Heute konnte ich erstmals ein trockenes Zelt einpacken. In Chur hatte es zwar auch nicht geregnet, aber die Luftfeuchtigkeit benetzte dort in der Nacht innen und aussen das Zelt.
Mit 7 Uhr 24 realisierte ich zudem den frรผhesten Etappenstart dieser Tour. Dabei ging es gleich auf dem Radweg weiter in Richtung Lago di Como. Gestern Nachmittag hatte ich den Radweg noch bewusst ignoriert, weil ich einfach nur noch zum Campingplatz rollen wollte und keine Lust auf Gegenanstiege hatte.
Den Lago die Como kenne ich von der letztjรคhrigen Tour – nur fuhr ich damals dem Ostufer entang, heute dem Nordwestufer. Meistens nahm ich dabei den Radweg – und war froh, dass ich so frรผh dran war! Dieser folgte nรคmlich oft dem Ufer und war mit den Fussgรคngern zu teilen. Ich kรถnnte mir vorstellen, dass da im spรคteren Tagesverlauf noch viel mehr Leute diesen Weg nutzen… Dafรผr war es auch ein stรคndiges Hin und Her und vorsichtiges Navigieren um blinde Kurven, so dass es spรคter auf der Hauptstrasse grundsรคtzlich wieder schneller vorwรคrts ging. Dafรผr musste ich dort bei jedem Tunnel links abbiegen – รผber die durchgezogene Sicherheitslinie, aussen auf der alten Strasse um den Tunnel herumfahren und nach dem Tunnel wieder รผber die durchgezogene Sicherheitslinie auf die Strasse fahren. Bei diesen Manรถvern fragte ich mich manchmal schon, ob das Durchfahren der Tunnel mit dem Velo nicht ungefรคhrlicher wรคre…
Sei’s drum, schlussendlich erreichte ich Menaggio und nahm Kurs auf Lugano. Wie es so ist, wenn man von einem See wegfรคhrt, ging es natรผrlich den Berg hoch. Nach den ersten Kehren bog der Radweg von der Strasse weg, und es war wieder ruhiger. Zudem erreichte ich bald einen Picknick-Bereich, wo ich die Mittagspause einlegte.
Als ich frisch gestรคrkt weiter auf dem Radweg den Berg hochfuhr, dachte ich, dass das aufgrund der Breite des Radwegs und der moderaten, gleichmรคssigen Steigung auch ein ehemaliges Bahntrassee sein kรถnnte. Kaum fertiggedacht, erschien am Ende der Kurve ein frรผherer Bahntunnel, der nun fรผr den Radweg genutzt wird… So war ich bald auf dem hรถchsten Punkt und auch die Abfahrt folgte meist der ehemaligen Bahnstrecke.
Als ich den Luganersee erreicht hatte, ging der Radweg wieder auf der Uferseite auf der alten Strasse von Dorf zu Dorf, wรคhrend die Autos oft in Tunnels stecken. Erst an der Grenze „durfte“ ich auch in einen Tunnel – denn der italienische Zoll ist dort untergebracht. Auch der Schweizer Zรถllner liess mich passieren, und nun gab es keinen separaten Radweg mehr. Dafรผr eine lange Steigung…
Nach der Steigung folgt meist eine Abfahrt, und das war hier nicht anders. So rollte ich in Lugano herein und wusste, dass es nun nochmals steil hochgehen wird – als ich letzten Herbst eine dreitรคtige Tour von Lugano aus unternommen hatte, startete ich mit diesem Anstieg. Auch heute kam ich da krรคftig ins Schwitzen, bis ich auf der anderen Seite hinunter nach Agno fahren konnte. Dort noch kurz eingekauft – und als ich wieder aus der Migros kam, regnete es! Zum Glรผck nicht so fest, aber den Regenschutz habe ich trotzdem รผbergezogen.
So wurde mein Zelt heute doch noch nass, denn auch beim Einrichten meines Nachtlagers regnete es noch. Spรคter zeigte sich noch die Sonne, so dass meine Sachen trotzdem noch trocknen konnten. Nun kann ich nur noch hoffen, dass der Flughafen Agno heute Nacht nicht in die Schlagzeilen kommt, denn die Flugzeuge sind รผber dem Campingplatz im Endanflug und befinden sich nur ein paar Meter รผber den Zelten.


















