Um der Hitze vom Nachmittag sowie mรถglichen Gewittern am Abend zu entfliehen, stellte ich fรผr heute erstmals den Wecker. Um 06.15 Uhr begann somit der Tag, und nach einem reichhaltigen Frรผhstรผck trat ich bereits um 07.45 Uhr in die Pedale. Zuerst ging es Richtung Jaun – wobei der Talboden lange Zeit nicht merklich anstieg.
In Jaun bog ich dann ab und nahm die Gastlosen und Ablรคndschen ins Visier. Wer kennt diese Namen nicht? Nun, mir sagten sie jedenfalls bis vor wenigen Wochen nichts. Und obwohl es eine sehr reizvolle Strecke war – trotz den zu bewรคltigenden Hรถhenmetern – ist dieser Landstrich wohl auch sonst nicht vielen bekannt. Jedenfalls waren neben den einheimischen Automobilisten mit freiburger und berner Nummernschilder genau 1 Luxemburger, 1 Aargauer und 1 Zรผrcher auf dieser Strecke unterwegs!
Ebenso unbekannt war mir bis vor 11 Tagen das nรคchste Etappenziel. Nein, nicht das mondรคne Gstaad, sondern etwas weiter in Gsteig. Dort erlebte mein Fahrrad eine Premiere, indem es zum ersten Mal mit einer Luftseilbahn unterwegs war. Die Bergstation ist beim Sanetsch-Stausee auf 2’034 M. รผ. M., und von dort aus ist es nur noch ein „Katzensprung“ zum 2’252 Meter hohen Sanetschpass – oder eben Col du Sanetsch, da auf der anderen Seite wieder die frankophone Schweiz ist und von dort aus eine geteerte Strasse bis zum Stausee fรผhrt.
In der Abfahrt war ich zunรคchst froh um meine Jacke, insbesondere in den ersten beiden Tunnels. Je tiefer ich auf der schmalen und steilen Strasse gelangte, umso mehr brandeten mir aber die Walliser Hitzewellen entgegen. Spรคtestens als sich nach 18 km Abfahrt ein Gegenanstieg auftรผrmte, kam ich da ins Schwitzen…
Es ging dann aber bald wieder hinunter, nach den Gerรถllfeldern und Felsen zuoberst und dem Wald im Mittelteil nun durch Rebberge, bis ich die Talsohle kurz vor Sion erreichte. Dort erfasste mich dann ein herrlicher Rรผckenwind, so dass ich locker mit 25 km/h und mehr das Wallis hinauf pedalen konnte.
Da ich aber schon eine stattliche Anzahl Kilometer zurรผckgelegt hatte, wollte ich es nicht รผbertreiben. Ich folgte daher dem nรคchstbesten Camping-Wegweiser in St-Lรฉonard. Das wurde schlussendlich noch zu einem kleinen Kampf, da es da auf einer Parallelstrasse auf der anderen Seite nun in den Gegenwind hinein ging. Doch schlussendlich erreichte ich doch noch um 17 Uhr den Campingplatz, wo ich zunรคchst wieder etwas Energie dem Kรถrper zufรผhrte und ein Nickerchen auf dem Luftsack machte, bevor ich das Zelt aufstellte und duschte.


















