Sa 19.07.2014 | Utrecht – Elburg

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Via

  • LF 9b
  • Bunschoten-Spakenburg
  • Zeewolde

Infos

  • 89 km
  • 5:16 h
  • 6.50 l

รœbernachtung

  • Zelt

– City Night Liner –

Als Veloreisender ist der CNL schon eine praktische Sache: Man steigt abends in den Zug ein, verstaut sein Velo, legt sich hin – und am nรคchsten Morgen befindet man sich beim gewรผnschten Reiseziel, ohne sich Sorgen darรผber machen zu mรผssen, wie das Flughafen-Bodenpersonal das Fahrrad behandeln wird. Und mit CHF 20 gibt es das internationale Bahnbillet auch zu einem unschlagbaren Preis.

So fuhr ich von Basel aus schon nach Dรคnemark (nach Kolding und von Kopenhagen zurรผck) und Ostdeutschland (nach Riesa und von Dresden zurรผck). Zudem fuhr ich auch mal von Genf aus zu den Pyrenรคen nach Biarritz und zwei Wochen spรคter von Perpignan wieder nach Hause.

Es kann sich aber lohnen, sich streng an die CNL-Linien zu halten. Das mussten heute einige Mitreisende erleben. Der CNL hatte fast 30 Minuten Verspรคtung eingefahren, womit natรผrlich nicht nur die bei der Planung grosszรผgig eingesetzten Umsteigezeit abgelaufen war, sondern auch der Anschlusszug bereits abgefahren war. Da musste dann am Bahnhof jeweils ein Alternativplan fรผr die Weiterreise ausgearbeitet werden.

Ich kam dann gegen 9 Uhr in Utrecht an, und nachdem ich mich zuerst auf dem Bahnhof verlaufen hatte, fand ich dann doch noch ganz versteckt einen Lift, welcher mich zur Strasse fรผhrte.

Anhand meiner Holland-Karten – dazu in einem spรคteren Beitrag mehr – fand ich ohne grosse Probleme aus der Stadt hinaus auf der von mir vorgesehenen Rute. Ich folge dem hollรคndischen Netz von Fernradwegen, weshalb ich heute kaum einen Kilometer mit Autos um den Raum kรคmpfen musste. Das Land scheint wirklich vollstรคndig von Radwegen durchdrรคngt zu sein!

Amรผsant war dann die erste Fรคhrpassage, die mit Handbetrieb funktioniert. Die Fรคhre ist auf beiden Uferseiten an Stahlketten festgemacht, wobei sich auf der Fรคhre und an den Ufern Kurbeln befinden. Um die Konstruktion vom anderen Ufer herzuholen, betรคtigt man die Kurbel am Ufer – sonst mรผsste man warten, bis jemand von der anderen Seite รผbersetzen mรถchte. Und wenn man sich auf der Fรคhre befindet, legt man an der entsprechenden Kurbel auf der Fรคhre Hand an. Als Radfahrer habe ich da nur eine Anmerkung, um die Geschichte noch authentischer zu gestalten: wenn die Kurbel nicht von Hand betรคtigt werden mรผsste, sondern wie ein Fahrrad oder Pedalo mit den Fรผssen…

Am Nachmittag musste ich der Hitze mit รผber 30 Grad Tribut zollen. Am Morgen gingen die Radwege noch dann und wann durch schattige Wรคlder, doch nachmittags war die Rute dann fast durchwegs an der prallen Sonne. Und wenn sich die Richtung ungรผnstig รคnderte, brach das Tempo vollends zusammen. Obwohl ich trotz Pausen bereits um 14 Uhr die 60 km-Marke erreichte, musste ich da meine angestrebte Tagesdistanz von 120 Kilometern aus dem Kopf schlagen. Stattdessen wollte ich dann noch bis Elburg pedalen, wo ich dann gegen 16:30 Uhr auch tatsรคchlich eintrudelte. Dort bekam ich gerade noch den letzten Stellplatz auf dem Campingplatz. Nachdem ich das Zelt mit Mรผh und Not aufgestellt hatte, suchte ich Schatten, fรผllte meine Flรผssigkeitsspeicher wieder auf und nahm feste Nahrung in Etappen zu mir. Immerhin hat sich nach 20 Uhr der Magen wieder soweit eingerenkt, dass ich doch wieder hoffen kann,  die morgige Etappe bei vollen Krรคften aufnehmen zu kรถnnen…


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