Kurz nach 7 Uhr ging es los, und das trotz zwei (langen, moderaten) Anstiegen mit einem beinahe horrenden Tempo. So schaffte ich die ersten 20 Kilometer in weniger als einer Stunde – 58:30 exakt. Auch nach 50 km hatte ich noch einen Schnitt von knapp 20 km/h, doch in der Folge war der Vortrieb deutlich langsamer. Einerseits begann ich die Hitze zu spรผren, und andererseits – der Hauptgrund – standen immer wieder Steigungen an, die zu erklimmen waren. Dabei hatte ich MAPS.ME fast stรคndig eingeschaltet, denn diese „รberfรผhrungsetappe“ war wahrlich ein Hauseckenrennen. Einmal fรผhrte mich die Route auch รผber einen sehr steinigen Feldweg – da war ich froh, dass ich mich da hinunterbremsen konnte, den in der Gegenrichtung hรคtte ich fรผr diesen einen Kilometer wohl fast eine Stunde das Rad hochgeschoben…
Schlussendlich war ich doch am unteren Ende des Lago Maggiores angelangt und verliess in Sesto Calende bewusst die ursprรผnglich geplante Route. Ich hatte das Gefรผhl, dass ich da noch sehr viele Hรถhenmeter zu erklimmen hรคtte. Da wusste ich aber noch nicht, was mir noch bevorstand…
Ich wollte auf direktem Weg zum Campingplatz am Lago di Monate, und wenn noch genรผgend Zeit und Kraft vorhanden war, eine Verlรคngerung zum Lago di Varese machen. Ich fuhr daher zunรคchst Richtung Varese, um zur Hauptstrasse in Richtung Lago die Monate zu gelangen. Da ging es dann wieder mal hoch, und in einem riesigen kreiselรคhnlichen Konstrukt ging es auf dem hรถchsten Punkt links weg. Eigentlich hรคtte ich dann die darauffolgende erste Ausfahrt nach links nehmen wollen – aber was macht das Autobahn-/Autostrassenschild dort?!?
Ich fragte MAPS.ME nach einer alternativen Route, und siehe da: Der Campingplatz am Lago di Monate war in 10 km zu erreichen. Dazu war aber zuerst die erklommene Hรถhe wieder zurรผckzufahren, dann rechts abbiegen – und ich befand mich wieder auf einem Schotterweg. Nach zwei weiteren Abzweigungen befand sich vor mir ein grosses Wasserloch, dieses konnte ich auf einem Trampelpfad durch den Wald noch umgehen. Doch dann sah ich vor mir einen mindestens knietiefen Bach รผber meinen Weg fliessen. Auf der Karten-App sah ich, dass ich bei einer vorherigen Abzweigung geradeaus fahren und wenig spรคter wieder auf die Route einschwenken kรถnnte. Das gelang dann auch, und ich konnte wieder auf asphaltiertem Untergrund weiterfahren.
Es gab immer wieder kleinere Steigungen zu bewรคltigen, bis ich zum Lago de Comabbio kam – 3.5 Kilometer vor dem Campingplatz. Da kam mir ein Einheimischer mit seinem Fahrrad entgegen und erklรคrte mir, dass der Radweg weiter vorne gesperrt sei. Eine direkte Umfahrungsmรถglichkeit gibt es nicht, man mรผsse auf der anderen Seite um den See rum. Er fuhr voraus, ich hechelte hintennach (besonders in den immer wieder bevorstehenden Anstiegen), an weggerรคumten Bรคumen vorbei, durch ein fast nabentiefes, ca. 5 Meter langes Wasserbad (fรผr die Fussgรคnger wurde ein schmaler Holzbalken hingelegt) und durch einige wenige Schlammsenken. Gegen Schluss ging es auch auf einem langen Gitterrostssteg auf der Seeseite dem Ufer entlang, bis dann endlich die Anzeige fรผr den Campingplatz am Lago die Monate in Sichtweite kam. Ich verabschiedete mich von meinem Guide und fuhr auf den Campingplatz – mit den zusรคtzlichen Kilometern um den See herum und die zahlreichen knackigen Steigungen habe ich fรผr heute genug!
Ich bekam noch ein Stellplรคtzchen, richtete mich ein, duschte und ass etwas im Camping-Restaurant. Nun muss nur noch der Feuchtigkeitssensor vom Handy endlich sein OK geben, damit ich das Handy laden kann. Der Akkustand ist noch bei 44 %, und morgen brauche ich wiederum MAPS.ME zum Navigieren…


















