Mo 20.07.2026 | Haltwhistle – Jedburgh

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Via

  • Bellingham
  • Grenze England / Schottland

Infos

  • 93 km
  • 6:48 h
  • 6.00 l
  • Camping
  • Jedburgh Camping & Caravanning Club Site
  • GBP 5

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Heute war ein brutal anstrengender Tag! Viele Höhenmeter, mehrere Kilometer Schüttelbecher-Schotter, und landschaftlich gab es auch nicht viel zu sehen. Aber ich bin in Schottland angekommen!

Von der gestrigen Anfahrt zum Campingplatz wusste ich, dass es gleich steil bergauf geht – ich hatte immerhin schon die Hälfte dieses Anstiegs geschafft, bis jener Camper, der mit seinem Van den Campingplatz bereits um 06.15 Uhr hätte verlassen wollen, mich überholte – die Schranke lässt sich erst wieder ab 07.00 Uhr öffnen…

Danach ging es zunächst knapp 5 Kilometer flach auf der stillgelegten Eisenbahnstrecke weiter, bis ich das Zentrum von Haltwhistle erreicht hatte. Nun ging es wieder steil bergauf, zum Glück waren die Strässchen kaum befahren. Im Laufe des Tages fragte ich mich aber schon, wie das Wasser hier abfliesst – egal, in welche Richtung die Strasse ging, ich sah ständig den nächsten zu erklimmenden Hügel vor mir!

Nach einer „Abkürzung“, welche Outdooractive vorgeschlagen hat, traf ich wieder auf die Radroute 68. Höhenmeter habe ich kaum weniger zurückgelegt, aber einige Kilometer an Distanz gespart. Allerdings kam mir erst im Verlaufe des Tages in den Sinn, dass ich auf dem Weg zu diesem Treffpunkt wohl den Hadrianswall „durchbrochen“ habe. Da war eine Mauer, die deutlich dicker und höher war als alle anderen Steinmauern, die es hier wie Sand am Meer gibt.

Der Radweg benutzt so verlassene Strässchen, dass mehrmals auch Viehroste zu überqueren waren, die Schafe – und aufgrund der Hörner vermutlich auch Widder – können dazwischen frei über die Strasse laufen. Plötzlich endete der Asphaltstreifen, und es ging auf einer Schotterpiste weiter. Netterweise gab es da gleich den Hinweis, dass diese für den motorisierten Verkehr nicht geeignet sei… In der Hälfte dieses kräfteraubenden Abschnitts – in den kleinen Abfahrten kann man kein Tempo aufbauen wegen den Schlaglöchern, so dass man ohne Geschwindigkeit den nächsten Hügel vollständig wieder hochkraxeln muss – kam trotzdem von hinten ein LKW. Damit er durchkonnte und wohl irgendwo Holzstämme aufladen konnte, schob ich mein Rad von der Piste und wartete ein paar Minuten, bis sich der Staub wieder gelegt hatte.

Was war ich froh, als ich wieder ein Asphaltband vor mir sah! Nun kamen aber kurz hintereinander zwei Schilder, dass Furten zu durchfahren sind. Mit einem Messstab wurde angezeigt, wie hoch der Pegelstand ist. Nun, mir kam die Trockenheit der letzten Wochen zu Hilfe, Wasser war bei keiner dieser Stellen zu sehen. Deshalb konnte ich nach der Durchfahrt auch das Hinweisschild ignorieren, dass die Funktionstüchtigkeit der Bremsen zu testen sei.

In Bellingham entschied ich mich dazu, die Route Nr. 68 zu verlassen und auf Hauptstrassen weiter Richtung Norden zu fahren. Da hatte ich noch keine 40 Kilometer in den Beinen, aber schon fast 800 Höhenmeter auf dem Konto – und ich vermutete, dass dieses ständige auf und ab weitergegangen wäre. Auf dem Weg in Richtung Otterburn ging es zwar zunächst auch viele Höhenmeter hinauf, nun aber wenigstens wieder mit einer etwas moderateren Steigung. Vor Otterburn traf ich auf die A68, die ich bis zum Etappenziel in Jedburgh befuhr. Gleich beim ersten Parkplatz fuhr ich hinaus und machte kurz nach 12 Uhr meine Mittagspause.

Auch auf der A68 waren viele kleinere Steigungen zu überwinden, die wieder in kleinere Abfahrten mündeten. Ich wusste aber, dass es ab dem Mittagspausenplatz bis zum höchsten Punkt 22 Kilometer waren. Also galt es, beharrlich die Pedale durchzutreten und sich nicht von den Fliegenschwärmen, die mich zweimal befielen, verrückt lassen zu machen. Und so kam früher als erwartet – das Handy hatte ich in die Lenkertasche gelegt, damit keine Schweisstropfen darauf fallen – kam das Schild, dass es bis zur Englisch-Schottischen Grenze nur noch eine Meile sei!

Oben angekommen, gab es Gipfelfotos und ein Sandwich, und ich freute mich auf die Abfahrt. Bei der früher hart umkämpften Grenze zwischen England und Schottland gab es natürlich auch auf der schottischen Seite Hügel zu erklimmen statt einer durchgehenden Abfahrt bis Jedburgh. Doch auch diese waren schlussendlich überwunden und ich konnte in Jedburgh einfahren.

Auf der Karte hatte ich gesehen, dass es gleich am Eingang zum Ort ein Toilettenhäuschen und eine Fahrrad-Reparaturstation gibt, gleich vor der Jedburgh Abbey. So fuhr ich diesen Platz gleich an und versuchte, wieder etwas mehr Luft in den Hinterreifen zu bringen. Das war aber eine schlechte Idee, denn die dort montierte Luftpumpe funktioniert nicht und liess fast die ganze Luft aus meinem Reifen entweichen! So musste ich doch mit meiner Handpumpe wieder für einen ordentlichen Druck sorgen.

Vor 27 Jahren fuhr ich bereits hier durch, die Etappe führte von Otterburn bis nach Edinburgh. Damals machte ich am Nachmittag noch eine Sightseeing-Tour in Edinburgh – morgen werde ich froh sein, wenn ich von hier aus Edinburgh am Abend erreicht habe… Von der damaligen Fahrt waren mir noch der Grenzstein sowie die Jedburgh Abbey in Erinnerung. Die vielen Wellen konnte ich damals sicher besser durchdrücken – Mensch und Maschine mit Gepäck waren zusammen aber auch um die 50-60 kg leichter als heute…


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