Mo 26.10.2026 | Castelnuovo di Porto – Grottaferrata

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Via

  • Rom
  • Vatikanstadt
  • Castel Gandolfo

Infos

  • 70 km
  • 5:12 h
  • 4.5 l
  • Hotel
  • OSTELLO del Lago
  • EUR 49.50 (inkl. Frühstück)

Strava

Frühstück gab es heute bereits ab 06.30 Uhr, ich entschied mich für 07.00 Uhr – da waren die Meisten der asiatischen Reisegruppe bereits fertig mit ihrem Frühstück. Lange habe ich überlegt, mit welcher Bekleidung ich starten soll: Vor dem Hotel im herrlichen Sonnenschein war es gefühlt zwanzig Grad wärmer als auf der Terrasse im Wind! Ich entschied mich schlussendlich, erstmals die Windjacke auf dem Fahrrad anzuziehen – bisher hat sie nur als Regenschutz bei Spaziergängen fungiert, wie beispielsweise in Helensburgh oder Bristol. Ausschlaggebend war der Fakt, dass ich auf den ersten Kilometer viel Höhe verlieren werde – und wenn ich da in schattige Passagen komme, könnte es ziemlich kühl werden! Untenrum blieb es bei der kurzen Radlerhose, die Beinbehaarung wirkt da als schützendes Luftpolster.

Nach 14 Kilometern war ich etwa 200 Meter weiter unten und es wurde flacher und deutlich wärmer. So konnte ich gleich zum Kurzarmhemd übergehen. Es folgten weitere vier Kilometer mehrheitlich bergab, wo ich aber den Blick auf die Karte heftete – es gab ein heftiges Kurvengeschlängel und es galt, die richtigen Spuren zu treffen! Die letzten 15 Kilometer folgten auf einem schönen flachen Radweg dem Flusslauf des Tibers. Diesen Fluss erreichte ich ja bereits am Samstag zwischen Orvieto und Baschi. Im Gegensatz zur Loire oder der Rhone gibt es hier bis zu diesem letzten Stück keinen Fluss-Radweg, weshalb ich am Samstagnachmittag und gestern Sonntag einiges an Höhenmetern sammeln „durfte“.

Höhenmeter gab es nochmals bei der Ponte Sant’Angelo, der Engelsbrücke: Wenige Kilometer zuvor ging es eine Rampe hinunter direkt ans Ufer des Tibers – und bei der Engelsbrücke gab es nur Treppen, um wieder hinaufzukommen! Also Gepäck demontieren, alles in drei Portionen hinauftragen und oben wieder montieren. Dafür ging es nun geradeaus in Richtung Petersdom. Bis kurz vor den Petersplatz rollte ich hinter zwei Polizistinnen auf ihren Pferden daher, die letzten Meter schob ich das Fahrrad in Land Nr. 11: Vatikanstadt.

Ich beschränkte mich darauf, das Fahrrad ein bisschen auf dem Petersplatz herumzustossen. Unglaublich, wie lange die Warteschlangen an den Eintritten zu den Gebäuden sind! Was wird da wohl in der Hochsaison für ein Gedränge sein?

Über die offene Grenze ging es zurück nach Italien und auf die Ponte Sant’Angelo, die ich nun überquerte. Via Abstecher zum Piazza Navona und dem Piazza Venezia ging es zur nächsten Sehenswürdigkeit, die ich mir dick angestrichen habe: Das Kolosseum. Der Radweg umrundet dieses Gebäude zu drei Vierteln, und ich legte da den einen oder anderen Foto-Stopp ein.

Nach einem kurzen Mittagessen – kurz vor 12.00 Uhr begannen sie in der Nähe meiner Parkbank eine Baustelle einzurichten und legten gleich mit dem Presslufthammer los – war ich wieder auf der EuroVelo 7. Auf der Karte geht die Route praktisch in einer geraden Linie in Richtung Südosten.

Viele Wege führen nach Rom, also müssten auch genauso viele davon wegführen – es gibt aber sicher weniger mühsame als jener, welche die Routendesigner der EuroVelo 7 gewählt haben. Und ich habe das Gefühl, dass das keine Veloliebhaber waren… Positiv kann man hervorheben, dass es keinen Autoverkehr gab und dass es nach einem Anstieg auf gut fahrbarem Asphalt der weitere Anstieg auf der Via Appia Antica auf den folgenden 13 Kilometern von vielleicht 100 Höhenmetern nicht spürbar war. Das Problem war aber die Fahrbahn: Auf Kopfsteinpflaster rollt es sich ja grundsätzlich nicht so toll wie auf Asphalt, und wenn es noch Bodenunebenheiten drin hat, macht es die ganze Sache auch nicht einfacher. Es gab auch immer wieder Abschnitte, wo noch die grösseren und grob behauenen Steine der Römer verlegt waren. Da war Fahrradfahren äusserst mühsam bis unmöglich! In einer dieser Stellen gab es auch meinen zweiten Sturz dieser Tour, da das Vorderrad in ein eingeschliffenes Karrgleis abrutschte und ich mangels Geschwindigkeit das Momentum nicht mehr fand, mich wieder daraus zu befreien. Bei meiner Seitwärtsrolle lösten sich diesmal beide Klickpedale sofort von den Schuhen, und es ist weder dem Velo noch mir etwas passiert.

Ich bin nicht der erste Radfahrer, dem diese Strasse nicht behagt; oft gibt es daneben eine Spur, wo man mit weniger Geschüttel durchkommt. Es erfordert dort aber auch unglaublich viel Konzentration, damit man die Spur immer trifft und den spitzen Steinen ausweicht, damit die Reifen nicht aufgeschlitzt werden!

Da ich zeitlich gut unterwegs war, blieb ich trotzdem auf der Route der EuroVelo 7 und wechselte nicht zur weiter östlich liegenden Hauptstrasse – meine Hoffnung, dass sich die Situation irgendwann verbessert, war aber vergebens… Ganz im Gegenteil: Am Schluss gab es auch kein Kopfsteinpflaster mehr und ich befand mich auf einem Feldweg!

Etwas Sorgen bereitete mir noch der Schluss der Etappe, nachdem ich die Via Appia Antica hinter mir gelassen habe: OrganicMaps zeigte mir bei knapp etwas mehr als acht verbleibenden Kilometern noch eine Höhendifferenz von über 400 Metern an! Es ging auch gleich bergan, aber ich konnte die Steigung noch gut bewältigen. Später ging es deutlich steiler auf schlechtem Asphalt auch noch relativ ansprechend voran, und dann sah ich die Hauptstrasse neben mir und machte einen Navigationsfehler: „Meine“ parallel dazu verlaufende Strasse ging eine steile Rampe hoch und oben sah ich Einfahrt verboten-Schilder. Daher dachte ich, dass ich auf die Hauptstrasse müsse – und fuhr da gleich in einen langen Tunnel bergab bis an den Lago Albano! Es war zu spät, aber als ich in die Karte zoomte, hätte ich zu den Schildern hochfahren und dort rechts abbiegen müssen…

Am See war es auch schön, und den Vorschlag von OrganicMaps zurück auf meine Route ignorierte ich und nahm stattdessen den weiteren Weg und konnte so in einem höheren Gang etwas lockerer hochpedalen als im ersten Gang mühselig eine hochprozentige Steigung zu bewältigen. Das hatte zwar auch etwas mehr Höhenmeter zur Folge, dafür den Vorteil, dass ich zum angepeilten Supermarkt bereits einen Abschnitt befuhr, der danach auf dem Weg zum Hotel geplant war. Und da war klar: Dieses steile Stück wieder hinauf? Nein danke! Daher nahm ich eine deutlich breitere und besser asphaltierte Strasse, wiederum mit etwas mehr Weg, aber nur auf den allerletzten Metern zur Hauptstrasse eine Steilheit für den 1. Gang.

Auf der Hauptstrasse eine kurze Abfahrt – und wieder 50 Meter bergauf, da ich an der Hausnummer 25 vorbeifuhr und das erst bei der Nummer 23 bemerkte… Der Name des Hotels ist erst hinter der Einfahrt angeschrieben!

Der Lago Albano ist gemäss Wikipedia kein Kratersee, sondern befinde sich in einer Mulde vulkanischem Ursprungs. Die heutige Etappe war wohl zu anstrengend, dass ich diesen Unterschied verstehe… Jedenfalls ist das Hotel fast zuoberst auf dem Ringwall, welcher den See begrenzt.


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