Fr 10.07.2026 | Rhayader – Dolgellau

, ,

Via

  • Llangung
  • Llandinam
  • Camo
  • Mallwyd

Infos

  • 102 km
  • 5:41 h
  • 9.00 l
  • Camping
  • Tan-y-Fron
  • GBP 16.00

Strava

Man kann das Gewicht auch reduzieren, indem man Ausrüstungsteile verliert! Gestern habe ich beim Zelt aufstellen wohl zu wenig aufgepasst, so dass mir die ganz leichten Windstösse, die es gab, den Packsack für das Zelt wegblasen konnte. Als ich das Zelt heute morgen verstauen wollte, war der Sack jedenfalls nicht in der schwarzen Packtasche, wo er sein sollte! Nach mehrmaligen Nachschauen und komplettem Ausräumen der Tasche sowie Kontrolle aller anderen Taschen begann ich, den Campingplatz abzusuchen – doch der Packsack liess sich nirgends blicken. Nach über 30 Minuten habe ich die Suchaktion aufgegeben und das Zelt in eine gewöhnliche 20l-Plastiktasche gestopft.

So fuhr ich erstmals seit der Startetappe erst nach 7 Uhr los – und konnte dabei gleich wieder den Speed von gestern Nachmittag aufnehmen. Schön, wenn es so rollt! Ich blieb zunächst auf der Hauptstrasse, die in der Nähe der Talsohle deutlich weniger Höhenmeter macht als der Radweg – der geht wohl so ziemlich über alle Hügel! In Llangung bog ich dann links ab, während die A470 weiter geradeaus nach Norden geht. Auf der A44 ging es nun ein paar Kilometer westwärts, dann kam die Abzweigung, welche Organic Maps gestern als Route vorgeschlagen hat. Es wieder eine einspurige Strasse, die steil nach oben führte. Ich fackelte nicht lange, wendete und fuhr die knapp 6 Kilometer zurück zur A470. Ich bin heute dem Temporausch verfallen und will mich nicht über die Berge abquälen – zumal es wieder von Tag zu Tag heisser wird. Heute Nachmittag wird die 30 Grad-Grenze überschritten, das strengt schon genug an!

Also fuhr ich den ganzen Weg zum Etappenziel nun auf der A470. Da hatte es zwar nicht wenig Verkehr – aber eben, das Rad rollte darauf sehr gut! Nach einem kurzen Milchstopp in Camo – das war heute schon der Zweite – ging es weiter westwärts, meist sanft bergauf. Ca. 11.15 Uhr machte ich bei Tageskilometer 60 einen kurzen Fotostopp und dachte, dass ich wohl demnächst etwas Schatten suchen und ein Nickerchen machen werde. Da kam gleich der Hofbesitzer herangefahren und nach einem kurzen Schwatz sagte er, dass ich mich unter seinem Baum ein paar Meter weiter ausruhen könne. Das liess ich mir nicht zweimal sagen, ich packte meinen Campingstuhl aus und schlief fast eine ganze Stunde!

Erst beim Weiterfahren bemerkte ich, dass ich genau dort einen Kulminationspunkt erreicht hatte – danach konnte ich 6 Kilometer lang die Beine hängen lassen, und auch auf den nachfolgenden Kilometern konnte ich mit sanftem Druck auf die Pedale ein hohes Tempo aufrecht erhalten. So waren rasch 25 Kilometer vorbei, und ich legte mich nach Mallwyd wieder auf eine schattige Parkbank. Dort wurde ich durch ein paar Militärflieger aufgeschreckt, die im Tiefflug durch das Tal donnerten.

Noch 15 Kilometer bis Dolgellau – doch was sagt mir meine Navigationsapp? Es seien noch über 300 Höhenmeter zu erklimmen?!? Die Strasse stieg zuerst kaum sichtbar an, aber die Pedalumdrehungen waren nur noch in immer kleineren Gängen möglich. Und dann kam der Hammer! Ein Schild, das eine Steigung von 20 % anzeigt! Entsprechend musste ich auch ansehen, wie die Strasse himmelwärts führt, wobei ich wegen einer Kurve nur die ersten 200-300 Meter sehen konnte. Ich konnte diese Rampe hochpedalen, und danach ging es nur unwesentlich weniger steil voran. Immerhin konnte ich mit der Zeit die Passhöhe erkennen – ich hoffte jedenfalls, dass es die Passhöhe ist! – und kämpfte mich Pedalumdrehung um Pedalumdrehung diesen Berg hoch. Natürlich ist auf diesem Abschnitt die Strasse zudem schmaler als sonst während des ganzen Tages, aber die Autofahrer waren alle geduldig und haben gewartet, bis sich ihnen eine geeignete Überholmöglichkeit bot. Etwas mehr als einen Kilometer vor der Passhöhe gab es eine kleine Ausfahrt, wo ich mich vor dem Gipfelsturm nochmals in den Schatten legte und Kräfte sammelte. Danach presste ich die letzten Kraftreserven aus dem Körper, denn der Schlussanstieg war nochmals besonders steil. Was war ich froh als ich sah, dass es danach tatsächlich wieder bergab geht!

Ich glaube, diesen Gipfel habe ich 1999 von der anderen Seite befahren, als ich von Dolgellau zurück nach England fuhr. Nun konnte ich ins Tal hinuntersausen, im Co-op viele Liter Flüssigkeit sowie etwas zu essen einkaufen und die paar Meter zurück zum Campingplatz radeln. Dort funktioniert der Kreditkartenleser nicht, weshalb ich mir Bargeld bezahlen wollte. Dieses wurde jedoch nicht akzeptiert, die Banknoten sind abgelaufen. Das Bargeld habe ich noch von meinen letzten London-Aufenthalten von vor ca. 15 Jahren… Immerhin bekam ich noch den Tipp, dass ich das Geld bei einem Postschalter umtauschen könne – das werde ich Morgen als machen! Den Campingplatz habe ich schlussendlich per Überweisung bezahlt.


Meine Lieblingsetappen

Mehr…

Gefahrene Route 2026


Newsletter

Möchtest du regelmässig über mein Fahrrad-Abenteuer per Mail informiert werden und zusätzliche Informationen erhalten? Dann freue ich mich auf deine Newsletter-Anmeldung!

Anmeldung…

Beiträge filtern


Back to top arrow