Um 08.15 Uhr hatte ich alle Taschen gepackt und das hinuntergetragene Velo wieder beladen, die Wohnung gerรคumt, den Mรผll hinausgetragen und die Schlรผssel wieder in der Schlรผsselbox versorgt, so dass ich nach den vier Ruhetagen wieder Fahrt aufnehmen konnte. Dabei nahm ich zunรคchst denselben Weg zurรผck wie letzten Mittwoch bei der Hinfahrt (und am Freitag zum Veloputzen), danach nahm ich wieder die stillgelegte Bahnstrecke ins Zentrum vom Bristol wie anfangs Juli (und teilweise gestern zu Fuss). So konnte ich mir ziemlich viele Ampeln ersparen. Bei einer Weggabelung wรคhlte ich heute die alternative Route, die auch ins Zentrum fรผhrt, und prompt habe ich mich verfahren, weil an einem Ort ein Schild fehlte – es war aber weder mein erster noch mein letzter Umweg, den ich heute machte…
Wie erwartet war das Stadtzentrum (noch) nicht so bevรถlkert – heute ist ein Bank Holiday, also ein verlรคngertes Wochenende. Das haben sicher einige zum Ausschlafen genutzt…
Die Ausfahrt aus Bristol auf der neuen Route – nun wieder auf der Nr. 3 vom National Cycling Network – war vergleichbar mit der Anfahrt aus Bath und ein krasser Gegensatz zu der Aus- und Einfahrt zur/von der Severn Bridge: Es war kein stรคndiges Auf und Ab auf zig Hรผgel, sondern „nur“ eine langgezogene, meist sanfte Steigung mit flachen Abschnitten dazwischen. Das ist mir viel lieber als das stรคndige Klettern und wieder Hรถhe vernichten auf der anderen Seite der Stadt!
Klettern konnte ich spรคter aber doch noch: Nachdem ich den Chew Valley Lake hinter mir gelassen hatte, kam eine Hรผgelbarriere immer nรคher, und auf etwas mehr als 4 Kilometern galt es, 200 Hรถhenmeter zu erklimmen. Zum Glรผck war es nie so steil wie in Wales und es blieb im einstelligen Prozentbereich, so dass ich nicht im Zick-Zack mit allerletzter Kraft das Fahrrad hochwuchten musste. Auf der schmalen Strasse konnte ich es mir sogar erlauben, bei kleinen Ausbuchtungen das Tempo rauszunehmen, damit mich Autofahrer besser รผberholen konnten!
Oben gab es ein paar Kilometer lang ein Hochplateau, und ich erfreute mich eine Weile am Rรผckenwind – leider etwas zu lange, denn ich habe eine Abzweigung verpasst… Auf der Abfahrt fand ich wenig spรคter eine Strasse zurรผck auf die Route, so dass ich auf dem Radweg in Wells eintraf und dort mit dem Blick auf die Kathedrale Salat und Wraps zum Mittagessen ass.
In Wells รคnderte der Radweg wieder die Richtung, so dass nun wieder Gegenwindverhรคltnisse herrschten. Zum Glรผck gab es auf dem รผberwiegend flachen Abschnitt via Glastonbury, wo ich noch einkaufte, und Cossington viele Kurven, womit ich den Wind nur selten frontal im Gesicht hatte. Nach Cossington hatte ich fรผr eine kurze Weile einem Kanal entlang sogar Rรผckenwind, danach ging es in einem weiteren Kurvengeschlรคngel nach Bridgwater.
In Bridgwater traf ich um 16.00 Uhr beim zertifizierten Campingplatz ein, der nur fรผr Mitglieder des Camping and Caravan Clubs ist – und das bin ich ja! Solche zertifizierten Plรคtze werden privat gefรผhrt und dรผrfen in der Regel maximal 5 Wohnmobile und 10 Zelte pro Nacht aufnehmen. Als ich beim Gebรคude ankam und die Telefonnummer wรคhlte, nahm niemand ab. Zum Glรผck waren aber die Teenies des Besitzers zu Hause, so dass ich mich auf der Wiese installieren und schon mal eine Dusche nehmen konnte.



















