Gestern Abend ging zweimal ein kurzer, heftiger Gewitterregen รผber den Campingplatz. Zum Glรผck blieb es bei diesen Steifschรผssen, so dass ich wiederum mit offener Apsis schlafen konnte. Wie ich mittlerweile gelesen habe war das Gewitter weiter sรผdlich deutlich heftiger, indem in der Ostschweiz Keller ausgepumpt werden mussten.
Bereits um 06.43 Uhr nahm ich wieder Fahrt auf – ich glaube, das ist der frรผheste Etappenstart auf einer Radreise seit Dezember 2008, als ich 90 km Gegenwind in Richtung El Chalten vor mir hatte! Spรคter, auf dem Weg nach Blumberg, wurde ich ein zweites Mal an Sรผdamerika erinnert: Die Schotterpiste, die hier Radweg genannt wird, ist dieselbe Art von Ripio-Piste wie in Patagonien! Sind etwa Leute von hier ausgewandert und haben in Sรผdamerika mit Strassenbau ihr Geld verdient?
Bevor ich zu dieser Rumpelpiste kam, musste ich zuerst aber einmal zwei Steigungen bewรคltigen, wobei letztere immer steiler und endloser wurde… Das gestern wieder frisch gewaschene Hemd war daher bereits nach wenigen Minuten wieder durchgeschwitzt…
Nach Blumberg ging es eine bis zu 15 % steile Abfahrt hinunter – und als ich unten war, musste ich einen Teil der verlorenen Hรถhe wieder erklimmen, um nach Fรผtzen hinรผberzukommen. Dabei begann schon hin und wieder ein leichtes Nieseln. Nach der Abfahrt in Fรผtzen hinein, ging der Radweg wieder von der anderen Seite den gleichen Bergrรผcken hoch, wรคhrend sich die Hauptstrasse weiter unten stets talwรคrts neigt. Als ich auch endlich mit Pedalen wieder aufhรถren konnte, kam das nรคchste รbel: Full Wet Conditions! Erstmals auf dieser Tour zog ich unter einem Baum nicht nur die Regenjacke an, sondern auch die Regenhose und die neuen รberziehschuhe. Es ging noch kurz und steil hinunter nach Grimmelshofen – und dort auf eine Naturpiste. Da war Fahrrad, Packtaschen und der untere Teil der Bekleidung rasch braungespritzt…
Ziemlich genau 30 Minuten fuhr ich in Regenkleidung, in Stรผhlingen konnte ich sie wieder ausziehen. Dabei machte ich Halt an einem Brunnen, damit ich Regenhose und รberziehschuhe gleich wieder abwaschen konnte. Ich klemmte die Regensachen hinten auf die schwarze Packtasche und fuhr weiter das Tal hinunter. Es nieselte noch einmal kurz, danach blieb es trocken. Daher habe ich die Mittagspause – als sich sogar die Sonne wieder etwas zeigte – etwas verlรคngert, das Fahrrad vom Schmutz befreit und die Kette wieder frisch geรถlt.
Auf den wieder meist trockenen Strassen rollte es nun wieder besser, zuerst Waldshut-Tiengen entgegen und zurรผck an den Rhein, anschliessend weiter nach Albbruck. Dort war ich so nahe an der Grenze, dass ich das Mobilnetz vom Handy einschaltete und Schweizer Empfang hatte. So suchte ich ein Hotel in Bad Sรคckingen – und buchte ein Zimmer ein paar Kilometer weiter in Wehr.
So ging es weiter in Richtung Laufenburg – und dort kam gerade eine dunkle Wolke mit Nieselregen daher, als ich beim EDEKA vorfuhr. Ich holte im Laden Proviant fรผr heute Abend und morgen, und als ich raus kam, war die Wolke glรผcklicherweise wieder weg. Dafรผr kam ich in der Altstadt von Laufenburg ins Schwitzen, weil der Veloweg steil bergab und anschliessend wieder hinauf geht. Immerhin gab es dabei auch schรถne Blicke auf die beiden Stรคdte beidseits des Rheins.
So blieb noch der Schlussspurt nach Bad Sรคckingen, auch dort fรผhrt der Veloweg in die Innenstadt hinein. Einmal kam ich an eine Kreuzung, wo man nur links oder rechts abbiegen kann, geradeaus versperrt eine Hรคuserzeile den Weg. Leider gibt es aber genau dort keinen Wegweiser, in welche Richtung man abbiegen soll. So konsultierte ich MAPS.ME, und rasch war ich auf direktem Weg nach Wehr, wo ich um 16.15 Uhr ankam.
Nach dem Zimmerbezug und einer Dusche ging ich in die Innenstadt und gรถnnte mir ein griechisches Nachtessen.


















