Frühstücksbuffet gab es ab 08.00 Uhr, ich fuhr daher „erst“ um 08.40 Uhr bei herrlichem Sonnenschein und angenehmer Temperatur los. Um Höhenmeter zu vermeiden, fuhr ich meistens auf der Hauptstrasse; da gibt es meistens einen schmalen Seitenstreifen und guten Asphalt – und vom motorisierten Verkehr lasse ich mich sowieso nicht beunruhigen!
Die meisten Höhenmeter gab es zwischen Sperlonga und Gaeta zu bewältigen; die Strasse folgt zwar weiterhin der Küste, aber nicht mehr auf Meereshöhe. Dort gab es auch den einen oder anderen Tunnel zu durchfahren – die meisten waren aber nur kurz und man konnte mit einer Ausnahme schon das Ende sehen, als man in den Tunnel hineinfuhr. Zudem gibt es in dieser Richtung nur einen Tunnel mit leicht ansteigender Fahrbahn, die anderen sind flach oder es geht leicht bergab.
Nachdem ich Gaeta ein paar Kilometer hinter mir gelassen hatte, „missbrauchte“ ich eine stillgelegte Tankstelle für meine Mittagspause. Dort konnte ich meinen Campingstuhl halb im Schatten, halb in der Sonne aufstellen und das Essen geniessen.
Nach dem Mittagessen fuhr ich an einem römischen Aquädukt vorbei – und wenig später war die Brücke, auf der die Route weitergeht, gesperrt. Ein Radrennfahrer, der mich beim Fotografieren vom Aquädukt überholt hatte, wartete dort und zeigte mir, wo die Lücke in der Absperrung ist. Was auch immer die an der Brücke machen, um 13.00 Uhr hatte ich die Brücke für mich alleine, es war auch keine Baustelle zu sehen… Die Brücke daneben über den Garigliano ist eine Autobahnbrücke, also für mich nicht nutzbar – und die nächste Brücke befindet sich erst wieder viele Kilometer landeinwärts!
Nach der Brücke ging es wieder zurück in Richtung Küste, und auf vielen Kilometern hatte ich nun die Strasse praktisch für mich alleine. Im Sommer steppt dort wohl der Bär, nun ist aber alles geschlossen. Etwas abenteuerlich war vor Mondragone der Weg zurück auf die Hauptstrasse. Zum Glück war das Tor auf einem schmalen Steg nicht verschlossen, sonst hätte ich wieder ein paar Kilometer zurückfahren müssen! Es ging im Zick-Zack weiter auf schmalen Strässchen, und am Schluss auch über einen Feldweg zwischen hohem Schilf hindurch.
In Mondragone ging es noch zum Einkaufen – der erste markierte Supermarkt auf meiner Karte ist geschlossen, und beim zweiten war nicht der auf der Karte angeschriebene EuroSpin, sondern eine Todis-Filiale. So bin ich erstmals in einem Shop dieses Unternehmens, und ich fand alles, was ich benötigte – sogar Eistee-Nachschub!
Die letzten Kilometer nach Castel Volturno waren flach und unspektakulär, und bereits kurz nach 15.00 Uhr war ich beim Appartement. Dieses befindet sich gleich neben den Ruinen einer mächtigen Burg aus dem 10. Jahrhundert.
Bei der Anfahrt von Castel Volturno musste ich erstmals seit Ewigkeiten wieder mal niesen – die täglichen Nies-Attacken im Büro waren also doch darauf zurückzuführen, dass ich eine Arbeits-Allergie habe – und als ich im Appartement war, fröstelte es mich. Auch wenn es die letzten beiden Tage flach war, hat das enorm hohe Tempo offenbar an meinen Kraftreserven gezehrt. Nach einer heissen Dusche legte ich mich daher unter die Bettdecke und verdrückte einige Kalorien – mittlerweile habe ich wieder schön warm! Für morgen habe ich mir sowieso eine kürzere Etappe geplant – und danach muss ich mir überlegen, wie ich weiter in Richtung Sizilien fahren soll: Die EuroVelo 7 weist unmenschlich viele Höhenmeter aus, zudem wird es gemäss Wetterbericht kühler und feuchter…
