Mi 20.03.2013 | Carolina – Luján

,

Via

  • San Francisco del Monte de Oro

Infos

  • 76 km
  • 4:12 h
  • 3.50 l

Übernachtung

  • Hotel

Da es Morgenessen erst ab 08.30 Uhr gab, startete ich erst kurz nach neun Uhr mit dem Fahrrad – dafür war das Frühstück so umfangreich, dass ich mich am Mittag schon fast dazu zwingen musste, wieder etwas zu essen!

Das Wetter war heute wunderbar, nur mit ein paar Schleierwolken am Himmel. So war es dann auch in der Höhe von Carolina schon warm genug, nur mit Kurzarmhemd bekleidet die Tagesetappe in Angriff zu nehmen.

Schon nach zwei Kilometern kam die Abzweigung Richtung San Francisco del Monte de Oro, und es ging in Wellen wieder bergauf, wobei zwischenzeitliche kurze Abfahrten auch nicht fehlten. Nach 10 Kilometern sah ich so eine kurze Abfahrt vor mir, dahinter gleich wieder eine steile Rampe – und dazwischen ein Bach, welcher über die Strasse fliesst. Soll ich es wagen, mit Tempo durch den Bach zu fahren und so mit ein bisschen Schwung in die Steigung zu kommen? Nun, ich wagte es – und war rasch eine Erfahrung reicher…

Kaum hatte ich den Bach erreicht, schlipften die Räder infolge Aquaplaning und Moosbewuchs weg und ich rutschte auf dem Boden durch den Bach hindurch. So kann man auch ein Bad nehmen… Immerhin war an Fahrrad und Ausrüstung nichts beschädigt, ich musste nur die Packtaschen wieder neu montieren. Und ich bekam trotz der fast 10 Meter langen Rutschpartie über den spiegelglatten Untergrund nur eine klitzekleine Schürfwunde ab.

Mit den warmen Temperaturen trockneten die Kleider rasch, mit Ausnahme der Socken. Aber die wären wohl auch bei einer langsamen Durchfahrt nass geworden…

1 Kilometer später, die selbe Situation: kurze Abfahrt, Bach, steile Rampe wieder bergauf. Aber ich habe meine Lektion gelernt und fuhr nun im Schritttempo durch die Furt! Und so bekamen nur die Füsse etwas ab vom aufspritzenden Wasser.

Es ging dann weiter in vielen Kurven die Kreten hoch, und die letzte Steigung war dann auch ganz sicher im zweistelligen Prozentbereich. Doch nach 16 Kilometern hatte ich dann den Höhepunkt erreicht und konnte auf die kurvenreiche Abfahrt blicken.

Da war dann nichts mit Tempobolzen! Die Strasse war brutal steil und die Kurven extrem eng, so dass ich permanent auf der Bremse war und die Abfahrt volle Konzentration verlangte. Dann und wann machte ich natürlich einen Halt, um auf die Landschaft, das vor mir liegende Kurvengeschlängel und hinab ins Tal zu blicken. Dabei stellte ich das Fahrrad jeweils mitten auf die Strasse, denn in den 3 Stunden bis San Francisco del Monte de Oro hatte ich überhaupt keinen Verkehr.

Unten galt es dann eine Entscheidung zu treffen, ob ich links oder rechts um den Stausee herumfahren soll. Beide Strassen sahen vom Zustand her identisch aus, und ich nahm die linke Variante. Die bot dann aber sicherlich mehr Höhenmeter als die andere Seite. Aber so Wellen bin ich mittlerweile ja gewohnt… Und ich hatte erst noch das Glück, zwei Füchse anzutreffen, wobei ich einen davon sogar vor die Linse bekam!

San Francisco del Monte de Oro. Das heisst wohl, dass hier auch Gold abgebaut wurde. In Carolina wurde der Berg jedenfalls bis in die 1950er-Jahre ausgehöhlt. Wer weiss, wenn der Goldpreis weiter steigt, kommt diese Industrie vielleicht auch wieder hierher…

Nachdem ich die Ausfahrt aus San Francisco del Monte de Oro gefunden hatte, flog ich förmlich Luján entgegen. Da war dann auch gleich ein Hotel angeschrieben, 5 Kilometer ab der Kreuzung. Natürlich viel besser als 19 Kilometer weiter zu fahren nach Quines. Denn die müsste ich morgen wieder zurückfahren, um nach San Juan zu gelangen… So fuhr ich bis ans Ende vom Dorf, wo ich dann im hübschen Hotel Luján eincheckte. Und das bereits um 14.30 Uhr!

Weiterfahren macht heute aber wenig Sinn, denn bis San Juan sind es 300 Kilometer, wobei die erste Versorgungsstation erst nach 180 Kilometern kommt. Deshalb werde ich hier nun ein bisschen im Schatten ausruhen und am Abend noch Verpflegung im Dorf auftreiben.


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