieder weiter bergauf ging. Nach etwas mehr als 2 Stunden erreichte ich genau bei Tageskilometer 22.05 den Kulminationspunkt – und es folgten fast 25 Kilometer Abfahrt!
Da konnte ich nun mit 40 – 60 km/h hinunterrollen, die diversen Not-Bremszonen rechts liegen lassen (wobei man schon mit viiiiel Schwung kommen muss, um die bis zu 250 Meter langen Kiesbetten bergauf zu überschiessen) und ich bremste auf diesen etwas mehr als 30 Minuten ein einziges Mal – als ich einen Fotostopp einlegte.
Unten angekommen, ging es mittels einer Brücke über den Río San Juan, welchen ich gestern Morgen unweit von hier überquert hatte… Auf der gegenüberliegenden Seite mündete dann die nun gesperrte Strasse ein, welche früher die Verbindung zum Provinzhauptort herstellte.
Nun klebte die Strasse an den schroffen Felswänden, welche das Tal vom Río San Juan begrenzen. So trieb es mich fast 30 Kilometer durch diese Schlucht, bis sich der Horizont wieder erweiterte und ich ins Valle de Calingasta kam.
In Calingasta hatte ich dann genug für heute, doch das Hotel im Dorfzentrum war bereits ausgebucht. So fuhr ich dann noch ein bisschen weiter, bis ich kurz nach 14 Uhr zum Hotel del Campo Calingasta kam, wo ich mich in einer Cabaña einquartierte und den Nachmittag in der schönen Anlage genoss. Ab Morgen ist man dann auch hier mit Minenarbeitern ausgebucht…
