So 22.07.2007 | Lillestrøm – Halden

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Via

  • Fetsund
  • Mysen
  • Rakkestad

Infos

  • 119 km
  • 6:36 h
  • 4.00 l

Übernachtung

  • Jugendherberge

Am Morgen kam ich runter zum Frühstücksbuffet, und da stand ein Schild „For groups only“. Da ich am Morgen mindestens für 3 Personen esse, zählte ich mich auch zu dieser Kategorie, und füllte entsprechend meine Teller und Schüsseln…

Auch eine japanische Reisegruppe war im Hotel einquartiert. Als ich dabei war, meine Sachen aufs Fahrrad zu laden, stiegen sie in den Bus ein – aber nicht ohne Spektakel! Eine der Gruppe hatte wohl verschlafen, denn alle standen schon nervös parat, als diese ganz gemütlich aus dem Hotel kam. Sie dachte aber gar nicht daran, sich zu entschuldigen, sondern beschimpfte lauthals jene Person, die sie am stärksten auf ihre Verspätung aufmerksam machte. Dabei gerieten sich die beiden beinahe in die Haare! Und dann auch beim Einsteigen kam es zwischen den beiden fast zu einer Reiberei. Die Stimmung im Bus wird den ganzen Tag über wohl nicht auf dem Höhepunkt gewesen sein…

Ich fuhr dann zurück nach Fetsund (diesmal sogar die ganze Strecke auf dem Radweg, den ich dann doch noch gefunden habe…) und dann weiter Richtung Süden. Dabei war ich froh, dass ich mich am Abend zuvor für das Hotel entschieden habe. Es hat zwar nicht geregnet, aber die Strecke war sehr hügelig und damit auch Kräfte zehrend. Zudem war entlang der Strasse nirgends Wasser zu finden. Erst nach weit mehr als 25 Kilometern hätte es einen geeigneten Ort zum Übernachten gegeben.

Ich genoss die Landschaft, und fuhr durch bis nach Mysen. Dort ass ich dann mein Mittagessen-Sandwich auf dem leeren Parkplatz von einem Supermarkt. So ein mit Schinken und Tomaten belegtes Brötchen ist einfach himmlisch!

Kurz nach Mysen wurde ich dann zu einem weiteren Halt gezwungen. Kurz vor einem grossen Baum begann es leicht zu regnen, so dass ich unter dem Baum Schutz suchte. Wenig später hatte ich dann Begleitung in der Form von 6 Radlern mit ihren Rennrädern. Sie starteten auch in Lillestrøm, wohin sie dann auch wieder zurückfahren werden. Daher hatten sie es eiliger als ich, zogen ihre Regencapes and und fuhren weiter. Ich wartete ab, bis der Regen aufgehört und die Strasse ein bisschen abgetrocknet hatte. Umso erstaunter war ich, als ich die Gruppe etwa eine halbe Stunde später plötzlich wieder vor mir sah. Genau da kam mir das Gelände sehr entgegen, indem es kleine Wellen hatte. Mit meinem Gewicht (neben dem Gepäck auch mein eigenes Körpergewicht…) konnte ich in den Abfahrten Tempo aufnehmen, und die kleinen Steigungen konnte ich dann mit Kraft durchdrücken. Und die Motivation tat ihr übriges, wenn man eine Gruppe Radfahrer vor sich hat. So kam ich immer näher, und konnte dann zum Überholen ansetzen. Einen nach dem anderen schnappte ich, und in einem besonders ruppigen Aufstieg liess ich dann auch den kämpferischsten hinter mir. Ich hatte mit meinem „LKW“ diese Formel 1-Boliden in die Knie gezwungen! Gut, ich war zwar ziemlich ausgepumpt, und ich musste mächtig kämpfen, um dann nicht an Speed zu verlieren, aber der Adrenalinschub ist in so einem Moment gewaltig! Entsprechend kann ich mir auch vorstellen, wie demoralisierend es als Rennrad-Fahrer sein muss, von einem Tourenbike stehen gelassen zu werden…

Norwegen ist bekannt für seine Wasserfälle. Und ich war vor 8 Jahren beeindruckt von diesen hinunter stürzenden Massen. Zwischen Rakkestad und Halden habe ich dann auch in diesem Jahr noch einen Wasserfall ausgemacht. Er war direkt am Strassenrand, mächtige 50 Zentimeter hoch… – aber egal, Hauptsache ein Wasserfall!

In Halden war ich dann früh dran. Zum Glück, denn ich brauchte eine Menge Zeit, bis ich die JH fand! Auf dem Stadtplan am Stadteingang war die Jugendherberge nicht verzeichnet, so dass ich da keinen Hinweis auf den Standort fand. Und das Touristenbüro ist an einem Sonntag geschlossen. Geschlossen! Erwarten die am Sonntag keine Besucher?!? Dann fand ich an einem Kreisel ein Schild. Kurz darauf noch eins. Dann waren Abzweigungen links und rechts, aber kein Schild mehr. Die Strasse führte den Berg hoch, immer steiler – aber kein Schild mehr. Bin ich noch auf dem richtigen Weg? Egal, weiter, weiter! Immer noch den Berg hoch, keuchend, erschöpft. Dann endlich ein bisschen flacher – und wieder ein Schild! Juhui, der Krampf war nicht umsonst! Dann fuhr ich auf ein Gelände mit ein paar Häuschen, die sich da angesammelt haben. Und an einem war dann tatsächlich das JH-Logo.

Allerdings war es erst kurz vor 4 Uhr, und gemäss Schild öffnet die JH erst um 5 Uhr. Also hiess es warten, die Ausrüstung ein bisschen reinigen, die Umgebung beobachten, sich durch einen herumhüpfenden Vogel unterhalten lassen. Dann, gegen Viertel vor fünf, kam ein Taxi. Eine Frau kam an, die hier und in der Umgebung ihre Ferien verbringen will. Es wurde 5 nichts regte sich in der JH. Die Zeit verstrich, 17.10 Uhr. Immer noch ist die Tür verschlossen, und von Drinnen ist kein Mucks zu hören. Beide werden wir nun langsam nervös. Sie hat aber immerhin ihr Zimmer reserviert, im Gegensatz zu mir. Dann, um Viertel nach fünf, kam endlich der JH. Und er hat sogar noch das letzte Zimmer für mich! Puhh!

Die JH ist nur für kurze Zeit in den Sommermonaten geöffnet. Der Rest vom Jahr wird ein Internat betrieben, in welchem der Leiter der JH als Lehrer fungiert. Er rühmt die JH Halden als die billigste in ganz Norwegen. Nun ja, es kostet zwar ein bisschen weniger als in Oslo, aber dort gibt es auch Frühstück. Dies wird in Halden nicht angeboten. Allerdings gibt es hier ein Gratis Internet-Angebot, so dass ich nach einer Woche auf Tour wieder mal meine Mailbox checke (bzw. die Spam-Mails lösche…) und mich über die Ereignisse in der Schweiz informiere.


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