In der Nacht kรผhlte es nicht so sehr ab wie noch im Sรผden Irlands sowie in Wales – aber ich las am Morgen trotzdem im Zelt noch ein Kapitel von „Thunderball“, bevor ich mich um 08.15 Uhr wieder aufs Rad setzte. Heute steht ja eine relativ kurze Etappe an, und der Wind hat deutlich nachgelassen – ich hatte also Zeit.
Die ersten 25 Kilometer von Bridgwater bis Taunton gingen schรถn eben einem Kanal entlang. Auf der Schotterpiste kam ich fast schneller voran als auf dem asphaltierten Schlussabschnitt, wo es mich ziemlich durchschรผttelte. Ich war aber froh, dass die auf den schmalen Pfad hineinhรคngenden Pflanzen nur Grashalme waren und keine Brombeerstrรคucher!
In Taunton steuerte ich den Tesco an und habe vor allem Flรผssigkeit eingekauft: 1l Bananenmilch fรผr heute Abend, 1l Joghurtdrink fรผr morgen frรผh und 2l Orangina fรผr die nรคchsten paar Nรคchte. Diese 4 kg Zusatzgewicht spรผrte ich fรผr den Rest des Tages, denn nun gab es etliche Hรถhenmeter zu erklimmen! Zweimal musste ich dabei das Fahrrad hochschieben – das musste ich schon seit Wochen nicht mehr! Das erste Mal war nach dem Mittagessen, nachdem sich die Radroute Nr. 3 gabelte. Die vorgรคngig heruntergeladene Route folgt der optionalen Variante, wรคhrend ich es zunรคchst mit der anderen Option versuchte – schliesslich verspricht diese, einem Kanal zu folgen und somit eben zu sein. Als ich nach der รberwindung eines Hรผgels beim Kanal angelangt war, musste ich aber abwinken: Ich sah nun, dass der Radweg hier einen riesigen Umweg macht und am Schluss doch etwa gleichviele Hรถhenmeter zu bewรคltigen sind, um ebenfalls nach Bampton zu gelangen. Also fuhr ich via Holcombe Rogus zurรผck auf die optionale Variante – und da erwischte mich am Ortsausgang eine Steigung auf dem falschen Fuss! Obwohl ich vorher und nachher steilere Abschnitte hochpedalte, hatte ich da eine mentale Barriere und musste schieben.
Die zweite Schiebepassage war fast am Schluss: Nach einem lรคngeren – und zum Teil auch steilen – Anstieg auf einer „normalen“ Strasse kam ich in den Exmoor-Nationalpark, wo nur Wanderer und Fahrradfahrer das Strรคsschen benutzen dรผrfen. Dieses fรผhrte steil hinab zum gestauten Wimbleball Lake, รผber die Staumauer und auf der anderen Seite wieder steil hoch, wobei nur maximal 40 Zentimeter Breite des asphaltierten Strรคsschen benutzbar war; der Rest war mit Steinen, Laub und Schlamm bedeckt, so dass ein Zick-Zack-Fahren nicht mรถglich war.
So รผbernachte ich nun auf dem fรผr mich teuersten Campingplatz in der UK: Die Parzelle von 6×6 Meter kostet GBP 31 pro Nacht und ist eigentlich fรผr mehrere Personen ausgelegt. Fรผr Einzelreisende gibt es leider nichts Kleineres… Die Saison ist aber definitiv vorbei: ausser mir ist nur noch eine Familie auf dem Platz.



















