Mo 22.08.2016 | Sterzing – Imst

,

Via

  • Brennerpass (1’375m)
  • Innsbruck

Infos

  • 128 km
  • 7:20 h
  • 5.00 l

รœbernachtung

  • Zelt

Wie – und รผberhaupt ob – diese Velotour weitergeht, war gestern Abend plรถtzlich in Frage gestellt, als ich nur noch humpelnd zum Nachtessen gehen konnte. Das Malheur passierte am Nachmittag auf halbem Weg von Franzensfeste nach Sterzing, als ich auf dem Radweg zwei eng gesteckte Abschrankungen umkurven musste. Das hatte ich zwar geschafft, doch dann hรคngte die linke Vorderradtasche am Blocksteinwurf an – und infolge der bereits extremen Schrรคglage und der รคusserst geringen Geschwindigkeit schaffte ich es nicht mehr rechtzeitig, beide Fรผsse von den Klickpedalen zu bringen, und legte mich daher rechts unter dem Velo auf den Boden. Die Schรผrfungen am linken Ellenbogen und unter dem rechten Knรถchel waren praktisch unerheblich, und auch am Fahrrad musste ich nur den Sattel wieder richten und zwei Packtaschen einhรคngen.

Aber eben, als am Abend die Muskulatur im rechten Fuss nicht mehr voll durchblutet war, hat es mรคchtig รผber den Rist gezogen. Habe ich mir da eine Zerrung geholt? oder sogar noch mehr?

Auch heute Morgen bin ich ums Frรผhstรผcksbuffet gehumpelt, wagte mich aber trotzdem aufs Rad. Schliesslich ging es gestern nach dem Sturz ja auch. Auf den Pedalen schmerzte es tatsรคchlich viel weniger, und nach ein paar Kilometer war praktisch รผberhaupt nichts mehr zu spรผren. Mal schauen, wie diese Geschichte weitergeht…

Auf dem Fahrrad fuhr ich in Sterzing gleich am 16 Kilometer-Schild bis zum Brennerpass vorbei – wobei es mich doch sehr stutzig machte, dass auf dem Schild obendran fรผr die Autos dieselbe Distanz angegeben war. Ich schlug von vornherein gleich mal 4 Kilometer drauf, aber das war immer noch zuwenig – die Passhรถhe war erst nach 25 Kilometer erreicht… Denn im Gegensatz zur Autobahn, die geradeaus auf Betonstelzen durchs Tal fรผhrt, wird man auf dem Radweg mal eine Seitenflanke hochgejagt, um dann ebenso steil wieder auf den Talboden runterzufahren, mal geht es in ein Seitental hinein, so dass man รผber mehrere Kilometer das Gefรผhl hat, in die falsche Richtung zu fahren… Immerhin war der obere Teil nicht mehr so steil, da der Radweg auf einem alten Bahntrasse verlรคuft, an verlassenen Bahnhรถfen vorbei – und auch durch zwei kurze Tunnel.

Den Aufstieg bewรคltigte ich zusammen mit einem Deutschen, welcher mit seinem Liegerad auf dem Heimweg nach Nรผrnberg ist. Mal lag mit eine Passage besser und war ein paar Meter voraus, mal war es umgekehrt. Abgehรคngt hat er mich dann auf der Passhรถhe, als ich wegen dem eisigen Wind die Windjacke fรผr die Abfahrt anzog und gleich noch ein Gipfelfoto schoss. Erst 20 Kilometer spรคter habe ich das Liegerad wieder bei einem Supermarkt stehen gesehen. Da fuhr ich aber vorbei, denn Einkaufen brauchte ich um diese Tageszeit nicht.

So fuhr weiter auf der Hauptstrasse talwรคrts, die Autobahn weit รผber mir, die Eisenbahnstrecke weit unter mir. Den Radweg habe ich nicht benutzt, welcher ein paar Kilometer nach dem Passรผbergang ausgeschildert war. Nachdem ich das Fahrrad gleich knapp 100 Meter steil den Berg auf Schotter hochgeschoben hatte und ich danach sah, dass es so weiter geht, habe ich gewendet – Schliesslich bin ich nicht auf einer Wanderung!

Innsbruck erreichte ich kurz nach Mittag, rechts die Bergisel-Schanze, links der Friedhof, und fand auch bald den Inn-Radweg. Somit habe ich eine weitere Olympia-Austragungsstรคtte in meinem Palmarรจs. Von den Winterolympiaden auf europรคischem Boden fehlen mir jetzt nur noch Grenoble (1968) und Sarajevo (1984) – und Sotschi (2014), falls man diesen Flecken zu Europa zรคhlt.

Der Inn-Radweg war wรคhrend knapp 50 Kilometer wenig spektakulรคr und sehr leicht zu fahren, ohne nennenswerte Steigung entweder dem Inn, der Eisenbahn oder der Autobahn entlang. Dann gab es aber doch noch ein paar happige Anstiege und Abfahrten, die nach knapp 120 Kilometer richtig wehtun… Immerhin ist da die Strecke schรถn in Wรคldchen angelegt und fรผhrt mehrmals รผber den Inn – aber 18% Steigung konnte ich dann doch nicht mehr treten und musste schieben. Aber andere haben das schon am Brenner tun mรผssen…

Bei Imst hatte ich dann genug fรผr heute, und steuerte bei 30 Grad und strahlendem Sonnenschein gegen 17 Uhr den Campingplatz an, wo ich heute die Nacht verbringen werde – mit ein paar anderen Radlern, welche auf dem Inn-Radweg unterwegs sind.


Meine Lieblingsetappen

Mehr…

Gefahrene Route 2026


Newsletter

Mรถchtest du regelmรคssig รผber mein Fahrrad-Abenteuer per Mail informiert werden und zusรคtzliche Informationen erhalten? Dann freue ich mich auf deine Newsletter-Anmeldung!

Anmeldung…

Beitrรคge filtern


Back to top arrow