Di 28.10.2008 | Puerto Madryn – Comodoro Rivadavia

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Fr 24.10.2008

  • Puerto Madryn –
    Trelew
  • 68 km
  • 462 Hm
  • 5:29 h
  • 3.50 l
  • Hotel

Sa 25.10.2008

  • Trelew –
    Uszudún / Ruta 3 km 1599
  • 146 km
  • 712 Hm
  • 7:58 h
  • 5.00 l
  • Kanal

So 26.10.2008

  • Uszudún / Ruta 3 km 1599
  • 0 km
  • 0 Hm
  • 0:00 h
  • 0.00 l
  • Kanal

24.10.08, 68 km
Die Ausfahrt aus Puerto Madryn fand ich dank der Exkursion am Mittwoch ohne Umwege. Nach etwa 2 km begann der Aufstieg, um die 5 km weiter entfernte und ca. 120 Meter höher liegende Ruta 3 zu erreichen. Bei Sonnenschein wehte mir dabei der Wind mit Stärke 6 aus Südwesten entgegen.

Die Ruta 3 wird derzeit zwischen Puerto Madryn und Trelew erneuert, wobei ich den Grund dafür nicht sehen kann. Die bestehende Strasse sieht in bestem Zustand aus, und hat auf den 40 km, die ersetzt werden, sogar einen hälftig geteerten Seitenstreifen – seit Asunción hatte ich keine Fahrspur mehr für mich alleine… Lange war mir auch ein Rätsel, warum die neue Fahrbahn westlich der aktuellen Strasse gebaut werden muss. Mit dem aus Südwesten wehenden Wind weht es bei allen Arbeiten eine riesige Staubwolke über die Fahrbahn. So war auf 20 km die Sicht immer wieder stark eingeschränkt, obwohl meine Augen seit gestern Mittag wieder 100prozentig in Ordnung sind. Erst nach der Baustelle sah ich, dass auf der anderen Strassenseite das Aquädukt verläuft, welches Puerto Madryn mit Wasser versorgt. Diese Stadt hat keine natürliche Wasserversorgung und bezieht daher alles Trinkwasser bei Trelew aus dem Río Chubut.

Die letzten 15 km waren etwas einfacher zu bewältigen als die vorherige Strecke. Zuerst gab es eine Abfahrt ins Tal des Río Chubut – und wenn man das Tagesziel vor Augen hat, kann man immer noch ein paar Kraftreserven finden…

In Trelew musste ich feststellen, dass ich mittlerweile schon ziemlich weit in den Süden vorgestossen bin – abends sind wieder lange Kleider angesagt, um nicht zu frieren.

25.10.08, 146 km
Dank dem Stadtplan, den ich gestern Abend im Hotel erhielt, fand ich mühelos den direkten Weg zur Ruta 3. Wie auf wunderground.com angekündigt, unterstützte mich der Rückenwind, als ich die knapp 200 Höhenmeter hinaus aus dem Chubut-Tal bewältigte – die Steigung war ca. 5 km lang und bei km 17 war ich oben. Danach waren noch ein paar kleinere Hügel zu erklimmen, aber es wurde zunehmend flacher. Dafür drehte der Wind, so dass ich ab km 50 nur noch Seitenwind und ab km 100 Wind schräg von vorne hatte, der eine Stärke von 3-4 erreichte.

Nach etwas mehr als 50 km ertönten plötzlich „Hopp Schwiiz“-Rufe. Eine Familie, welche in der Provinz Tucuman lebt, macht einen Ausflug hier runter, besuchte die Península Valdés und fährt jetzt zur Pinguinkolonie bei Punta Tombo. Ein grosses Winken gab es auch bei km 85, als mir Dario mit seinem Lastwagen entgegenkam. Er hat sein Fuhren wohl absolviert und fährt nun wieder nach Norden – Córdoba müsste seine nächste Station sein.

Nach knapp 140 km erreichte ich Uszudún und verpflegte mich an der Tankstelle. Das unfreundliche Personal teilte mir mit, dass es in der Gegend keine Übernachtungsmöglichkeiten geben würde – und Wassernachschub für meine Trinkflaschen wollten sie auch nicht geben. Ich fuhr weiter gegen den Wind und sah, dass immer wieder Betonkanäle die Strasse unterqueren. Beim Dritten bei km 1599 machte ich Halt und fuhr hinunter zum Kanal. Der Zweck dieser Kanäle ist mir nicht klar, doch sind sie so gross, dass ich sogar das Velo hineinschieben kann! Es zieht zwar ein wenig, aber so muss ich wenigstens nicht das Zelt auf offenem Feld aufstellen.

Am Abend konnte ich noch ein wenig Sonne geniessen, denn den ganzen Tag über war es bewölkt und relativ kühl.

26.10.08, 0 km
Wie von wunderground.com vorhergesagt herrschte heute morgen heftiger Gegenwind. Den Ruhetag hatte ich daher eingeplant, uns so blieb ich den ganzen Tag in „meinem“ Kanal, schlief, las, träumte und löste ein paar Sudokus – wäre ja schade, dieses Buch mitzuschleppen und nicht zu benutzen…

Am Nachmittag drehte der Wind, so dass Seitenwind-Verhältnisse herrschten. Ich fühlte mich aber wohl im Schlafsack – und hoffe, dass ich das morgen nicht bereuen werde… Beim Sonnenuntergang um 20.00 Uhr kam jedenfalls Rückenwind auf – nachts nützt der mir aber herzlich wenig!

Mo 27.10.2008

  • Uszudún / Ruta 3 km 1599 –
    Pico Salamanca / km 1757
  • 157 km
  • 797 Hm
  • 8:42 h
  • 5.50 l
  • Kanal

Di 28.10.2008

  • Pico Salamanca / km 1757 –
    Comodoro Rivadavia
  • 75 km
  • 393 Hm
  • 4:29 h
  • 4.50 l
  • Hotel

27.10.08, 157 km
Als ich nachts mal raus musste, herrschte überraschenderweise Windstille. Ich hoffte, dass dies kein böses Omen für die folgende Etappe bedeutete. Beim Start war es zunächst auch noch windstill, doch glücklicherweise bekam ich bald Rückenwind. Die Startzeit bedeutete dabei einen neuen Rekord: mit 07.12 Uhr war ich nochmals 11 Minuten früher als am Samstag. Allerdings hatte ich in Trelew vom Frühstück mehr im Magen als eine halbe Packung Biscuits und eine halbe Tafel Schokolade…

Mit 8 Grad war es beim Start auch noch etwas kühl, doch mit den wärmenden Sonnenstrahlen trotzdem angenehm. Leider kamen zunehmend Wolken auf, so dass ich heute keinen grossen Schatten warf.

Nach 53 km erreichte ich die nächste Tankstelle in Garyalde, wo ich mir noch ein Joghurt mit Flakes gönnte. Da musste ich bereits seit 10 km mit reduzierter Windunterstützung vorlieb nehmen, da dieser zunehmend von der Seite kam – und nach 70 km kam er wieder von schräg vorne… So wurde die zweite Tageshälfte deutlich anstrengender mit Windstärke 5…

Nach 90 Kilometern endete leider meine Fahrradspur – seit Trelew war der Seitenstreifen wieder hälftig geteert. Auf den nächsten Kilometern folgte die übelste Piste, die ich bisher in Argentinien erlebte. Der Belag war rauh und immer wieder aufgerissen. Da fragt man sich umso mehr, warum die Super-Strecke Purto Madryn – Trelew ersetzt wird…

Zudem hatte ich den ganzen Tag über das Gefühl, dass es immer ein wenig bergauf geht – und 2 Indikatoren konnten mir das auch bestätigen. Einerseits zeigte der Velocomputer an, dass ich von 300 Meter auf über 600 Meter hochfuhr, andererseits konnte ich dreimal kurz in ein tiefes Tal hinuntersehen. Da sollte morgen doch eine längere Abfahrt drinliegen…

Seit Trelew war Pampa de Salamanca immer wieder auf den Distanztafeln angegeben, weshalb ich hoffte, dass das ein grösserer Ort mit Unterkunftsmöglichkeiten ist. Doch weit gefehlt: es handelt sich um ein Restaurant, welches offenbar aufgegeben wurde – so wie 2 Tankstellen unterwegs. Nach den guten Erfahrungen in den letzten beiden Tagen logiere ich deshalb wieder in einem Kanal 2 km weiter. Dieser ist zwar ein bisschen enger, so dass ich das Velo nicht hineinstellen kann, doch kann ich dafür einen umso grösseren Windschutz mit meinen Packtaschen aufbauen…

28.10.08, 75 km
Drei erfreuliche Fakten stärkten mich heute: Erstens waren es bis Comodoro Rivadavia nur noch 73 Kilometer. Zweitens schwenkt gemäss Karte etwa in der Mitte die Strasse Richtung Südosten ab, was wesentlich günstiger als die aktuelle südwestliche Richtung ist. Und drittens müssen irgendwann ja auch die Höhenmeter vernichtet werden! So stieg ich mit Thermo- und Langarmhemd (es hatte gerade mal 6 Grad) aufs Velo und kämpfte gegen den Wind, der mit Stärke 6 über die Hochebene fegte.

Nach 37 km kam wieder mal eine Polizeikontrolle, wo ich ohne Anhalten durchfahren durfte – und gleich hinter diesem Hügelchen drehte die Strasse und brachte mich in einem tiefen Canyon in tiefere Gestade. 14 km später war ich so schon 450 Höhenmeter weiter unten in einer etwas wärmeren Gegend. Danach gab es neben weiteren Abfahrten noch 2 kleinere Anstiege, bis Comodoro Rivadavia endlich erreicht war.

Die Stadt ist das Ölförderzentrum Argentiniens, was man beim Hinfahren infolge Ölförderpumpn, Pipelines und riesigen Tanks unschwer erkennen kann.

In Comodoro Rivadavia gibt es derzeit viele geschäftliche Anlässe, so dass ich erst im 4. Hotel ein Bett bekam – und im Vergleich zum Norden sind die Preise hier exorbitant. In Formosa oder Resistencia hätte ich für dieses Zimmer wohl etwa 100 Pesos bezahlt – hier musste ich 250 Pesos hinblättern. Patagonien hat seinen Preis…

Comodoro Rivadavia, 28.10.2008
Gesamtkilometer: 4949


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