Das war heute wieder ein sehr anstrengender Tag! Die ersten 25 Kilometer waren noch einfach: Zuerst zurück auf den Tarka Trail, danach 20 Kilometer auf dieser ehemaligen Eisenbahnstrecke – nur zweimal war bei ehemaligen Bahnhöfen noch jeweils ein Waggon zu sehen, die zu Cafés umfunktioniert worden waren. Anschliessend ging es wieder auf „normalen“ Strassen weiter, und somit waren die Steigungen nicht mehr gemächlich und konstant, sondern ein ständiges steiles Auf und Ab. Zudem setzte wieder Nieselregen ein, aufgrund der warmen Temperaturen verzichtete ich aber auf den Regenschutz.
Das Handy hatte ich aber vorsichtshalber in der Lenkertasche verstaut, und ich folgte wie in den letzten Tagen den Wegweisern Nr. 3 des National Cycle Networks. Als ich mal wieder das Handy zur Hand nahm, um meine aktuelle Position festzustellen, traf mich fast der Schlag: Ich war weitab der Route! In Scheepwash hätte ich diesen Radweg verlassen und mit der Nr. 27 weiterfahren müssen. Fälschlicherweise fuhr ich fast 9 Kilometer gegen Westen, während die Nr. 27 noch eine weitere kurze Strecke Richtung Süden führt und anschliessend nach Osten abdreht. Daher musste ich die ganze falsch gefahrene Strecke wieder zurückfahren, womit ich auf diesem welligen Abschnitt etwa eineinhalb Stunden „verloren“ habe.
Nachdem ich Haterleigh hinter mir gelassen hatte – ich musste da auch in einer Steigung wieder umkehren und eine nicht ausgeschilderte Umleitung fahren, weil die Strasse gesperrt war – legte ich bei einer Sitzbank meine Mittagspause ein. Dort liess ich mir die Zeltplätze auf der Route anzeigen und entschied, dass ich nicht zum angestrebten Campingplatz in Tavistock fahren werde. Stattdessen werde ich knapp 15 Kilometer vorher in Lydford übernachten. Bis dorthin gibt es noch genügend Höhenmeter zu überwinden…
Der nächste Fixpunkt war daher Okehampton, um Lebensmittel einzukaufen. Einen Tesco gibt es nicht, also ging ich in den Waitrose. Leider fand ich dort weder Milch mit Fruchtgeschmack noch Joghurtdrinks. Immerhin hatten sie geschütteltes Euter, so dass ich diesen Milchshake mit Himbeeraroma gleich vor dem Einkaufszentrum in mich hineinschüttete. Da gleich nebenan der Lidl war – ich fuhr da zuvor vorbei – holte ich mir dort je einen Liter Milch mit Bananen- und Erdbeergeschmack. Bevor ich losfuhr, ging ich aber nochmals in den Lidl, denn das Wichtigste hatte ich vergessen: Ich hatte heute Morgen die letzten Scheiben Brot gegessen, da musste also ein neuer Sack voll her!
Schon auf dem Höhenprofil hatte ich gesehen, dass die Ausfahrt aus Okehampton anstrengend sein wird – und es ging auch immer steiler bergauf! Der Bahnhof liegt offenbar am höchsten Punkt des Ortes, und dorthin führte der Radweg hin. Der Bahnhof wird nur von einer Seite mit Zügen angefahren; auf der anderen Seite hat es zwar auch noch auf einer kurzen Distanz Geleise, aber die Strecke wurde stillgelegt und wird nun vom Radweg benutzt. Daher ging es nun auf diesem „Granite Way“ wieder sanfter bergauf, bis die Strecke auf den letzten Kilometern wieder an Höhe verlor.
In Lydford traf ich vor 16.00 Uhr ein – es begann wieder einmal zu nieseln – und stellte mein Zelt auf. Dabei begann eine kurze Trockenphase, und ich reinigte wieder das Fahrrad; da hat sich in den letzten Tagen mit dem Regenwetter einiges an Schlamm an Rahmen und Kette angesammelt! Danach Hände waschen, Duschen – und ab ins Zelt, denn nun regnete es wieder.
Während ich heute schon vor 8 Uhr startete, werde ich mich morgen sicher später aufs Rad schwingen. Der Wetterbericht meint, dass es bis 8 Uhr noch regnet – und ich habe ja keine Eile: Es sind ca. 50 Kilometer bis Plymouth, und ich sollte dort zwischen 20.00 und 21.00 Uhr im Hafen eintreffen, denn die Fähre legt erst um 22.00 Uhr ab.
