Heute startete ich wieder kurz vor 09.00 Uhr – und das Schweisstuch war bis zur Mittagspause permanent im Einsatz; bei diesen schwül-warmen Temperaturen ist mein Lenker permanent nass vom Schweiss. Als ich einmal die Landschaft bewunderte und ein Schlagloch übersah, rutschte ich daher vom Lenker ab und konnte einen weiteren Sturz nur in extremis verhindern!
Mit dem sanften Rückenwind bis kurz vor Avignon und der wiederum flachen Strecke (bzw. ganz leicht bergab) war das Tempo heute wieder enorm hoch; bis zur Stadteinfahrt von Avignon hatte ich einen Schnitt von knapp 21 km/h drauf. Es folgt noch eine Flachetappe, dann kommen wieder mehr Höhenmeter und damit auch eine deutlich geringere Geschwindigkeit auf mich zu.
Unterwegs gab es nicht nur den Lauf der Rhone zu bewundern, sondern auch Burgen, hübsche Städtchen und herrliche Alleen. Somit war die Fahrt abwechslungsreich, und immer wieder kamen mir andere Tourenradler entgegen oder fuhren in die gleiche Richtung wie ich. Da ich mich nun mit der Flagge als Schweizer „oute“, ist das Herkunftsland immer wieder Gesprächsstoff. Und wenn ich dann sage, dass ich via England, Schottland und Irland hierher gekommen bin, ist das Gegenüber in der Regel sehr ehrstaunt…
Für die Mittagspause habe ich erstmals seit Langem wieder einmal den Campingstuhl benutzt – in den letzten Wochen waren immer genügend Sitzgelegenheiten entlang der Strecke und dieses Utensil kam nur am Abend zum Einsatz. Dafür konnte das einmal mehr vorbeifahrende österreichische Pärchen feststellen, dass ich auch einen solchen Gegenstand dabeihabe…
„Sur le pont d’Avignon“ war ich kurz nach 15.00 Uhr, beim Appartement hatte ich eine Ankunftszeit zwischen 16.00 und 17.00 Uhr vereinbart (Check-in ist normalerweise erst ab 17.00 Uhr). Ich irrte daher zuerst noch ein bisschen in der Altstadt umher und fuhr anschliessend zum Einkaufen. So dass ich um 16.30 Uhr bei der Unterkunft war. Hier bleibe ich nun bis Freitag; morgen soll es den ganzen Tag regnen, also bleibe ich stationär, am Donnerstag soll der Regen aufhören. Dann kann ich das Zentrum nochmals zu Fuss (oder mit dem Velo ohne Gepäck) erkunden.
Das ebenerdige Appartement verfügt auch über eine kleine Terrasse mit Garten. Auf der dortigen Sitzbank wollte ich eigentlich diese Zeilen schreiben; da mich die Mücken fast aufgefressen haben, zog ich mich rasch auf das Klappsofa zurück…
