– Prolog –
Kurz vor 6 Uhr morgens ging es für die diesjährige Sommertour los. Der Zug von Basel nach Holland – und somit zum eigentlichen Tourstart – fährt zwar erst abends gegen viertel nach zehn. Aber da derzeit im Laufental an der Bahnstrecke gearbeitet wird, wollte ich mir das viele Umsteigen von Bus zu Ersatzbus zu Bahn zu Bahn sicher nicht antun. Und wenn ich stattdessen am Abend nach Basel fahre, lande ich entsprechend verschwitzt im Zug.
So fuhr ich also gleich mit dem ganzen Gepäck zur Arbeit. Als ich aber auf den Thermometer schaute, glaubte ich meinen Augen kaum: 19.2 Grad um diese frühe Uhrzeit! Ich zog trotzdem meine Jacke an – und meine Vermutung bestätigte sich nach den ersten 1.2 Kilometern und 120 vernichteten Höhenmetern: Beim Neuhüsli hatte ich die warme Luftschicht verlassen und es war sicher 10 Grad kühler!
Die Strecke kenne ich ja bestens, denn seit April habe ich versucht, mindestens einmal wöchentlich mit dem Velo zur Arbeit und wieder zurück zu fahren – was mir mit Ausnahme der letzten beiden Wochen auch gelang. So war dann die Fahrt bis Dornach ziemlich ereignislos – mit Ausnahme natürlich, dass ich vor dem Eggfluetunnel von einem meiner verwandten Nachbarn mit seinem Töff überholt wurde und er mir noch gute Reise wünschte.
Ab Dornach kam ich dann etwas rascher voran als sonst üblich: Da konnte ich mich in den Windschatten von einem e-Bike klemmen und mit 25 km/h gen Basel pedalen. So schaute dann schlussendlich eine fantastische Zeit heraus: Mit dem Rennrad habe ich die Strecke dieses Jahr schon mal in 1 Stunde und 8 Minuten zurückgelegt, der Rekord mit dem Tourenbike liegt bei 1:22 – und heute, mit dem ganzen Gepäck, waren es 1:24!
Dann hiess es noch ein bisschen arbeiten, und gegen 21.30 Uhr nahm ich die letzten 1.5 km zum Bahnhof unter die Räder. Dort war ich dann nicht der Einzige, welcher mit dem Fahrrad in der Passerelle herumstreifte, bis das Gleis vom City Night Liner bekanntgegeben wurde. Da gab es dann einen Ansturm am Lift, aber es schafften es alle rechtzeitig, zum Veloabteil zu gelangen. Und dieses Abteil war dann tatsächlich bis auf den letzten Platz ausgebucht. Velofahren in Holland scheint beliebt zu sein…
Das Gepäck verstaute ich unter meiner Couchette-Liege, und nach ein paar Kartenspielern mit Interrail-Reisenden aus Appenzell legten wir uns aufs Ohr.
Ab morgen geht es dann richtig los!
