– Pawlow –
Iwan Petrowitsch Pawlow zeigte anhand von Hunden und Glocken die Konditionierung auf. Mit dem Futter, welches natรผrlicherweise Speichelfluss auslรถst, wurde eine Glocke gelรคutet. Und mit der Zeit musste nur noch die Glocke gelรคutet werden, um den Speichelfluss auszulรถsen.
Auch ich bin vom Pawlow-Verhalten befallen – allerdings nicht ganz auf die selbe Weise. Bei mir geht es um den Astrophysiker Harald Lesch und ums Schlafen.
Schon im vergangenen Jahrtausend habe ich auf br-alpha die faszinierenden Erlรคuterungen von Professor Lesch zu Weltraum- und Quantenphysik verfolgt und war jeweils vollends gebannt von den viertelstรผndigen Sendungen. Leider kamen diese immer spรคt nachts, so dass ich nicht immer durchgehalten habe – und in vรถlliger Konzentration eingeschlafen bin!
Mit diesen Erfahrungen benutzte ich die Aufnahmen zunehmend als Power-Schlaf nach der Arbeit, wenn jeden Abend was los war. Und als mich vor ein paar Jahren mal schlaflose Nรคchte plagten, legte ich mich vor den Fernseher und liess mich von einer Aufnahme berieseln, wo stundenlang Alpha Centauri-Sendungen gezeigt wurden. Mann, konnte ich da gut schlafen!
So habe ich mehr als 12 Dutzend dieser Sendungen auf meinen mp3-Player รผberspielt und hรถre jeden Abend ein paar Worte zu Schwarzen Lรถchern, Kugelsternhaufen, Unschรคrferelation oder Schrรถdingers Katze. Wenn ich da nach 30 Minuten noch nicht schlafe, ist das eine echte Ausnahme!
Nun bin ich aber unterwegs. Zwar habe ich den mp3-Player bei mir – aber es gibt ja noch andere Gerรคusche, zum Beispiel der Bahnlรคrm im City Night-Liner oder eine Party auf dem Zeltplatz. Frรผher lรถste ich dieses „Problem“ mit Ohrenpfropfen ganz gut. Aber das geht jetzt nicht mehr. Aber wenn ich den Harald Lesch ein bisschen lauter einstelle, schlafe ich im Nu!
Und so konnte ich auch heute morgen vรถllig ausgeruht die nรคchste Etappe in Angriff nehmen. Allerdings war die Sicht auf den ersten 90 Minuten bis kurz nach 9 Uhr noch drastisch eingeschrรคnkt – Nebel!
Dafรผr kam ich rasch voran, denn zuerst ging es 5 Kilometer steil hinunter nach Obereisenbach, danach folgte ich der Luxemburgisch-Deutschen Grenze: Zuerst flussabwรคrts der Our mit dem von einem Schloss beherrschten Stรคdtchen Vianden (wo es vielleicht den einzigen Sessellift in Luxemburg hat), danach weiter flussabwรคrts der Sรปre, welche bei Wasserbillig in die Mosel mรผndet. Da fand ich es lustig, dass die Bewohner auf der anderen Flussseite die Luxemburger wohl รผbertreffen mussten und ihre Ortschaft „Oberbillig“ nannten…
Der Mosel folgte ich dann flussaufwรคrts, wobei von Steigung nicht viel zu spรผren war. Dafรผr ist der luxemburgische Radweg entlang der 3 genannten Flรผsse einfach sensationell! Es gab extrem wenige Steigungen von der Hauptstrasse weg, wobei da immer auch ein Grund zu erkennen war. Und im Siedlungsgebiet war immer auch auf dem Radweg angeschrieben, in welcher Ortschaft man sich befindet, plus Distanz zur nรคchsten Ortschaft. Da hat jemand echt was gedacht!!!
Jedenfalls fuhr ich weiter bis Remich. Und nachdem ich fast 100 Kilometer lang von Luxemburg nach Deutschland rรผber geschaut habe, fuhr ich nun รผber die Brรผcke, da gleich auf der anderen Seite Campingplรคtze angelegt sind. Und so verbringe ich den Rest vom Nachmittag mit Blicken hinรผber nach Remich auf der luxemburgischen Seite…


















