Frühstück gab es heute Morgen ab 08.00 Uhr, und bereits um 08.30 Uhr rollte ich wieder vom Parkplatz – das Fahrrad hatte ich bereits vor dem Essen beladen. Um die einstündige Zeitumstellung war ich fast ein bisschen froh, denn es hat nachts wieder kräftig abgekühlt. Wie gestern fuhr ich aber nicht in einem Langarmtrikot los, sonder wiederum mit Thermounter- und Kurzarmhemd. Ich wusste ja, dass es bereits auf den ersten Kilometern einige Höhenmeter zu erklimmen galt.
Der Radweg ging auf einen Schotterabschnitt über, und als es „richtig“ bergauf ging, war wieder Asphalt unter den Rädern. Die erste Rampe war aber so steil und die Strasse so schmutzig, dass ich diese nicht hochpedalen konnte und das Fahrrad schieben musste. Etwas später war es etwas weniger steil und es lagen keine Ästchen mehr auf dem Weg, so dass ich den Rest dieses Anstiegs im Sattel hochdrücken konnte.
Nach einer Abfahrt auf Schotterstrasse erreichte ich die Hauptstrasse – und nach einer weiteren kurzen Abfahrt ging es wieder hinauf. Damit hatte ich nicht gerechnet, das Höhenprofil hatte ich für diesen Abschnitt nicht gut genug rekognosziert… Schlussendlich kam doch noch die Abfahrt und ich sah, wie sich Orte vor mir auf einer weiteren Anhöhe auftürmte.
Hier verliess ich die Route von EuroVelo 7 wieder, die ich zuvor beim Einbiegen auf die Hauptstrasse wieder erreicht hatte, und blieb weiter auf der Hauptstrasse. Der nachfolgende EuroVelo-Abschnitt ist nicht nur als „not signed“ angegeben, sondern auch als „undevelopped“. Erst als ich nach Gallese abzweigte, kam ich wieder auf die EuroVelo-Route – und ich glaube, die bog da von einem Feldweg ein…
Jedenfalls war Gallese wieder auf einer Anhöhe, und nach einer kurzen Abfahrt „hinter“ dem Dorf ging es wieder bergauf. Zum Glück war die steilste Rampe nur kurz und auf feinstem Belag, so dass ich hochfahren konnte. Danach ging es durch Olivenhaine und Haselnussplantagen weiter bergan, bis ich zuerst in Corchiano und nach einer Wellenpassage in Civita Castellana einfahren konnte.
In Civita Castellana legte ich meine Mittagspause auf einer Parkbank ein – da war ich vormittags schon etwas weiter gekommen als erhofft. Für den Nachmittag blieben weniger als 30 Kilometer übrig – aber auch noch ein paar Höhenmeter! Nach der Pause ging es zunächst über eine Brücke, welche die beiden Ortsteile von Civita Castellana verbindet; dazwischen befindet sich eine tiefe Schlucht. Es folgte die Abfahrt hinunter zur Hauptstrasse, und nun ging es 12 Kilometer bergauf. Dort konnte ich auch das Thermounterhemd ausziehen, denn mittlerweile war es im Sonnenschein angenehm warm.
Nach zwei Haarnadelkurven gesellte sich bald die Eisenbahnlinie in Strassennähe, die sich in Wellen hochschaukelte. In einer steileren Passage überholte mich ein Biker-Pärchen, wobei er hinten einen Plattfuss hatte. Immer, wenn es etwas flacher wurde, konnte ich aufholen, in den steileren Abschnitten vergrösserte sich der Abstand wieder…
Auf den letzten Kilometern gab es ein ständiges Auf und Ab, wo manchmal auch ein Blick hinunter ins Tal und die gegenüberliegenden Hügel gewährt wurde – meistens ist diese Aussicht aber den Anwohnern vorbehalten. Und bereits um 14.30 Uhr stand ich vor dem Hoteleingang – dieser war geschlossen, Check-in ist ab 15.00 Uhr. Daneben gab es eine Lounge, wo ich es mir gemütlich machte und schon mal den morgigen Tag plante: Die Durchfahrt durch Rom steht an!
Auch um 15.00 Uhr regte sich noch nichts – aber es kamen Leute um die Ecke gelaufen, die zu ihren Fahrzeugen gingen. Also ging ich auch um diese Ecke und die nachfolgende Treppe hinunter – und dort befand sich das Restaurant, wo auch die Besitzer waren. So konnte ich einchecken, mein Zimmer befindet sich ebenerdig im dritten Stock! Ich konnte mit dem Fahrrad ins Zimmer hineinrollen und auf die riesige Terrasse durchschieben – dort wird es die heutige Nacht verbringen. Ich nahm nach dem Duschen meinen Campingstuhl hervor – dieser ist deutlich bequemer als die vorhandenen Sitzgelegenheiten – und platzierte mich bis zum Sonnenuntergang um 17.00 Uhr ebenfalls auf der Terrasse. Dabei schaute ich zuerst einmal den heutigen Riesenslalom-Auftakt der Männer in Sölden – zumindest die Top 10 des zweiten Laufs. Nebenbei lief auch das Setup vom neuen Handy, das mich noch ein bisschen beanspruchen wird. Es wird also nicht langweilig…
