Do 09.07.2026 | Abergawenny – Rhayader

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Via

  • Gospel Pass
  • Hay-on-Wye
  • Glasbury
  • Builth Wells
  • Newbridge-on-Wye

Infos

  • 94 km
  • 6:31 h
  • 8.50 l
  • Camping
  • Wyeside Caravan & Camping Park
  • GBP 6.31

Strava

War das heute in Hay-on-Wye der Game-Changer? Ich weiss ja, dass ich – passend zum Eigengewicht – mit viel Gepรคck herumreise. Doch nach รผber zwei Wochen auf dem Rad sollten langsam aber sicher ein paar Beinmuskeln mehr vorhanden sein als zu Beginn. Trotzdem wundere ich mich seit ein paar Tagen, dass es einfach nicht schneller vorwรคrts gehen will – und ich zu Beginn steilere Anstiege auf dem Rad bezwungen habe, die ich nun schieben muss! Auch die grosse Reinigungsaktion vor zwei Tagen – seither fahre ich glรผcklicherweise wieder fast ausschliesslich auf geteerten Strassen – brachte keine Besserung, im Gegenteil! Die Hinterradbremse kann es nicht sein, diese habe ich mehrfach kontrolliert. Gestern kam dann der Verdacht auf, dass es am Schmiermittel liegen kรถnnte. Die ersten Tageskilometer schnurrte die Kette, doch bald begann sie zu zwitschern – insbesondere, wenn ich in den kleinsten Gรคngen unterwegs war.

Deshalb habe ich heute auf den ersten 30 Kilometern die Kette mehrmals geschmiert, wobei sie sich nach jedem Schmieren nur kurz ruhig verhielt. Auf diesem Streckenabschnitt ging es von Abergavenny brutto etwas mehr als 600 Hรถhenmetern hinauf (es gab immer wieder kleinere Zwischenabfahrten), bis ich erschรถpft aber glรผcklich den Kulminationspunkt des Gospel Passes erreicht hatte. Dort bot sich ein weiter Blick รผber die Hรผgellandschaft von Wales.

Nach der gemรคchlichen Abfahrt hinunter nach Hay-on-Wye stoppte ich bei einem Fahrradladen und kaufte ein neues Schmiermittel. Den Shop hatte ich ein paar Stunden zuvor bei einer Pause ausgekundschaftet. Weiter ging es etwas flacher bis Glasbury, wo ich bei einer รถffentlichen Toilette im Schatten meine zweite Mittagspause mit Nickerchen verbrachte. Dort setzte ich auch erstmals das neu erworbene Schmiermittel ein – und nun schnurrte die Kette, und die weitere Fahrt ging bergauf fast schneller als zuvor im Flachen! So konnte ich auch wieder hรถhere Gรคnge treten und steilere Berge auf dem Rad bezwingen. Obwohl es am Nachmittag nochmals mehr als 600 Hรถhenmeter zu erklimmen galt, legte ich diese fast 50 Kilometer in wenig mehr als 3 Stunden zurรผck, inklusive Pausen!

Auf diesem Abschnitt gab es die meisten Hรถhenmeter zwischen Builth Wells und Newbridge-on-Wye zu erklimmen. Der Radweg ging treppenartig unerbittlich den Berg hoch – jedes Mal, wenn man eine solche Stufe geschafft hatte und hoffte, dass nun die Kletterei vorbei sein mรถge, zeigte sich am Horizont der nรคchste Anstieg – und diese wurden zudem immer steiler! Als ich dachte „So das wars, ich kehre um und fahre auf der anderen Talseite auf der Hauptstrasse nach Newbridge“, zeigte meine Navigations-App noch 100 verbleibende Hรถhenmeter bis Newbridge an – und auf der anderen Talseite fast so viele. Also kann ich auch auf dem Radweg bleiben! Ab Newbridge nahm ich allerdings den Mehrverkehr auf der Hauptstrasse auf mich und fuhr die letzten 10 Kilometer mehrheitlich flach bis Rhayader. Dort traf ich bereits kurz nach 16.30 Uhr auf dem Campingplatz ein und ich stellte das Zelt zum Trocknen in den prallen Sonnenschein – reingehen werde ich sowieso erst nach Sonnenuntergang!

Bei der Mittagspause in Glasbury hielten gleich nach mir noch zwei Leichtgewicht-Backpacker an, welche die Toiletten benutzten. Sie starteten gestern Abend um 10 Uhr in London und sind auf dem Weg nach Anglesey an der Nordwestspitze von Wales. Innerhalb von 75 Stunden wollen sie wieder zurรผck in London sein! Fรผr sie ist dies nur eine Testfahrt, denn nรคchsten Monat wollen sie in einem Zeitlimit von Lands End an der Sรผdwestspitze von England nach John o’Groats an der Nordostspitze von Schottland fahren. Am Ende der Mittagspause kam ein weiterer solcher Backpacker vorbei, und auf den folgenden Kilometern รผberholten mit ein paar Weitere. Also das wรคre nichts fรผr mich!


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