Fr 19.09.2008 | Salto – Posadas

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Sa 13.09.2008

  • Salto –
    Belén
  • 87 km
  • 447 Hm
  • 5:11 h
  • 2.50 l
  • Zelt

So 14.09.2008

  • Belén –
    Bella Unión
  • 81 km
  • 414 Hm
  • 4:28 h
  • 2.00 l
  • Hotel

Mo 15.09.2008

  • Bella Unión –
    Paso de los Libres
  • 89 km
  • 348 Hm
  • 5:05 h
  • 3.50 l
  • Hotel

13.09.08, 87 km
Die Ausfahrt aus Salto war einfacher, als ich mir das vorgestellt hatte: zuerst fuhr ich zurück auf die Avenida, welche mich gestern Richtung Stadtzentrum führte. Und diese Avenida leitete mich 7 km später direkt zurück auf die Ruta 3, wobei unterwegs noch zweimal bestätigt wurde, dass man auf dem richtigen Weg ist. Das war richtig fantastisch! Die Ruta 3 führt weit ausserhalb der Stadt herum, so dass diese noch viel Entwicklungsraum hat…

Heute war den ganzen Tag kein einziges Wölkchen am Himmel zu sehen, dafür wehte der Wind wieder mehr von der Seite. Dies störte mich aber überhaupt nicht, denn ich will ja erst morgen Abend in Bella Unión sein, damit ich am Montag über die Grenze kann. Und diese 140 km sollten in zwei Tagen locker zu schaffen sein. So pedalte ich heute oft in Gedanken versunken, denn es war noch weniger Verkehr auf der Strasse als die letzten Tage. Vor allem fehlten viele Lastwagen, die am Wochenende wohl auch Pause haben.

Bei der Abzweigung zu den Termas del Arapey diente ich noch als Fotomodell, und wenig später sah ich die Abzweigung Richtung Belén, wo auch ein Campingplatz als vorhandene Einrichtung angegeben war. „Nichts wie hin“, dachte ich mir und fuhr so in dieses Dorf. Dort fragte ich nochmals nach dem Weg, bis ich am Ufer des Río Uruguay stand – doch von einem Zeltplatz war nicht unbedingt etwas zu sehen. So fuhr ich dem Ufer entlang, bis ich da einen Holzwagen stehen sah, wo noch Wäsche zwischen den Bäumen aufgehängt war. Da fragte ich nochmals nach, worauf das Mädchen mir bestätigte, dass dies der Zeltplatz sei und ich mich niederlassen könne. Ich wählte einen Platz etwa 40 Meter weiter unten unter den nächsten Bäumen – und schon war ich die Dorfattraktion. Viele Kinder wollten viel wissen, und dann begrüssten mich auch noch ihre Eltern. So dauerte es ein wenig länger, bis ich das Zelt aufgebaut hatte. Doch dies war ja kein Problem, da ich vor 15.00 Uhr da war. Nach dem Zeltaufbau reinigte und ölte ich das Fahrrad wieder mal gründlich, bevor wieder die nächsten Gespräche folgten. Und so wurde es auch rasch Abend.

Nachtrag vom nächsten Tag: Kaum hatte ich die vorherigen Zeilen geschrieben, kam ein Señor zu meinem Zelt und sagte, dass ich hier nicht zelten dürfe. Ich erklärte ihm, dass aber alle gesagt hätten, dass hier der Zeltplatz sei, doch das interessierte ihn nicht. Zelten dürfe ich weiter flussaufwärts. Da die Sonne bald unterging, war höchste Eile geboten. Rasch packte ich alles zusammen und stopfte es in meine Taschen, wobei ich vom Señor beobachtet wurde – wohl zur Kontrolle, dass ich auch wirklich zusammenpacke. Als ich fast fertig war und der Señor sich langsam entfernte, kan einer der Jungs von heute Nachmittag zu mir und sagte mir, dass ich das Zelt in ihrem Garten aufstellen dürfe. Also stiess ich das notdürftig bepackte Velo etwa 200 Meter über die Wiese und baute das Zelt erneut auf – so schnell war ich noch nie mit dem Aufbau!

Ich unterhielt mich noch eine Weile mit der Familie, die definitiv nicht verstehen konnte, warum ich auf der Wiese nicht campieren durfte. Zudem durften die anderen mit ihrem Planwagen komischerweise bleiben…

Ricardo, der Vater, zeigte mir noch eine Sammlung der grössten Fischköpfe, die er gefangen hatte, Einer war wirklich riesig, und der Fisch habe 50 kg gewogen! So wurde es nach der grossen Aufregung doch noch ein Abend mit Happyend!

14.09.08, 81 km
Heute morgen hat Nicolás, einer der Söhne, noch einige Fotos von mir und meiner Ausrüstung mit seinem Computer gemacht. Alle Schüler würden so eine Maschine in der Schule erhalten. Das scheint eine gute Sache zu sein, denn auch seine Schwester arbeitet viele Zeit damit. Ricardo zeigte mir noch sein Album von der ersten Fussball-Weltmeisterschaft 1930 in Uruguay, welches alle Mannschaften und Partien (wie auch deren Verlauf) festhält. Sie informierten noch den Reporter vom Lokalradio, und ich durfte ein Interview auf Spanisch geben…

Nachdem ich der Familie für alles gedankt hatte, verabschiedete ich mich und fuhr die 12 km zurück zur Ruta 3. Dort waren heute noch weniger Fahrzeuge als gestern anzutreffen. Der Schnitt bewegte sich bei weniger als 10 Fahrzeuge pro Stunde. Mit dem wieder aufkommenden Rückenwind und der wärmenden Sonne ging es immer schneller Richtung Bella Unión, wobei ich die letzten 20 km in weniger als einer Stunde zurücklegte. Ich hoffe, ich kann diesen Schwung morgen wieder aufnehmen!

In Bella Unión fand ich rasch ein Hotel – und im Zimmer ist sogar eine Foto mit Blick auf den Niesen eingerahmt und aufgehängt! Nur die Dusche war etwas kühl…

15.09.08, 89 km
Heute standen also die ersten Grenzerfahrungen auf dem Programm. Im Hotel konnte man bereits ab 07.30 Uhr frühstücken, was ich auch ausnutzte. So konnte ich bereits um halb neun losfahren und hatte genug Zeit für allfällige Schwierigkeiten mit Zöllnern. Dich die uruguayischen Grenzbeamte waren sehr freundlich und stempelten anstandslos die Ausreise in den Pass. Sie hatten richtig Freude, mal einen Reisenden von so weit her sehen zu können – und das erst noch per Fahrrad! Auch bei der Einreise nach Brasilien gab es überhaupt keine Probleme. Und da ich beabsichtige, das Land am gleichen Tag noch zu verlassen, gibt es auch keinen Stempel in den Pass. Und so fahre ich bereits um 9 Uhr auf brasilianischen Strassen.

Auch hier hat es einen Landstreifen neben der Strasse, welcher eingezäunt ist. Dieser ist aber oft weniger gepflegt als in Uruguay, so dass einige Kilometer durch Sträucheralleen zu fahren sind, die den Blick auf das Land nicht freigeben. Die Landschaft ist aber wie gestern flach und die Strasse auch in Brasilien gut. Sie hat zwar keinen Seitenstreifen, doch ist das bei dem geringen Verkehr hier auch nicht notwendig.

In Uruguaiana galt es, den Grenzübergang nach Argentinien zu finden – und das war gar nicht so einfach. Bei der ersten entscheidenden Abzweigung fuhr ich zuerst vorbei, doch ein aufmerksamer Beifahrer direkt hinter mir hat bemerkt, dass ich wohl den Weg suche und deutete mir beim Überholen gleich an, dass die Abzweigung die Strasse Richtung Argentinien ist. Also wendete ich und fuhr ins Zentrum. Doch plötzlich war auf dieser Strasse kein Durchkommen mehr, weil sie in eine Einkaufsstrasse umgewandelt war. Also fuhr ich nach links, und ein paar Strasse weiter wieder nach rechts. Nun sah ich aber rechts endlich die Brücke, die über den Río Uruguay führt, und nahm deshalb die nächste Strasse wieder nach rechts. Dabei folgte mir ein Auto und hielt wenig später an. Ich hielt auch an, um den Fahrer nach dem Weg zu fragen, und der hatte eine Riesenfreude, dass ich mit dem Fahrrad durch Südamerika fahre. Er ging schnell in seinen Laden (weshalb er da auch anhielt) und kam mit einem T-Shirt sowie einem Pullover als Geschenk zurück – da war ich völlig perplex! Mit grossem Dank fuhr ich weiter und stand unten an der Brücke – doch ich konnte nicht drauf, da noch ein Zaun dazwischen war. Nachdem ich nach einigem Hin und Her (und verkehrter Fahrt durch eine Einbahnstrasse) am Brückeneingang stand, hat der Uniformierte bestätigt, dass ich hinüberfahren dürfe – sein Kollege vorher hat noch gesagt, dass ich eigentlich eine Bewilligung benötigen würde und das Fahrrad auf der Brücke nur stossen dürfe. So drückte ich auf der Brücke einen grossen Gang durch, damit ich nicht zum grossen Verkehrshindernis wurde.

Auf der anderen Seite nahmen sie am argentinischen Zoll (den brasilianischen hatte ich gar nirgends gesehen…) gerade ein Auto auseinander, und ich durfte direkt zur Imigración weiterfahren. Dort wurde mir meine 90tägige Aufenthaltsbewilligung in den Pass gestempelt. Am Zoll stand auch ein ununiformierter Mann, dessen Funktion mir nicht ganz klar war. Wie der Grenzbeamte warnte auch er mich vor der Einfahrt nach Paso de los Libres, und dass ich da auf keinen Fall anhalten darf, weil die Gegend nicht sicher sei. Er gab mir gleich noch einen Stadtplan und zeigte mir, wo es Hotels hat – das war schon mal eine grosse Hilfe.

Durch die unsichere Zone begleitete mich noch ein lokaler Velofahrer, der auch sagte, dass es in diesem Quartier vor Dieben und Räubern wimmelt – erstaunlicherweise bog er aber gerade am Ende dieses Bereichs ab… Zwei vorsichtige Blicke zurück zeigten mir, dass er mich nicht absichtlich abgelenkt hat, denn das gesamte Gepäck war noch auf dem Rad. So fuhr ich ohne Umwege zum empfohlenen Hotel.

Nun galt es die Lebensmittelvorräte aufzustocken und argentinische Pesos ins Portemonnaie zu bekommen – sämtliche verbleibenden uruguayischen Pesos konnte ich am Morgen fürs Bezahlen vom Hotelzimmer verwenden. Für die verbleibenden 60 Pesos musste ich 2 Dollar hinlegen, was sicher ein sehr guter Wechselkurs war! Also ging ich in Paso de los Libres an den ersten Bancomaten, und trotz längerem Versuch kriegte ich mit der Kreditkarte kein Geld heraus. Ich lief weiter, und sah eine zweite Bank – doch hier das selbe. Und da die Banken hier um 16.00 Uhr bereits geschlossen sind, konnte ich auch nicht an den Schalter gehen. Als ich weiterlief, sah ich noch eine weitere Bank – und da schaffte ich es endlich irgendwie, 300 Pesos aus der Maschine zu ziehen. So machte ich mich auf den Weg zu den ersten Einkäufen, die ich aber auch mit der Kreditkarte bezahlen konnte. Nun muss ich nur noch herausfinden, wo man in Argentinien Brot kauft…

Di 16.09.2008

  • Paso de los Libres –
    La Cruz
  • 113 km
  • 328 Hm
  • 6:43 h
  • 4.50 l
  • Hotel

Mi 17.09.2008

  • La Cruz –
    Santo Tomé
  • 94 km
  • 274 Hm
  • 5:43 h
  • 4.00 l
  • Privat

Do 18.09.2008

  • Santo Tomé –
    Peaje Ruta 105
  • 121 km
  • 793 Hm
  • 7:16 h
  • 5.5 l
  • Zelt

16.09.08, 113 km
Morgens um vier habe ich Sonnencrème auf meine Unterarme gestrichen, da diese zu brennen begannen. Da habe ich gestern wohl die Sonnenkraft ein bisschen unterschätzt. Während ich diese Zeilen schreibe, brennt nun der linke Oberschenkel…

Aber das ist halt das Problem mit Sonnencrème und velofahren. Wenn ich Sonnencrème einstreiche, ist dies mit Schweiss inkompatibel mit einem festen Griff am Lenker, so dass ich immer abrutsche. Vielleicht ist es gar keine so schlechte Idee, sich nachts einzucremen, denn heute hatte ich dieses Problem nicht, obwohl die Arme ganz weiss waren…

Wie gestern an der Grenze empfohlen nach ich die Avenida Colón, um die Stadt ohne Durchquerung der unsicheren Gebiete zu verlassen. Diese verläuft rechtwinklig zur gestrigen Stadteinfahrt, doch ist dies ja kein Problem, da die Hauptstrasse um die Stadt herumführt – dachte ich jedenfalls. Nach 2 Kilometern ging die Avenida in eine Erdpiste über, und nach weiteren 5 km bog diese nach links ab. Nach etwas mehr als 2 km war ich wieder auf einer geteerten Strasse – und stand kurze Zeit später am Eingang zum Flugplatz, wo es keine andere Strasse als Verbindung gab. Also fuhr ich zurück Richtung Stadt, und als ich bald schon wieder im Zentrum war, entdeckte ich eine Erdstrasse, die relativ viel Verkehr hatte und ziemlich breit war. Und so war ich nach 15 Kilometern doch noch auf der Zubringerstrasse, die zur Ruta 14 Richtung Posadas führt.

Die Ruta 14 ist hervorragend asphaltiert, so dass es eigentlich gut rollen würde – aber eben. Der Wind hatte da was dagegen, und wehte mir immer stärker ins Gesicht. Nur am Nachmittag legte er mal kurz eine Pause ein. Zudem musste ich die Strasse auch wieder mit zahlreichen Lastwagen teilen, die ich in den letzten Tagen überhaupt nicht vermisste. Leider ist der Seitenstreifen nicht asphaltiert, uns so musste ich dann und wann auf die holprige Erdpiste flüchten, wenn sich zwei Lastwagen genau auf meiner Höhe kreuzen mussten.

Neben der Strasse gibt es auch hier einen Landstreifen, welcher mit einem Zaun abgeschlossen wird. Nur misst der Streifen links und rechts jeweils 50 Meter, und wenn mal ein Busch drauf steht, ist das eine Rarität. So wird das nichts mit campen wie in Uruguay. Sonst ist die Landschaft topfeben, mit weiten Weideflächen und manchmal auch Wäldern. Auf der ganzen Strecke galt es eigentlich nur eine einzige Steigung zu bewältigen, als es eine Überführung über die Eisenbahn gab.

In La Cruz fuhr ich gleich zur Tankstelle, die am Wegesrand stand, und fragte, ob ich da campen dürfe. Das dürfe ich schon, meinte der Tankwart, doch er empfehle, dass ich den Campingplatz im Dorf benützen würde, da dieser viel ruhiger und sicherer sei. In 2.5 km befinde sich der Dorfeingang, und der Campingplatz sei zuhinterst am Fluss. Bei der Diskussion war auch ein Autofahrer dabei, der mich fragte, wohin ich unterwegs sei und woher ich komme. Und dann lud er mich ein, dass ich morgen in Santo Tomé bei ihm schlafen könne. Einfach super!

So fuhr ich ins Dorf hinein, und nach wenigen hundert Metern war ein Gebäude mit „Hotel“ angeschrieben – aber es sah aus, als ob es geschlossen sei. Zwei Personen sassen davor, und einer gab zu erkennen, dass sein Onkel der Besitzer sei und bald kommen würde. Es sei das billigste Hotel in der Stadt, das Zimmer würde nur 20 Pesos kosten. Nun, bei diesem Preis kann ich mir das campen schenken…

Der andere Mann war im Verkehrsdienst tätig, wobei ich in den fast 2 Stunden, die wir auf den Besitzer warteten, seine Tätigkeit nicht erkennen konnte… Als ich ins Zimmer konnte und in den Spiegel schaute, musste ich feststellen, dass ich heute einiges an Salz verloren hatte – das Gesicht war ganz weiss. Nach einer warmen Dusche in der Nasszelle – WC und Lavabo sind praktisch in der Dusche eingebaut – lief ich 300 Meter weiter Richtung Zentrum, wo ich mir eine „Hamburguesa especial“ zu Gemüte führte. Danach folgte noch ein längeres Gespräch mit dem Ladenbesitzer über meine Tour durch Südamerika, bevor ich mich im Supermarkt gleich nebenan noch mit Brot eindeckte und anschliessend auf gemütliche, saubere Bett lag.

17.09.08, 94 km
Landschaft, Strassen- und Windverhältnisse wie auch Verkehr waren identisch mit gestern. Allerdings habe ich viele fabrikneue Renaults gesehen – auf Lastwagen. Etwa 5 Anhängerzüge voll kamen mir gestern nachmittag entgegen, heute morgen überholten mich etwa deren 15 – und wenig später kamen mir wieder eine Handvoll entgegen. Komische Sache…

Relativ früh legte ich heute meine Mittagspause ein, und gerade als ich gegessen hatte, hielt ein Camper an – mit Zürcher Autoschilder! Erika und Claude reisen schon mehrere Jahre in Südamerika herum und wollen nun auch mal zu den Iguazú-Wasserfällen. Später wollen sie noch den Norden Südamerikas erkunden und dann das Fahrzeug nach Mittelamerika verschiffen. Während unserem Gespräch gesellte sich kurz auch noch ein brasilianischer Chauffeur dazu, welcher 5 Jahre in der Schweiz lebte.

In Santo Tomé rief ich bei der Esso-Tankstelle wie vereinbart Luis an, welcher mich auch unmittelbar danach abholte. Das Gepäck verluden wir in sein Auto, das Fahrrad konnten wir an der Tankstelle einschliessen. Nachdem ich eine Dusche geniessen konnte, nahm mich Luis mit auf eine Tour durch die Stadt. Zuerst organisierte er am Bahnhof Ersatzteile für einen Fiat, da sein Freund Alfonso einen Hund angefahren hatte und sein Auto nun defekt ist. Danach ging er seinem Job als Lebensmittel-Vertreter nach und wir fuhren zu diversen Läden in der Stadt, bis wir etwa um 21.30 Uhr wieder bei ihm zu Hause waren. Dort bereitete seine Frau Edith das Abendessen vor, und Luis gab mir einen Vorgeschmack auf die Cataratas, da er mit seiner Frau letzten Februar da war (wahrscheinlich auf Hochzeitsreise). Und nachdem wir gegen Mitternacht das Nachtessen einnahmen, legten wir uns wenig später mit vollem Magen ins Bett.

18.09.08, 121 km
Luis fuhr mich am morgen wieder zur Esso-Tankstelle, wo ich das Fahrrad wieder in Empfang nehmen und meine Tour fortsetzen konnte. Gleich bei der Ausfahrt aus Santo Tomé kamen mir 2 Franzosen entgegen, die auch für 1 Jahr mit dem Velo in Südamerika unterwegs sind und zur gleichen Zeit wie ich starteten. Sie fuhren von Sao Paulo zu den Iguazú-Wasserfällen und radeln jetzt nach Buenos Aires. Wer weiss, vielleicht sehe ich sie mal wieder…

Jedenfalls scheinen wir alle um ein paar Tage zu spät (ich) bzw. zu früh (sie) unterwegs zu sein, denn sie beklagen, dass sie die letzten 5 Tage Gegenwind gehabt hätten. Ich hatte heute jedenfalls auch überwiegend Gegenwind und konnte nur sehr selten Rückenwind geniessen!

Die Landschaft änderte sich unterwegs allmählich, so dass wieder einige Wellen zu bewältigen waren. Die Erde wurde allmählich ziegelrot, und riesige, 10 Meter oder höhere Sträucher waren zu sehen, so wie auch verschiedene Laub- und Nadelbäume.

Das Departament Misiones ist scheinbar wieder etwas radlerfreundlicher als Corrientes, wo ich vorher war, denn hier sind die Seitenstreifen wieder geteert, womit ich nicht mehr mit den Lastwagen um den Asphalt kämpfen muss.

In San José, wo ich heute hin wollte, wurde mir bei der Touristeninformation gesagt, dass es in dieser Ortschaft keine Übernachtungsmöglichkeiten geben würde. Die nächste Möglichkeit wäre Apostoles – aber das wären 20 km voll im Gegenwind! Also Richtung Posadas, aber der Seitenstreifen war hier wieder super aufgeräumt, so dass Camping mehr als offensichtlich wäre. Dann kam aber eine Zahlstelle, wo ich den Polizisten fragte, ob ich hier campen dürfe. Ich darf, aber das Zelt dar ich erst in der Dunkelheit aufbauen, damit der Chef es nicht sehen würde, fall er vorbeikommen würde. Also geniesse ich eine warme Dusche und den Sonnenuntergang und esse was, bis ich das Nachtlager aufschlagen werde.

Fr 19.09.2008

  • Peaje Ruta 105 –
    Posadas
  • 34 km
  • 306 Hm
  • 2:18 h
  • 2.50 l
  • Hotel

19.09.08, 34 km
In der Nacht kühlte es zum Glück etwas ab – gestern hatte das Thermometer meist 30 Grad und mehr angezeigt. Doch beim Start um 8 Uhr hatte es auch schon wieder 22 Grad. Trotz dieser Hitze und der Trockenheit ist es aber erstaunlich grün.

Bereits nach wenigen Kilometern kam mir mit Ernesto ein Argentinier aus Santa Fe entgegen, der mit seinem Rad schon fast 8000 km zurückgelegt hat. Seit einiger Zeit hat er Probleme mit der Kraftübertragung, doch findet er keine passenden Ersatzteile. Deshalb bestaunt er auch meine Roloff-Nabenschaltung, die diese Tour eigentlich problemlos überstehen sollte. Auch die wasserdichten Taschen würde man in Argentinien nicht bekommen. Er hat sich mit Jeans-Stoff Satteltaschen genäht, wobei aber das meiste Gepäck auf einem Anhänger ist.

Danach setzte ich die hügelige Fahrt fort, bis 11 km vor Posadas die Ruta 105 mit der Ruta 12 zusammentraf. Auf dieser werde ich später bis zu den Cataratas del Iguazú fahren – nun ging es aber zuerst einmal in die andere Richtung in die Stadt Posadas. Hier musste ich mich auf der zweispurigen Strasse wieder intensiver mit Lastwagen und Bussen herumschlagen, da es kaum noch einen Seitenstreifen gab. So fuhr ich ins Zentrum, wo ich dank einer Verkehrspolizistin das in meinem Handbuch beschriebene Hotel fand. Nach einer Dusche und Wäsche waschen gings zu Fuss durch die Stadt, wobei der Internet-Zugang nur wenige Meter vom Hotel entfernt ist.

Posadas, 19.09.2008
Gesamtkilometer: 1566


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