Do 12.03.2009 | Pichilemu – Allschwil

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So 08.03.2009

  • Pichilemuย –
    Litueche
  • 62 km
    davon unasphaltiert: 0 km
  • 964 Hm
  • 4:13 h
  • 7.0 l
  • Residencial

Mo 09.03.2009

  • Litueche –
    Melipilla
  • 78 km
    davon unasphaltiert: 0 km
  • 892 Hm
  • 4:30 h
  • 5.5 l
  • Hosterรญa

Di 10.03.2009

  • Melipilla –
    Santiago de Chile
  • 79 km
    davon unasphaltiert: 10 km
  • 783 Hm
  • 4:28 h
  • 4.5 l
  • Hotel

08.03.09, 62 km
Der Wirt fragte mich am Morgen, wohin ich heute will, und als ich ihm Litueche angab, meinte er, โ€žpuro planoโ€œ, da sei ich ja schon am Mittag. Warum nicht 30 Kilometer weiter, wo es wieder schรถnen Strand hat? Nun, ich traute ihm mit der Streckenbeschreibung nicht, denn gemรคss meiner Karte geht es gleich nach Pichilemu auf mindestens 300 Meter hinauf. Als ich das Mittagessen einnahm, hatte ich denn auch erst 22 Kilometer zurรผckgelegt und befand mich auf einer Hรถhe von 550 Meter. Soviel zu โ€žalles ebenโ€œโ€ฆ

Vom Streckenprofil entsprachen die verbleibenden 40 Kilometer schon eher seiner Beschreibung. Zuerst ging es noch 7 Kilometer schรถn bergab, dann tatsรคchlich eben oder in kleinen Wellen Litueche entgegen. Nach der Abfahrt begann ich allerdings zu zweifeln, ob ich noch auf der richtigen Strasse bin. Oben auf der Krete war eine Verzweigung, wo es links unasphaltiert weiterging und 2 Ortschaften in einer Distanz von 5 bzw. 14 Kilometern angegeben waren, die ich auf meiner Karte nicht finden konnte. Ich wรคhlte die andere, asphaltierte Option, wobei hier eine Stadt in 105 Kilometer Entfernung angegeben wurde, die nicht auf meiner Route liegt, sondern an der Panamericana โ€“ und unten im Tal drehte die Strasse immer mehr Richtung Sรผden abโ€ฆ Nach einigen bangen Momenten, wo ich mir schon Alternativrouten nach Santiago รผberlegte (diese Steigung wollte ich auf keinen Fall wieder hoch!), kam aber doch noch die Abzweigung nach Litueche.

Ich bekam aber zu spรผren, dass ich in den Nachmittag hineinfuhr (Frรผhstรผck gab es erst ab 08.30 Uhr), denn in der gleissenden Sonne verdunstete das Wasser, bevor es die Kehle erreichteโ€ฆ Entsprechend trocken und karg ist auch die Landschaft, wobei die Hรผgel zuweilen auch mit niedrigen, alleinstehenden Bรคumen รผbersรคt sind.

In Litueche angekommen, irrte ich zuerst durch den Ort, bis ich eine Hosterรญa/Residencial fand. Da habe ich dann nochmals ein Almuerzo eingenommen und, wรคhrend ich darauf wartete, dass ich das Zimmer beziehen kann, einen Liter eisgekรผhlten Erdbeersaft hinuntergekippt. Dann ging ich noch in den Supermarkt und kaufte noch eine grosse Flasche Apfelsaft, einen Liter Ananassaft und einen Liter Erdbeermilch โ€“ so sollte ich genug Flรผssigkeit bis morgen frรผh habenโ€ฆ

09.03.09, 78 km
Um der Nachmittagshitze zu entfliehen, legte ich heute bereits kurz nach 8 Uhr die ersten Meter zurรผck. Ich konnte da zwar praktisch nichts sehen โ€“ aber nicht, weil es noch Nacht gewesen wรคre, sondern weil der Nebel extrem dick war. Bis sich dieser vollstรคndig aufgelรถst hatte, hatte ich bereits 36 anspruchsvolle Kilometer zurรผckgelegt. Es ging nรคmlich gleich zu Beginn wieder mal bergauf, dann eine Abfahrt, รผber eine Staumauer und dann wieder bergauf. So ging es weiter von Hรผgel zu Hรผgel.

Die meiste Zeit konnte ich auf dem Seitenstreifen zurรผcklegen, worum ich auch sehr froh war. Mittlerweile bekomme ich nรคmlich die Nรคhe zu Santiago zu spรผren und neben Autos prescht Lastwagen um Lastwagen an mir vorbei.

Melipilla war nรคher an Litueche als erwartet; In Litueche wurde eine Distanz von 86 Kilometern angegeben, nach 78 Kilometern war ich aber schon am Ziel. Vor allem in der zweiten Hรคlfte hatte ich das Gefรผhl, dass ich kaum mehr vorwรคrts kam, und als ich in Melipilla dann das Rad kontrollierte, musste ich eine weitere gebrochene Hinterradspeiche zur Kenntnis nehmen. Dadurch streifte das Rad ziemlich heftig an der Bremse. Nun, es muss nur noch die verbleibenden 60 bis 70 Kilometer morgen zum Flughafen durchhaltenโ€ฆ

10.03.09, 79 km
Wie gestern startete ich nochmals kurz nach 8 Uhr, und ich legte gleich mal ein ordentliches Tempo hin. Die Strasse war eben, und bald fuhr ich durch Bollenar und Marรญa Pinto durch. 58 Minuten fรผr die ersten 20 Kilometer, 53 fรผr die folgenden 20 Kilometer โ€“ das macht Spass!

Wenig spรคter hatte ich die Wahl, auf die Autobahn A68 abzubiegen oder รผber die Cuesta lo Prado zu fahren, wobei ich mich fรผr die zweite Option entschied. Das war dann nochmals ein richtiger Brocken mit 10 Kilometer bergauf auf Naturstrasse. Die ersten 3 Kilometer ging es noch geradeaus, wobei ich immer kleinere Gรคnge auflegen musste. Als ich dann mal auf die Hรถhenanzeige blickte, zeigte diese aber schon mal 100 Meter mehr an. Dann ging es erst richtig in den Berg hinein, und auf den folgenden 7 Kilometern ging es in unzรคhligen Serpentinen 500 Meter hoch auf 790 Meter. Verkehr hatte es da nicht viel โ€“ 5 Fahrzeuge begegneten mir auf dieser Strecke.

Ich hoffte am Morgen, dass ich vom Gipfel auf Santiago hinunterblicken kann, doch daraus wurde leider nichts. Der Nebel war heute sehr zรคh und hing im Berg drin. Die Abfahrt war dann asphaltiert, und den Nebel habe ich dann auch hinter mir gelassen. Dafรผr gab es heftige Winde, gegen die ich je nach Richtung ankรคmpfen musste.

Unten angekommen kam ich zur A68, welcher es zuerst noch ein paar Kilometer parallel entlang ging. Doch fรผr die letzten 15 Kilometer war dann definitiv Autobahn angesagt. Als ich nach der Hรคlfte auf die A5 Richtung Norden abbiegen konnte, hatte ich dann dank Rรผckenwind auch beinahe ein autobahnwรผrdiges Tempo und fuhr mit 40 km/h dem Flughafen entgegen.

Dort bezog ich zuerst ein Zimmer im Hotel gleich gegenรผber dem Terminal, und nach einer erfrischenden Dusche erkundete ich den Flughafen. Leider konnte ich keinen Karton auftreiben, aber mein Velo habe ich dann doch ziemlich gepolstert. 2 Stunden brauchte ich, wobei ich eines der Pedale nicht abschrauben konnte. Da habe ich dann das Zelt draufgelegt. Auch Schlafsack und Isomatte sind โ€“ neben 3 Packtaschen โ€“ am Fahrrad festgeklebt. Das Ganze habe ich dann noch mit der Zeltunterlage zugedeckt. In der Abflughalle hatte ich vorher eine SecureBag-Station gesehen, wo Gepรคckstรผcke mit Folie umwickelt werden kรถnnen. Nun, morgen werde ich denen noch mein Fahrrad hinstellenโ€ฆ

11.03.2009 – 12.03.2009

  • Santiago de Chile – Sao Paulo – Zรผrich
  • Zรผrich – Beinwil – Allschwil

11.03.09, 0 km
Der letzte Tag dieser Reise in Sรผdamerika. Das macht schon ein bisschen nervรถs, und ich wรคlzte mich ab 05.30 Uhr im Bett, bis ich dann den Fernseher angeschaltet habe. Da kam zwar nichts interessantes, aber es kam mir nochmals Spanisch vorโ€ฆ

Um 9 Uhr hatte ich alles gepackt und checkte im Hotel aus. Mit dem eingepackten Velo und meinen beiden Gepรคckstรผcken (die grosse schwarze Tasche sowie eine der hinteren Packtaschen als Handgepรคck) lief ich รผber die Strasse, und im Terminal auf der anderen Seite mit dem Lift hoch in den 3. Stock. Da liess ich dann die Arbeiter von SecureBag wirken, welche zu dritt den unteren Teil vom Fahrrad mit Folie umwickelten.

Der Swiss-Schalter war gleich dahinter, aber ich musste bis um 10.30 Uhr warten, bis ich einchecken konnte. Das Gepรคck wog dann nur 13.5 kg, das Fahrrad knapp 30 kg. รœberraschenderweise musste ich dann fรผrs Fahrrad gar nichts bezahlen โ€“ auch gut!

Ich ging gleich durch die Passkontrolle, suchte Gate 12, ging shoppen, ass noch etwas kleines und begann dann, ein Buch zu lesen. Um 13 Uhr ging es ins Flugzeug, und wenig spรคter in die Luft. Nach einer verwirrenden Kurvenkombination ging es dann รผber die Anden. Dank dem wolkenlosen Himmel gab es auch einen schรถnen Blick hinunter auf die Schneegipfel. Bald gab es aber dichte Wolken, und ich widmete mich wieder mehr dem Buch.

Nach knapp 3โ€˜000 Kilometer gab es noch einen knapp zweistรผndigen Zwischenstopp in Sao Paulo – da war ich doch schon malโ€ฆ Ich lief den selben Gang an der Aussenseite vom Terminal entlang wie letzten September, um in den Transitbereich zu gelangen โ€“ und wie damals gab es wieder eine lange Warteschlange, da alle durch den selben Metalldetektor mussten. Wie schon in Santiago machten da meine Radlerschuhe aber keine Probleme.

Zuvor hatte ich noch รผber einen Konstruktionsfehler vom Flughafen geschmunzelt. Auf dem Weg in die Transithalle kreuzten uns Passagiere, die nach der Ticketkontrolle in ein Flugzeug einstiegen. Rechts abbiegen, und ich hรคtte einen Flug ins Ungewisse machen kรถnnenโ€ฆ

Von Sao Paulo nach Zรผrich ging es mit der selben Maschine weiter. Wรคhrend zuvor weniger als die Hรคlfte der Sitze belegt waren, war die Maschine nun ziemlich voll. Zuerst habe ich noch ein bisschen gelesen, dann, nach dem Nachtessen, als das Licht gelรถscht wurde und ich noch zuwenig mรผde zum schlafen war, beschรคftigte ich mich mit dem Bordsystem. Zweimal versuchte ich zu schlafen, doch irgendwie wurde ich nicht richtig mรผde, und die zwischenzeitlichen Turbulenzen gaben mir auch jedesmal wieder neuen Schubโ€ฆ Nach dem Sonnenaufgang รผber Spanien war dann wieder genug Licht, um vom Bordsystem zum Buch zu wechseln. Dann ging es schon bald รผber die unter den Wolken liegende Schweiz, wo dann, als wir da durch waren, auch Schnee im Mittelland zu sehen war. Ist wohl ein bisschen kรผhler in der Schweizโ€ฆNach einer Sightseeing-Tour an Kernkraftwerken vorbei war dann um 11 Uhr die Landung in Zรผrich โ€“ trotz nur 15 Minuten Schlaf ein kurzweiliger Flug.

Diese Sรผdamerika-Tour ist nun vorbei, was bleibt sind die vielen schรถnen Erinnerungen. Mal schauen, wie lange die Sonnenbrรคune und die Kraft in den Beinen anhรคltโ€ฆ

Allschwil, 14.03.2009
Gesamtkilometer: 11162


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